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News, 28.12.2012
Steuerliche Neuerungen
Änderungen im Steuerrecht zum 1.1.2013
Zum Jahreswechsel 2012/2013 treten in Deutschland für Unternehmen und Bürger eine Reihe wichtiger Änderungen im Steuerrecht in Kraft.
Wichtig für Unternehmen: Bis Dezember 2013 müssen alle Arbeitgeber auf die elektronische Lohnsteuerkarte (Stichwort: ELStAM) umgestellt haben.
Wichtig für Unternehmen: Bis Dezember 2013 müssen alle Arbeitgeber auf die elektronische Lohnsteuerkarte (Stichwort: ELStAM) umgestellt haben.
Mit Wirkung zum 1. Januar 2013 werden im Steuerrecht in Deutschland einige wichtige verfahrensrechtliche und inhaltliche Änderungen wirksam. Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat in einer Übersicht zentrale Neuerungen zusammengefasst.

Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte

Ab dem 1. Januar 2013 ersetzt das neue sogenannte ELStAM-Verfahren die alte Lohnsteuerkarte aus Papier. ELStAM steht für „elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale“. Mit der Einführung des  ELStAM-Verfahrens wird die Kommunikation zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Finanzbehörden erheblich vereinfacht. So können fortan steuerliche Daten, wie zum Beispiel Kinderfreibeträge und die Steuerklasse eines Arbeitnehmers, fortan elektronisch gespeichert und übermittelt werden.

Um Arbeitgeber und Verwaltungsbehörden bei der Umstellung auf das neue Verfahren nicht zu überfordern, ist der Lohnsteuerabzug bis Ende 2013 auch noch nach dem alten Verfahren möglich. Arbeitgeber können also wählen, ab welchem Zeitpunkt sie 2013 auf ELStAM umstellen. Auch steht es Arbeitgebern frei, sofort komplett, also in einem Schritt bei sämtlichen Beschäftigten das ELStAM-Verfahren zu nutzen, oder dieses am Anfang nur bei einem Teil  der Arbeitnehmer anzuwenden.

Spätestens mit der Lohnabrechnung für Dezember 2013 muss das neue Verfahren jedoch für alle Arbeitnehmer angewendet werden. Bis zur Umstellung gelten die vorhandenen Papierbescheinigungen der Arbeitnehmer (Lohnsteuerkarte 2010 oder eine vom Finanzamt ausgestellte Ersatzbescheinigung) mit allen Einträgen fort. „Mit Abschluss der Umstellung gehören diese Bescheinigungen in Papierform aber endgültig der Vergangenheit an“, so das Ministerium.

Neue Gebührenverordnung für Steuerberatung


Zum Jahreswechsel wird die bisherige Steuerberatergebührenverordnung durch eine neue sogenannte „Steuerberatervergütungsverordnung“ ersetzt. Damit werden gesetzlichen Rahmenbedingungen bei der steuerrechtlichen Beratung sowohl für die Mandanten als auch für Steuerberater auf ein neues rechtliches Fundament gestellt, das eine den Kosten angemessene und transparente Abrechnung sicherstellen soll. „Die Anpassung der Steuerberatergebühren ist aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre notwendig geworden. Die letzte grundlegende Anpassung erfolgte im Jahr 1998“, so Ministerium. Seitdem sei der Preisindex um mehr als 22 Prozent gestiegen. Im Zuge der neuen Gebührenverordnung erhöhen sich die Kosten für Leistungen von Steuerberatern dem Ministerium nach um durchschnittlich etwa fünf Prozent.

Vereinfachte steuerliche Veranlagung für Ehepaare

2013 werden auch die bereits durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 eingeführten Maßnahmen für eine verbesserte Übersicht bei den steuerlichen Veranlagungs- und Tarifvarianten für Ehepaare wirksam. Ehegatten können künftig zwischen der Zusammenveranlagung oder einer Einzelveranlagung wählen, die die getrennte Veranlagung ab 2013 ablöst. Folgende Veranlagungsvarianten sind möglich:
  • die Einzelveranlagung mit Grundtarif, „Verwitweten-Splitting“ oder „Sonder-Splitting“ im Trennungsjahr und
  • die Zusammenveranlagung mit Splitting-Verfahren für Ehegatten.
Auch das Verfahren für den Wechsel der Veranlagungsarten wird gestrafft. Fehleranfällige, manuelle Verfahrensschritte entfallen und die Bearbeitungsdauer wird verkürzt. Während Eheleute bisher die mit Abgabe der Steuererklärung getroffene Wahl der Veranlagungsart bis zur Bestandskraft des betreffenden Steuerbescheids und auch im Rahmen von Änderungsveranlagungen beliebig oft ändern konnten, ist ein nachträglicher Wechsel der Veranlagungsart nach Eintritt der Unanfechtbarkeit künftig nur noch in bestimmten Fällen möglich. Die Beteiligten erhalten auf diese Weise früher Rechtssicherheit.

Weniger Bürokratieaufwand bei Geldspenden

Die europaweite Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs (Stichwort: SEPA) und damit einhergehende nationaler Anpassungen führen auch zu Vereinfachungen bei Geldspenden. „Bereits heute erbringen bestimmte Steuerpflichtige (etwa die Kirchen) den Zuwendungsnachweis im Rahmen eines vereinfachten Zahlungsvorgangs über das Internet“, so das Ministerium. Um die in der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV) enthaltenen Vereinfachungsregeln für alle Steuerpflichtigen anwenden zu können, werde der vereinfachte Zuwendungsnachweis beim steuerlichen Spendenabzug sowohl an das SEPA-Verfahren als auch an andere Online-Zahlungsdienste angepasst. Das aufwändige Sammeln und Einreichen von Spendenbelegen erübrigt sich fortan dadurch.

Steuerliche Anreize zur Förderung der Elektromobilität

Mit Beginn des Jahres 2013 werden die steuerlichen Anreize zur Anschaffung von Elektrofahrzeugen verstärkt und steuerlich nachteilige Regelungen angepasst. Mit Inkrafttreten des Gesetz zur Änderung des Versicherungsteuergesetzes und des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (Verkehrsteueränderungsgesetz - VerkehrStÄndG) wurde die bereits bestehende Begünstigung für reine Elektro-Pkw bei der Kraftfahrzeugsteuer auf Fahrzeuge aller anderen Klassen ausgedehnt, sofern diese rein elektrisch angetrieben und durch Batterien oder Brennstoffzellen gespeist werden. Auch wird die Förderdauer um weitere fünf auf zehn Jahre verlängert.

Die erweiterte Steuerbefreiung gilt rückwirkend für alle Erstzulassungen von Elektrofahrzeugen ab dem 18. Mai 2011. An diesem Tag beschloss die Bundesregierung die Gesetzesinitiative. Ab 1. Januar 2016 soll die Befreiung wieder auf fünf Jahre reduziert werden.

[Quelle: Bundesministerium für Finanzen (BMF)]
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