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News, 01.12.2011
Starre Arbeitszeiten
Flexible Arbeitszeitmodelle weiter die Ausnahme
Flexible Arbeitszeitmodelle bleiben in der deutschen Wirtschaft selten: Gerade mal ein gutes Drittel aller deutschen Arbeitnehmer konnte im vergangenen Jahr, zumindest innerhalb gewisser Grenzen, die eigenen Arbeitszeiten frei bestimmen.
Am häufigsten in den Genuss flexibler Arbeitszeitsmodelle kommen Akademiker und Führungskräfte.
Am häufigsten in den Genuss flexibler Arbeitszeitsmodelle kommen Akademiker und Führungskräfte.

Die Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland muss weiterhin mit starren Arbeitszeiten leben. Das ergaben Berechnungen des Statistischen Bundesamtes auf Basis der Arbeitskräfteerhebung 2010. Danach hatten im vergangenen Jahr in Deutschland 58,1 Prozent der Arbeitnehmer bezogen auf ihre Arbeitszeiten keinerlei Gestaltungsspielraum – und zwar weder was den Start- und Endzeitpunkt des eigenen Arbeitstages anging, noch die Dauer der täglichen Arbeitszeit. Auf ihren Arbeitszeiten in bestimmtem Maße Einfluss nehmen konnten im Jahr 2010 dagegen nur 36,6 Prozent der Arbeitnehmer.

Am populärsten unter den flexiblen Arbeitszeitmodellen war 2010 das Arbeitszeitkonto. Von einem solchen profitierten 24,1 Prozent der Arbeitnehmer. „Sie mussten dabei lediglich eine vorgegebene Gesamtstundenzahl erreichen und eventuell während sogenannter Kernzeiten präsent sein“, so das Statistikamt. Weitere 10,2 Prozent der Beschäftigten konnten über eine Gleitzeitregelung bei täglich vorgegebener Arbeitsdauer zumindest  Beginn beziehungsweise Ende ihres Arbeitszeitages frei bestimmen. Völlig flexibel bei ihrer Arbeitszeitgestaltung waren dagegen im vergangenen Jahr nur 2,0 Prozent der Arbeitnehmer. Bei ihnen zählte letztlich nur Arbeitsergebnis.

Große Branchenunterschiede

Wie aus der Arbeitskräfteerhebung hervorgeht, hängt die Verbreitung flexibler Arbeitszeitmodelle stark von den Erfordernissen  in den jeweiligen Branchen ab, wie etwa Öffnungszeiten oder Produktionsanforderungen. Am häufigsten an starre Arbeitszeiten gebunden waren im vergangenen Jahr Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen (73,2%), gefolgt vom Wirtschaftszweig Verkehr und Lagerei (70,3%), dem Gastgewerbe (69,4%) sowie dem Baugewerbe (69,3%). Am weitesten verbreitet waren flexible Arbeitszeitmodelle dagegen in den Dienstleistungsbranchen, allen voran im Zweig Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, wo im letzten Jahr nur gut ein Viertel der Beschäftigten (28,4%) an starre Arbeitszeiten gebunden war. Auch in der öffentlichen Verwaltung fanden sich nur selten starre Arbeitszeitenregelungen (33,8%).

Führungskräfte am flexibelsten

Ob Arbeitnehmer in den Genuss flexibler Arbeitsmodelle kommen, entscheidet sich auch am Beruf sowie der ausgeübten Funktion im Unternehmen. Laut Arbeitskräfteerhebung am häufigsten im Jahr 2010 von solchen profitierten Führungskräfte. Von ihnen konnten dem Statistikamt zufolge 67,2 Prozent ihre Arbeitszeiten innerhalb gewisser Grenzen frei gestalten. Auch in den akademischen Berufen sind flexible Arbeitszeiten weit verbreitet. Hier konnten im vergangenen Jahr noch immerhin fast sechs von zehn erfassten Arbeitnehmern (56,3%) auf ihre Arbeitszeiten Einfluss nehmen. Am seltensten hatten Anlagen- und Maschinenbediener/-innen (15,7 %), Personen in landwirtschaftlichen Berufen (18,5 %) und Verkäufer/-innen eine solche Regelung.

Das Privileg der gänzlich freien Arbeitszeiteinteilung genießen ebenfalls in erster Linie Führungskräfte (8,3%). Die Möglichkeit der völlig flexiblen Arbeitszeitgestaltung scheint allerdings auch seinen Preis zu haben. Denn Arbeitnehmer, die ohne irgendwelche Restriktionen ihre Arbeitszeit frei einteilen konnten, arbeiteten zugleich auch meist am längsten: Während von ihnen 57,1 Prozent im letzten Jahr auf eine Arbeitswoche über 40 Stunden kamen, traf dies bei den Beschäftigten mit starren Arbeitszeiten gerade mal 15,1 Prozent der Arbeitnehmer zu.

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