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News, 23.08.2018
Energie immer teurer
Starke Teuerung von Energie treibt deutsche Erzeugerpreise weiter an
Schneller steigende Energiepreise haben im Juli den Erzeugerpreisindex erneut auf Jahressicht so stark nach oben getrieben wie seit 2011 nicht mehr. Auch Vorleistungsgüter verteuerten sich auf Herstellerebene überdurchschnittlich stark.
Der Inflationsdruck von Seiten der Erzeugerpreise hält an. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte, lagen die Erzeugerpreise – hierunter versteht man die Preise für gewerbliche Produkte bevor sie in den Handel kommen – im Juli wie bereits im Juni abermals auf Jahressicht im Schnitt um 3,0 Prozent. Einen stärkeren Anstieg der Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich gab es zuletzt in Deutschland im Jahr 2011. Auf Monatssicht schwächte sich der Preisauftrieb auf Herstellerebene dagegen den zweiten Monat in Folge auf 0,2 Prozent ab (Juni: + 0,3 %). Im Mai hatten die Erzeugerpreise im Monatsvergleich noch um 0,5 Prozent zugelegt.

Stärkster Einflussfaktor auf den Index der Erzeugerpreise war die Preisentwicklung bei Energie. Hierfür mussten Bezieher im Juli durchschnittlich 6,5 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat. Eine so starke Jahresteuerung von Energieerzeugnissen hat es in Deutschland letztmals im Dezember 2011 (+ 7,4 %) gegeben. Gegenüber Juni verteuerte sich Energie im Schnitt um 0,5 Prozent. Preistreiber bei Energie waren im Juli vor allem Mineralölerzeugnisse. Sie verteuerten sich auf Jahressicht im Schnitt um 16,8 Prozent. Für Turbinenkraftstoff (Kerosin) mussten Bezieher sogar 48,6 Prozent mehr zahlen als im Juli 2017, leichtes Heizöl kostete im Durchschnitt 29,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat (Dieselkraftstoff: + 15,8 %; Benzin: + 7,4 %). Strom verteuerte sich auf Jahressicht im Schnitt um 7,4 Prozent, wobei von den Preisanstiegen in erster Linie Weiterverteiler (+ 11,6 %) und Sondervertragskunden (u.a. Unternehmen) betroffen waren. Bei Erdgas dagegen die Jahresteuerung mit durchschnittlich 3,1 Prozent vergleichsweise moderat.

Die Energiepreisentwicklung herausgerechnet lagen die Erzeugerpreise im Juli nur 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresniveau und 0,1 Prozent höher als im Juni.

Metalle erheblich teurer, Nahrungsmittelpreise unter Vorjahresniveau

Inflationsdruck ging im Juli von Erzeugerseite auch von der Preisentwicklung von Vorleistungsgütern aus. Sie verteuerten sich gegenüber Juli 2017 im Schnitt um 3,2 Prozent. Die Erzeugerpreise für Metalle lagen im Juli durchschnittlich sogar 6,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, für Walzstahl mussten Bezieher durchschnittlich 9,4 Prozent und für Betonstahl sogar 19,8 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat. Auch die Preise für chemische Grundstoffe legten deutlich zu (+ 4,8%). Günstiger waren dagegen unter anderem nichtmetallische Sekundärrohstoffe. Sie verbilligten sich auf Jahressicht um 11,6 Prozent.

Die Erzeugerpreise für Verbrauchsgüter lagen dagegen im Juli durchschnittlich nur um 0,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Nahrungsmittel waren durchschnittlich sogar 0,1 Prozent günstiger als im Juli 2017. Allerdings entwickelten sich die Nahrungsmittelpreise sehr unterschiedlich. Während sich etwa Zucker auf Jahressicht um 24,6 Prozent, Schweinefleisch um 9,7 Prozent, Kaffee um 3,9 Prozent und Butter um 2,6 Prozent verbilligten, waren Obst- und Gemüseerzeugnisse durchschnittlich 5,1 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Auch für Backwaren (+ 3,8 %) und Milch (+ 2,2 %) mussten Bezieher auf Produzentenebene tiefer in die Tasche greifen.

Investitionsgüter waren im Juli 1,3 Prozent teurer als im Vorjahresmonat (+ 0,2 % gegenüber Juni 2018), die Erzeugerpreise für Gebrauchsgüter überstiegen das Vorjahresniveau im Schnitt um 1,6 Prozent (+ 0,1 % gegenüber Juni 2018).

cs/Destatis
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