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News, 03.02.2011
Social Network-Studie
Deutsche Politik zeigt wenig Lust auf Facebook
Nur eine Minderheit der Politiker in Deutschland nutzt Social Networks wie beispielsweise Facebook zur Kommunikation mit ihren Wählern, ergab jetzt eine Studie.
In erster Linie finden sich auf Facebook Spitzenpolitiker. Politiker aus der "zweiten Reihe" sowie den Länderparlamenten dagegen trifft man hier nur selten.
In erster Linie finden sich auf Facebook Spitzenpolitiker. Politiker aus der "zweiten Reihe" sowie den Länderparlamenten dagegen trifft man hier nur selten.

Anders als in den USA, in denen soziale Medien wie Facebook und Twitter längst zu einem wesentlichen Informations- und Kommunikationskanal der Politik geworden sind, befindet sich die Social Media-Nutzung in der deutschen Politik bislang noch in den Kinderschuhen. Das zeigen die Ergebnisse einer Untersuchung der Technischen Universität Ilmenau, die den Nutzungsgrad von Facebook unter Bundestags- und Landtagsabgeordneten in Deutschland untersucht hat. Danach ist im Deutschen Bundestag bislang nur knapp eine Viertel aller Volksvertreter in dem Social Network Facebook registriert. Bei Landtagsabgeordneten sind es noch deutlich weniger: In den Landtagen liegt die Facebook-Nutzerquote bei den Abgeordneten im Durchschnitt sogar unter 10 Prozent.

Wie die Untersuchung ergab, besaßen zum Erhebungszeitpunkt von den insgesamt 622 Parlamentariern im Deutschen Bundestag gerade einmal 146 Abgeordnete ein offizielles Facebook-Profil. Das entspricht einer Quote von 23 Prozent. In den Landesparlamenten waren es im Durchschnitt nicht mal halb so viele. Die anteilsmäßig meisten Facebook-Nutzer fanden sich im Bayerischen Landtag mit einer Nutzerquote von 11 Prozent, in Thüringen und Schleswig-Holstein der Anteil der auf Facebook registrierten Landtagsabgeordneten dagegen nur bei acht bzw. sechs Prozent.

Politiker-Engagement auf Facebook meist gleich Null

Bei den meisten auf Facebook registrierten Politikern in Deutschland existiert die Facebook-Seite nur pro forma: Wie die Untersuchung aufzeigt, nutzen von den in Facebook vertretenen Bundes- und Landtagsabgeordneten gerade einmal 36 Prozent das Social Network mehrmals wöchentlich zum Einstellen eigener, aktueller Meldungen. Auf jeder zehnten von Politikern erstellten Facebook-Seite fand sich sogar überhaupt noch keine Meldung. Ein gutes Drittel der in Facebook registrierten Abgeordneten (36%) hat das Social Network vielmehr schon nach einer kurzen Probephase wieder verlassen. „Die letzte Aktualisierung dieser Seiten liegt im Schnitt 250 Tage zurück“, so die TU in ihrem Studienbericht.  

Am aktivsten unter den Parteien sowohl bezogen auf die Facebook-Nutzerquote als auch das Social Network-Engagement sind dem Bericht nach aktuell die Grünen und die FDP. Allerdings verläuft die Facebook-Kommunikation auf den Politiker-Präsenzen, so es zu einer solchen kommt, zumeist nur unidirektional. Zum Dialog kommt es nur selten. „Zwar sind Besucher-Beiträge in Form von Texten, Fotos, Videos und Verlinkungen in den meisten Fällen willkommen, eine Antwort erhalten die Nutzer von ihren demokratischen Vertretern aber kaum“, so die TU. Gerade mal ein Fünftel der in Facebook registrierten Volksvertreter reagiert auf einen Beitrag von Besuchern (22%). „Der Einsatz von Facebook-Seiten konzentriert sich überwiegend auf die klassische einseitige Vermittlung von Informationen und weniger auf den Austausch mit den Wählern. Entsprechend gering ist das Feedback, das Politiker von ihren Anhängern in Facebook erhalten“, fasst die TU die Untersuchungsergebnisse zusammen.

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