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News, 08.08.2018
Intelligente Haustechnik und Sprachassistenten auf dem Vormarsch
Smart Home-Technologien erobern deutsche Privathaushalte
Immer mehr Verbraucher in Deutschland nutzen in ihrem Haushalt intelligente, mobil steuerbare Haushaltsgeräte und Haustechnik, sogenannte „Smart Home“-Technologien. Besonders hoch im Kurs: intelligente Beleuchtung, Videoüberwachung und Sprachassistenten.
Die wachsenden Verbreitung von Smart Home-Technologien treibt auch das Internet der Dinge (IoT) in Privathaushalten voran.
Die wachsenden Verbreitung von Smart Home-Technologien treibt auch das Internet der Dinge (IoT) in Privathaushalten voran.

Licht und Heizung via Smartphone steuern, Haushaltsgeräte per Stimme bedienen oder die eigenen vier Wände mit intelligenten Überwachungssensoren sicherer machen – in immer mehr Privathaushalten in Deutschland kommen sogenannte Smart Home-Technologien zum Einsatz. Gut jeder vierte Bundesbürger (26 %) nutzt bereits intelligente („smarte“) Haushaltsgeräte  und Haustechnik-Lösungen in seinem Heim, und fast vier von zehn befragten Deutschen (37 %) haben dies in näherer Zukunft zumindest vor. Das geht aus einer aktuellen Studie im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom hervor.  Angetrieben wird die Verbreitung intelligenter Haushaltsgeräte und Haustechnik-Lösungen auch durch die wachsende Bekanntheit des „Smart Home“-Begriffs. So haben diesen mittlerweile 70 Prozent der Deutschen schon einmal gehört. 2016 war dies erst bei sechs von zehn befragten Bundesbürgern (61 %) der Fall. Beschreiben, was sich hinter dem Begriff „Smart Home“ verbirgt, konnte hiervon damals sogar nur gut jede Zweite (53 %), während heute 71 Prozent der Deutschen, denen der Begriff bekannt ist, diesen auch erklären können.

Beliebteste Smart Home-Anwendung: intelligente Beleuchtung

Aktuell am weitesten verbreitet sind smarte Beleuchtungstechnologien: 17 Prozent der Deutschen haben solche bereits in den eigenen vier Wänden im Einsatz. Dahinter folgen smarte Video-Überwachungslösungen (14 %), Sprachassistenten gleichauf mit intelligenten Rollladen- und Markisen (jeweils 13 %) und smarte Heizungstechnik (12 %). Zudem hat immerhin jeder zehnte Deutsche intelligente Alarmanlagen (10 %) im Einsatz, und fast ebenso viele intelligente Steckdosen (9 %) und Verbrauchszähler (8 %). Sonstige „Smart Home“-Anwendungen wie intelligente Rauchmelder (4 %) smarte Schließanlagen, Staubsauger und Gartengeräte (jeweils 2 %) sowie vernetzt Hausnotrufsystem (1 %) finden sich dagegen bislang nur in wenigen Privathaushalten.

Bei jenen, die sich in den kommenden zwölf Monaten Smart Home-Geräte oder -Lösungen zuzulegen planen (37 %), stehen aktuell besonders intelligente Heizungsthermostate (29 %) und Beleuchtungslösungen (27 %) hoch im Kurs. Ebenfalls auf den Anschaffungslisten ganz oben stehen smarte Video-Überwachungslösungen (18 %) sowie intelligente Staubsauger (15 %) und Gartengeräte (12 %). Darüber hinaus gefragt: intelligenten Alarmanlagen (11 %), Sprachassistenzsysteme (10 %) und smarte Schließanlagen (7 %). „Das Smart Home verbreitet sich nach dem Schneeballeffekt: Was bei dem einen gut funktioniert, hält wenig später Einzug bei Freunden und Bekannten“, sagt Berg.

Technische Bedenken größtes Hemmnis für Smart Home-Anschaffungen

Befragte, die noch keine Smart Home-Anwendung gekauft haben, äußern häufig technische Bedenken: 37 Prozent empfinden die Installation der Technik als zu aufwendig, ein Drittel hält die Bedienung für zu kompliziert (33 %). 36 Prozent geben an, dass die Geräte zu teuer seien, 27 Prozent halten ihren Nutzen für zu gering. 26 Prozent fürchten Hacker-Angriffe und 24 Prozent haben Angst um ihre Privatsphäre.

Viele Smart-Home-Besitzer haben sich bei der Installation ihrer Haustechnik professionelle Hilfe vom Techniker, Handwerker oder Installateur geholt (48 %). Knapp jeder Vierte (23 %) hat bei der Inbetriebnahme auf die Hilfe von Freunden, Bekannten und Kollegen gesetzt. 16 Prozent haben Unterstützung bei einem Familienangehörigen gesucht, der nicht im selben Haushalt lebt. Bei 14 Prozent hat jemand aus dem eigenen Haushalt die Smart-Home-Anwendung installiert. Nur 9 Prozent geben an, die Lösungen selbst installiert zu haben. Ein Drittel der Bundesbürger (34 Prozent) würde sich gerne Rat vom Experten holen und hätte Interesse an einer Beratung zum smarten Zuhause. Davon wären 59 Prozent bereit, für eine solche Beratung zu bezahlen.

„Die Angst vor technologischen Hürden sollte niemanden abhalten, sich eine Smart-Home-Anwendung zuzulegen“, meint Berg. „Nur wenige Verbraucher installieren alles selbst, es ist vollkommen normal, sich Hilfe zu holen. Fünf Minuten Unwissenheit tauscht man hier gegen mehr Komfort, höhere Sicherheit oder ein längeres, selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden.“

Männer legen Wert auf Sicherheit, Frauen auf Komfort

Ausschlaggebend für den Kauf von Smart-Home-Produkten waren für Besitzer ganz unterschiedliche Gründe. Jeder Zweite wollte die Sicherheit im eigenen Heim erhöhen (56 %) oder zusätzlichen Komfort und Lebensqualität (54 %). Mehr als ein Drittel wollte Geld sparen (38 %) oder energieeffizienter leben (36 %). Bei den Kaufgründen zeigen sich auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während Männer vor allem Sicherheit (63 %), Sparen (41 %) und Spaß an der Technik (12 %) angaben, führten bei Frauen eher die Gründe Komfort und Lebensqualität (59 %) und Energieeffizienz (42 %) zum Kauf.

Smartphone ist Steuerungszentrale, bekommt aber Konkurrenz

Die meisten Smart Home-Besitzer steuern ihre Anwendung über das Smartphone (76 %), das damit die Steuerungszentrale Nummer Eins im Smart Home ist. 44 Prozent greifen auf ihr Tablet zurück und 38 Prozent auf eine Fernbedienung. Deutlich aufgeholt hat in den letzten beiden Jahren der Sprachassistent, über den mittlerweile 37 Prozent ihre Geräte steuern. 2016 waren es erst zwei  Prozent. „Sprachassistenten verbreiten sich rasant – und sie werden in immer mehr Geräte integriert“, so Berg. „In den nächsten Jahren werden wir Geräte zuhause wie selbstverständlich mit unserer Stimme steuern.“

Smart Home-Daten wandern häufig in die Cloud

Die gespeicherten Daten der Geräte wandern in den meisten Fällen in die Cloud. So geben zwei Drittel (65 %) an, dass die Daten außerhalb des Hauses in einer Cloud-Anwendung des Anbieters gesichert werden. Bei 26 Prozent werden diese innerhalb des Hauses, lokal auf den Geräten oder im Heimnetzwerk gespeichert. Sieben Prozent geben an, nicht zu wissen, wo die Daten gespeichert werden. „Die Sicherheit der Geräte und der Schutz der erhobenen Daten sind zentrale Voraussetzungen für den Erfolg des Smart Home. Verbraucher sind gut beraten, bereits bei der Anschaffung der Geräte bewusst auf Sicherheits-Features zu achten“, so Berg.

Smart Home-Ausstattung wäre vielen höhere Miete wert

Jeder zweite Bundesbürger (57 Prozent) geht davon aus, dass Smart-Home-Anwendungen in wenigen Jahren in jedem Haushalt zu finden sein werden. 39 Prozent sagen, dass sie am liebsten alle technischen Geräte in ihren eigenen vier Wänden miteinander vernetzen und zentral steuern würden. Für fast jeden Dritten (31 Prozent) werden bei der Entscheidung für die nächste Wohnung oder das nächste Eigenheim Smart-Home-Anwendungen eine Rolle spielen. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) wäre bereit, für Wohnungen mit Smart-Home-Ausstattung mehr Miete zu bezahlen. „Smart-Home-Lösungen werden in deutschen Haushalten künftig so selbstverständlich sein wie Strom, Licht und fließendes Wasser“, sagt Berg. „Die Neugier und Offenheit für Smart Home Anwendungen in der Bevölkerung ist da. Wichtig ist, dass wir über die Potenziale informieren, ein Maximum an Sicherheit schaffen und den Verbrauchern bei einem selbstbestimmten Umgang mit den neuen Technologien helfen.“

cs/Bitkom; Bild: Sabine Kroschel / pixabay; Lizenz: CC0 Creative Commons

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