Attraktivität, körperliche Leistungsfähigkeit und Dynamik belohnt unsere heutige Gesellschaft durch äußerst positives Feedback. Das Motto „Erfolg ist sexy“ lässt sich angesichts dieser Entwicklungen auch umkehren „Sexy sein sorgt für Erfolg“ – bei Frauen wie bei Männern. Aber nicht jeder ist ein geborener Adonis. Was also tun?
Mal ehrlich - ungeachtet aller Kompetenz und Sympathien: Wäre solch ein Kandidat für Sie bei der Vergabe einer Führungsposition die erste Wahl?
Sigmar Gabriel wurde jüngst offiziell zum neuen Parteichef der SPD nominiert. Das ist schon erstaunlich. Betrachtet man seine Körperstatur. Zwar ist – objektiv betrachtet – nicht eindeutig belegt, ob Führungskräfte mit „Schwimmreifen“ in der Bauchregion die schlechteren Macher sind. Doch vom Image her sind sie einfach megaout. So wundert nicht, dass ein Topmanager seine Position gefährdet, wenn er nicht athletisch-sportlich-dynamisch auftritt.
Das gilt generell für Führungspersonen, auch in der Politik, trotz Sigmar Gabriels Karrieresprung. Der dicke Körper unterstreicht zwar, wie einst bei Helmut Kohl, seine Macht, aber dieser (Politiker-)Typ ist heutzutage als Newcomer und Karrierist absolut ungeeignet. Denn das Anforderungsprofil für die (Wirtschafts-)Bosse hat sich verändert.
Immer häufiger werden sie in den Print-Medien abgelichtet, müssen sie im Fernsehen mit ausgefeilter Rhetorik Rede und Antwort stehen beziehungsweise eine gute Figur machen. Und das nicht nur im übertragenen Sinne. Betroffen sind nicht nur Politiker oder die Stars unter den Managern wie Ackermann & Co. In der heutigen Mediengesellschaft ist die Notwendigkeit, das eigene Unternehmen öffentlichkeitswirksam zu vertreten, allgegenwärtig. Telegenität ist daher ein Bonus, der immer bedeutsamer wird, auch für die Karriere. Eine weitere Parallele zur Politik. Längst sind Köpfe (und damit Aussehen) wichtiger als Programme. Besonders für die jungen Führungskräfte ist es daher längst nicht mehr egal, ob sie dick oder dünn sind, bestätigt Waltraud Posch, Autorin des Buches „Körper machen Leute“.
Wer gut aussieht, kriegt den besseren Job, die steilere Karriere, die tollere Frau. Studie belegen dies: So werden körperlich attraktive Menschen hinsichtlich ihrer Persönlichkeitseigenschaften positiver beurteilt. Sie gelten als erheblich freundlicher, aufgeschlossener und glücklicher als die weniger attraktiven. Doch schöne Menschen werden auch besser behandelt, wie die Psychologin Irene Frieze nachwies. Beispiel Gehaltshöhe: Übergewichtige verdienen trotz gleicher Qualifikation und Stellung weniger als schlanke Kollegen.
Auch die Herren der Schöpfung müssen ihr Äußeres der Dynamik und Vitalität ihres Handelns angleichen. Im Klartext: Den überflüssigen Kilos und Speckringen wird der Kampf angesagt, ohne Rücksicht auf müde Lenden und steife Knochen. Nicht allein der Gesundheit wegen. Denn im Gegensatz zu Frauen, so die Soziologin Waltraut Posch, geht es bei Männern darum, dass man ihnen Fitness, Dynamik und Sex-Appeal auch ansieht, die sie ohnehin haben.
Schnell das Ziel erreichen, ist auch hier, wie so oft, Trumpf. Für Führungskräfte, die weder viel Zeit noch viel Gedanken in ihr Training investieren wollen, reicht schon ein Minimalprogramm zur Leistungssteigerung und zum Dynamikgewinn. Der kluge Mensch braucht in der Woche nur vier Übungen und dreimal 20 Minuten. Wenn das Programm individuell auf die Person zugeschnitten wird. Von daher: Do it!