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News, 09.03.2012
Security-Umfrage
Unternehmen vielfach ohne IT-Notfallplan
Fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland hat im Fall von IT-Sicherheitsvorfällen keinen Plan, in welchen Schritten wie zu reagieren ist. Auch würde jedes vierte Unternehmen versuchen, IT-Sicherheitsvorfälle geheim zu halten, wie eine Umfrage jetzt ergab.
Der unzureichende Austausch zwischen Institutionen, Behörden und Unternehmen bei IT-Attacken spielt den Cyberkriminellen in die Hände.
Der unzureichende Austausch zwischen Institutionen, Behörden und Unternehmen bei IT-Attacken spielt den Cyberkriminellen in die Hände.
Obschon den meisten Unternehmen die Bedrohungslage durch die Cyberkriminalität für die Sicherheit von Daten und IT-Systemen wohl bewusst ist, wird der Ernstfall nach wie vor in vielen Unternehmen lieber verdrängt. Das zeigen die Ergebnisse einer im Auftrag des Hightech-Branchenverbandes BITKOM durchgeführten Umfrage unter 800 Unternehmen. So gaben zwar 57 Prozent der Firmen quer durch alle Branchen und Unternehmensgrößen an, dass sie das Risiko, Opfer von Cyberattacken zu werden, als eine reale Gefahr einstufen. Zugleich ist jedoch nur gut die Hälfte der befragten Unternehmen auf IT-Angriffe oder andere die Datensicherheit und Handelsfähigkeit des Unternehmens gefährdende IT-Notfälle vorbereitet. Beim Rest dagegen, nämlich 45 Prozent der Unternehmen, existiert noch nicht einmal ein IT-Notfallplan, aus dem hervorgeht, was in welchem Schadensfall zu tun und wer zu informieren ist.

„Es ist erschreckend, wie viele Unternehmen sich auf IT-Angriffe und Notfälle nur unzureichend vorbereitet haben“, kommentierte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf auf der CeBIT die Umfrageergebnisse. Um die Folgen eines Sicherheitsvorfalls so weit wie möglich minimieren zu können, sei ein IT-Notfall für Unternehmen Kempf zufolge oberstes Gebot. In diesem Kontext zeigt ein weiteres Ergebnis, dass IT-Sicherheitsvorkommnisse alles andere als Einzelfälle sind. So erklärten vier von zehn befragten Unternehmen (40%), bereits von Cyberattacken oder ähnlichen Sicherheitsvorfällen betroffen gewesen zu sein. Bei jedem zehnten Unternehmen war dies sogar zehn Mal oder häufiger der Fall.

Um die Cyberkriminalität so effektiv wie möglich bekämpfen zu können, sind Behörden, Polizei und sonstige mit IT- und Online-Kriminalität befasste Organisationen allerdings auf die Zusammenarbeit mit betroffenen Unternehmen angewiesen. „Um alle Beteiligten schützen zu können, brauchen wir Informationen über konkrete, aktuelle IT-Angriffe“, so Kempf. Der Befragung nach zeigt sich ein großer Teil der Unternehmen für eine solche Zusammenarbeit auch offen. So gaben fast drei Viertel der befragten Firmen an, dass ihre Bereitschaft, bei Sicherheitsvorfällen mit Polizei und Behörden zusammenzuarbeiten, hoch bis sehr hoch sei. In der Praxis aber scheuten nach Erfahrungen des BITKOM immer noch zu viele Unternehmen einen solchen Austausch. Grund hierfür sei zumeist die Angst vor einem Image- und Reputationsverlust. So räumte denn auch immerhin gut jedes vierte Unternehmen ein, dass es bei einem Cyberangriff oder IT-Sicherheitsleck ein Unterrichten von Behörden oder anderen Anlaufstellen „vermeiden“ würde – sprich versuchen würde, den Mantel des Schweigens darüber zu legen.

Dem Verband nach gelte es deshalb dafür zu sorgen, dass Unternehmen auf freiwilliger Basis und gegebenenfalls auch anonym entsprechende IT-Sicherheitsvorfälle melden können. „Es sollte zur Selbstverständlichkeit werden, die Behörden oder andere Stellen über IT-Sicherheitsvorfälle zu informieren und Erfahrungen auszutauschen“, so der BITKOM.  Dem Verband zufolge würden davon Staat und Wirtschaft gleichermaßen profitieren, da Unternehmen und Behörden dadurch stets ein aktuelles Bild der Lage hätten und in Krisenfällen schneller und adäquater regieren können.
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