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DVE Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.
Pressemitteilung

Schule heute: So gelingt Inklusion mit Ergotherapeuten

Der Umbau von Regelschulen zu inklusiven Schulen ist für Schulleitung und Lehrer oft eine Herausforderung; viele gute Ideen und Veränderungen sind nötig, damit inklusive Schule funktioniert.
(PM) Karlsbad, 20.09.2016 - Ergotherapeuten ergänzen immer häufiger das Team aus Lehrern, denn sie ermöglichen insbesondere Kindern mit Handicap, sich schnellstmöglich selbstständig im schulischen Umfeld zurechtzufinden. „Unser Schwerpunkt ist Beratung und Coaching. Werden an der Schule Kinder mit einer Behinderung angemeldet, tauschen wir uns ganz früh mit den Lehrern aus. Finden heraus, ob und welches Wissen sie im Umgang mit Kindern mit einer bestimmten Problematik haben, wo Aufklärungsbedarf besteht.“, schildert Anja Blum, DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.), eine Aufgabe von Ergotherapeuten an inklusiven Schulen, damit zum Beginn des neuen Schuljahres Souveränität und eine freundliche Willkommensatmosphäre im Klassenzimmer herrschen. Lehrer in der Regelschule haben häufig keine einschlägigen Erfahrungen. Ergotherapeuten erlangen durch ihre Ausbildung medizinische und sozialwissenschaftliche Kenntnisse, erlernen Elemente aus der Pädagogik, Psychologie und Soziologie. „Das zentrale Ziel einer ergotherapeutischen Behandlung ist immer, Menschen mit einer Erkrankung oder einem Handicap, sei es zeitweilig oder dauerhaft, einen funktionierenden Alltag zu ermöglichen. Das ist ein weiterer Grund, warum wir Lehrern kompetent vermitteln können, was Kinder mit Handicap brauchen.“, erklärt Anja Blum.

Gemeinsam mit den Lehrern finden Ergotherapeuten Lösungen

Ergotherapeuten arbeiten ressourcenorientiert, geben den Lehrern keine Ergebnisse oder Verhaltensweisen vor. Auf Augenhöhe und durch geschickte Fragetechniken entwickeln sie gemeinsam, basierend auf deren vorhandenen methodischen Fähigkeiten und Wissen, mit den einzelnen Lehrern passende Lösungen für das Geschehen im Klassenzimmer. Die Lehrer setzen das Ganze mit ihren Schülern um, legen gemeinsam Regeln fest oder erklären beispielsweise, dass jedes Kind, mit oder ohne Beeinträchtigung, selbst sagt, wann es Hilfe braucht. Und dass es keine Hilfe möchte, wenn es nichts sagt. Denn jedes Kind hat das Bedürfnis möglichst autark zu sein. Aber auch integriert, akzeptiert. Und vor allem: gemocht zu werden.

Ergotherapeuten unterstützen das spielerische Integrieren aller Kinder...

Wie es gehen kann, spielerisch Inklusion und Sympathie für den anderen zu entwickeln, zeigt sich eben da: im Spiel. Kein Kind – und das gilt auch für Kinder ohne Beeinträchtigung oder Behinderung – soll die Pause alleine verbringen, wenn es das nicht möchte. Ergotherapeuten gehen über Interessen, schauen welche Freizeitaktivitäten verbinden die Kinder. Und denken sich gemeinsam mit den Lehrern für jede Hofpause beispielsweise Stationen mit Spielen oder Betätigungen aus. Um Kinder mit Handicap leicht zu integrieren, sprechen sie zuvor mit allen, machen klar, dass zum Beispiel das autistische Kind nicht angefasst werden möchte, was beim Fangenspielen nötig wäre. Sie erklären, warum das so ist und überlegen gemeinsam: „Was könnte ein Zeichen sein, das ‚gefangen‘ bedeutet?“ Auch begleiten entweder Ergotherapeuten oder ein Lehrer die Pause, leiten die Kinder zu der von ihnen gewünschten Station. So bleibt kein Kind am Rande und die erlernte Rücksichtnahme und Empathie für andere überträgt sich – in den Unterricht und selbstverständlich auch nachhause.

… und arbeiten Hand in Hand mit Lehrern für individuelles Lernen

Das Kerngeschehen in der Schule ist das Lernen. Damit die Kinder ohne Behinderung nicht gebremst werden, die Kinder mit einer Beeinträchtigung aber ebenfalls vom Unterricht profitieren, sind Anpassungen nötig. Ergotherapeuten erarbeiten gemeinsam mit den Lehrern Problemlösungsstrategien, bearbeiten Aufgabenstellungen, entwickeln gemeinsam Ideen. Ersetzen Text durch Zeichen, reduzieren die Schwierigkeit oder den Gebrauch von Hilfsmitteln wie Lexika und anderen Recherchemöglichkeiten. So lernen alle im selben Themenfeld, jedoch mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Auch im Unterricht sind Ergotherapeuten dabei und schauen, wie die Kinder arbeiten. Sehen so, welches Kind Probleme hat: bei Konzentration, Arbeitstempo, Arbeitsverhalten. Und gehen dann in die weitere Analyse, dokumentieren: Wie lange und bei welchen Arbeitstypen arbeitet das Kind konzentriert. Fängt es nicht an, macht es ab einem bestimmten Punkt nicht weiter, machen ihm Aufgaben Probleme, bei denen es viel lesen muss oder rechnen? Nur die detailgenaue Aufschlüsselung der Schwierigkeiten lässt eine individuelle Lösung, die in Absprache oder gemeinsam mit den Lehrern ausgearbeitet wird, zu. Und sorgt dafür, dass keine unnötige Kapazität der Lehrer abgezogen wird, sondern sie sich gleichermaßen allen Kindern und dem Lernfortschritt der Klasse widmen können.

Informationsmaterial zur Ergotherapie erhalten Interessierte bei den Ergotherapeuten vor Ort; diese sind über die Therapeutensuche im Navigationspunkt „Service“ des DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.) auf www.dve.info zu finden. Zur Kampagne, die das breite Spektrum von Ergotherapeuten zeigt, geht es hier entlang: www.volle-kraft-im-leben.de
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Der Deutsche Verband der Ergotherapeuten e.V. (DVE) ist seit seiner Gründung im Jahre 1954 der maßgebliche Berufsverband aller Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten in Deutschland. Zu seinen mehr als 12.000 Mitgliedern zählen in ...
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