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Schöne neue Welt - Immer mehr Leistungsträger kehren Deutschland den Rücken

(PM) Berlin/Düsseldorf, 12.11.2009 - Berlin/Düsseldorf, 9. November 2009 - „Der Letzte macht das Licht aus!“ möchte man laut rufen, wenn man die vermeintlichen Auswandererwellen im deutschen Fernsehen beobachtet. „Goodbye Deutschland“ oder „Mein neues Leben“ sind nur zwei Titel von Dokumentationen, die deutsche Auswanderer für die in der Republik zurückgebliebenen Couch-Potatoes mittlerweile über Jahre begleiten – ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, nach Fernost, Afrika oder Skandinavien. Man kennt sich mittlerweile, allen voran den in Texas heimisch gewordenen hanseatischen Neu-Cowboy Konny Reimann, der das Fernweh-Herz berührt. Gleichwohl sind es nicht die Auswanderer, die die vom Statistischen Bundesamt www.destatis.de ermittelten Rückgang der Bevölkerung zu verantworten haben.

Die Suedeutsche Zeitung www.sueddeutsche.de gibt nämlich Entwarnung in Sachen Auswanderung: Demnach „zeigen sämtliche Statistiken eine seit Jahrzehnten stabile Auswanderungsrate: Seit mehr als 20 Jahren liegt sie konstant bei 0,8 Prozent.“ SZ-Autorin Jutta Pilgram bezieht sich dabei auf eine Emigrations-Studie auf Basis ausgewählter Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP), einer am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) www.diw.de angesiedelten Wiederholungsbefragung von 11.000 deutschen Haushalten. „Grundsätzlich gilt: Je jünger jemand ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er ins Ausland zieht. Zudem sind Auswanderer häufiger weiblich, Akademiker und kinderlos“, so die Tageszeitung. Und vor allem in „bevorzugten Auswanderungsländern - der Schweiz, Österreich und den USA - hätten es Akademiker außerdem viel leichter als andere, einen neuen Job zu finden.“ Dabei gibt es offensichtlich „meistens nicht den einen Grund zur Auswanderung. Wer eine solch folgenschwere Entscheidung fällt, hat dafür meist mehrere, zusammenhängende Gründe“, sagt Studienautor Marcel Erlinghagen. Diese Gründe seien meistens sowohl privater als auch beruflicher Natur. Auffällig ist aber, dass die Zufriedenheit mit der eigenen wirtschaftlichen Lage meist keine Rolle spielt.

„Die Folgen der Auswanderungswelle werden in Politik und Wissenschaft kontrovers diskutiert. Die einen befürchten den sogenannten Brain Drain und glauben, dass Deutschland geistig veröde. Vor allem die gut Qualifizierten gehen, die Leistungsstarken, Selbstbewussten, Risikobereiten“, berichtete die Wirtschaftswoche www.wiwo.de. „Diese Talente fehlen der Wissenschaft als Ideenlieferanten und Lehrende, sie fehlen den Unternehmen als Fachkräfte, sie fehlen dem Staat als Steuerzahler, dem Standort als Gründer. Und sie fehlen der Gesellschaft als Vorbilder“, heißt es dort. Und wenn die Auswanderer „erst einmal das Land verlassen haben und ihnen die Integration in der Fremde gelungen ist, dann will fast die Hälfte nicht mehr zurück“, so das Magazin.

Dass besonders gut ausgebildete Young Professionals und damit diejenigen, die den Innovationsmotor am Laufen halten sollten, dem Ruf der schönen neuen Welt folgen, liegt nach Ansicht von Personalexperte Udo Nadolski vom auf Technical Recruitment und Outsourcing Services spezialisierten Beratungshaus Harvey Nash www.harveynash.de in Düsseldorf an den bisweilen wenig verlockenden Karriereaussichten in Deutschland: „Wir bekommen ein Problem, wenn einerseits immer mehr gut ausgebildete Deutsche aus Frust darüber, dass Leistungsträger in Deutschland nicht genug gefördert werden, ins Ausland gehen, die Politik aber andererseits kein Konzept entwickelt, wie wir hervorragend ausgebildete ausländische Experten ins Land bekommen. Für Spitzenkräfte sind die Schweiz, die USA, Kanada, Österreich, Polen oder Großbritannien teilweise einfach attraktiver als Deutschland“, so Nadolski. Wer auf manchen Wissenschaftsgebieten der Zukunft, beispielsweise der Bio- oder Nanotechnologie, eine adäquate Forschungsmöglichkeit suche, laufe gegen eine Wand von Bedenken und Verboten. Hinzu komme die Unterfinanzierung der Grundlagenforschung an Universitäten und Forschungseinrichtungen. Im Gegensatz dazu böten sich an ausländischen Instituten, besonders in den Vereinigten Staaten, nahezu paradiesische Zustände. „Eine Meldung von KLARTEXT ONLINE. Für den Inhalt ist KLARTEXT ONLINE verantwortlich.
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