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Schadensersatz nach Beckenendlagengeburt für Eltern und deren behinderte Kinder

Die bekannte Patientenanwältin Astrid Maigatter-Carus aus Euskirchen hilft Eltern bei der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen nach Beckenendlagengeburt
(PM) Bonn, 19.04.2011 - Rechtsanwältin Astrid Maigatter-Carus klärt regelmäßig für Familien mit behinderten Kindern wichtige Fragestellungen, hilft weiter und begleitet die Familien durch Prozesse – immer mit dem Fokus auf das Interesse der behinderten Kinder. Andrea Moersdorf führt zu diesem komplexen Thema das Interview mit Astrid Maigatter-Carus

Moersdorf
Frau Maigatter-Carus, bitte erläutern Sie unseren Lesern kurz die Beckenendlagengeburt.

Maigatter-Carus
In der Regel wird ein Baby aus der sog. Kopflage, bei der das Köpfchen als erstes den Geburtskanal verlässt, geboren.

Anders ist dies bei der Beckenendlagengeburt. Bei dieser liegt der Steiß vorne, was zur Folge hat, dass bei einer natürlichen Entbindung zuerst der Körper geboren wird und zuletzt das Köpfchen. Die Beckenendlage wird deshalb auch als Steißlage bezeichnet.

Moersdorf
Wenn die Situation der Beckenendlagengeburt eintritt, was ist zu tun?

Maigatter-Carus
Hier ist ärztliches Eingreifen regelmäßig erforderlich, um das Kind zügig zu entwickeln. Mit der Geburt des Körpers wird nämlich die Sauerstoffversorgung des Kindes unterbrochen, da die Nabelschnur zwischen dem Hals des Kindes und dem Muttermund eingeklemmt wird. Es kommt zwangsläufig zu einer Minderversorgung des Kindes mit Sauerstoff. Deshalb muss das Kind in kurzer Zeit vollständig geboren werden. Dazu wendet der Geburtshelfer spezielle geburtshilfliche Handgriffe an. Gelingt die rasche und planmäßige Entwicklung des Kindes nicht, können schwerste Hirnschäden aufgrund von Sauerstoffunterversorgung resultieren.

Moersdorf
Mit welchen Risiken ist in einer solchen Ausgangslage noch zu rechnen?

Maigatter-Carus
Oft kommt es auch zu schweren traumatischen Schäden, wenn der Geburtshelfer in Panik gerät und am kindlichen Kopf zerrt, um diesen möglichst schnell entwickeln. Zu nennen sind hier intrakranielle Blutungen bei zu schneller Kopfdekompression bei Entwicklung des Kindes sowie Gefügelockerungen in der Wirbelsäule, Verletzungen der Halswirbelsäule, des Pharynx, und des Humerus, Clavicula- ¬und Femurfrakturen sowie Erb’sche Lähmungen durch Zug an der Halswir¬belsäule und Verletzung des Plexus brachialis.

Moersdorf
Wie kann man Ihrer Ansicht nach das Risiko für Mutter und Kind minimieren oder vermeiden?

Maigatter-Carus
Diese Risiken können durch den so genannten primären Kaiserschnitt, d.h. eine Schnittentbindung vor Beginn der Wehen, weitestgehend vermieden werden.

Moersdorf
Die Entscheidung über die Art und Weise der Geburt muss gegebenenfalls und je nach Situation sehr schnell getroffen werden. Welche Entscheidungshilfe bekommen hier die werdenden Eltern?

Maigatter-Carus
Von entscheidender Bedeutung ist in einem solchen Fall die Aufklärung der werdenden Mutter über die Risiken der Beckenendlage. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Risiken von den Ärzten häufig bagatellisiert werden. Die Eltern werden oft damit beruhigt, dass man ja jederzeit einen Kaiserschnitt machen könne, wenn Probleme auftreten. Es wird deshalb der Rat erteilt, die vaginale Entbindung auf jeden Fall zu versuchen.

Moersdorf
Eine solche falsche „Beratung“ empfinde ich persönlich als geradezu fahrlässig. Wie können sich Eltern denn im Vorfeld informieren, um im Ernstfall richtig entscheiden zu können?

Maigatter-Carus
Die werdenden Eltern müssen sich bewusst machen, dass die Entbindung einer Patientin mit Beckenendlage besondere Anforderungen an die Erfahrung und das Können des Geburtshelfers und an die Versorgung des Neugeborenen stellt. Sie sollten bei der Auswahl der Klinik. in der die vaginale oder abdominale Beckenendlagen‑Entbindung stattfinden soll, folgende Punkte beachten und im Vorfeld der Entbindung auch vom Arzt erfragen:

1. Wird die Geburt von einem erfahrenen Gynäkologen durchgeführt? Wie viele Beckenendlagengeburten nimmt dieser pro Jahr vor?
2. Erfolgt die vaginale Geburt in Sectiobereitschaft, d.h. kann binnen kürzester Zeit ein Kaiserschnitt vorgenommen werden?
3. Ist sichergestellt, dass bei der Geburt ein in der Reanimation von Neugeborenen er¬fahrener Arzt anwesend ist?
4. Ist gewährleistet, dass – sollte es zu Komplikationen kommen – die Versorgung des Neugeborenen durch einen Pädiater erfolgt?
5. Ist im worst case die Verlegung des Neugeborenen in eine neo¬natologische Intensivabteilung zeitnah und ohne größere Fahrtstrecke möglich?

Moersdorf
Immerhin ein schwacher Trost zumindest in finanzieller Hinsicht für das geschädigte Kind dann sorgen zu können.
Vielen Dank für das Interview.
PRESSEKONTAKT
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Frau Karolina Lukasiak
Peenestrasse
53127 Bonn
+49-176-96806036
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