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News, 04.08.2011
Rückläufige Einfuhrpreise
Deutsche Importe werden günstiger
Im Juni sind die Preise für deutsche Importe zum zweiten Mal in Folge auf Monatssicht gesunken. Vor allem die Einfuhrpreise für Getreide gaben deutlich an.
Im Juni lag die Jahresteuerungsrate deutscher Importe so niedrig wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr
Im Juni lag die Jahresteuerungsrate deutscher Importe so niedrig wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr
Die deutschen Außenhandelspreise geben weiter nach. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) fiel der Einfuhrpreisindex im Juni gegenüber Mai um 0,6 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,1 Prozent gerechnet. Im Mai waren die Preise für deutsche Importe im Durchschnitt ebenfalls bereits um 0,6 Prozent gesunken. Auf Jahressicht hat sich der Preisdruck bei den deutschen Einfuhren ebenfalls erneut verringert. So sank die Jahresteuerungsrate im Juni auf 6,5 Prozent und damit den tiefsten Stand seit März 2010 (+5,0%). Im Mai hatte die Jahresteuerung der deutschen Importe noch bei 8,1 Prozent und im April bei 9,4 Prozent gelegen. Der Index der deutschen Ausfuhrpreise blieb im Juni gegenüber Mai konstant und erhöhte sich auf Jahressicht um 3,4 Prozent.  Im Mai und April war das Preisniveau der deutschen Exporte noch 3,8 Prozent bzw. 4,2 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats gelegen.

Preise für Energie-Importe sinken

Rückläufige Einfuhrpreise verzeichneten deutsche Importeure unter anderem bei Energieprodukten, die sich im Juni binnen Monatsfrist erneut im Durchschnitt um 1,8 Prozent verbilligten. Auf Jahressicht verteuerte sich Energie für deutsche Importeure dagegen um 23,8 Prozent. Allerdings hat sich auch hier der Preisanstieg gegenüber Mai (+30,9% gegenüber Mai 2010) verlangsamt. Die höchste Jahresteuerung wies im Juni Rohöl auf, das sich binnen Jahresfrist um 26,5 Prozent verteuerte, allerdings 2,5 Prozent günstiger war als im Mai. Für Erdgas mussten deutsche Importeure 23,5 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat, für Mineralölerzeugnisse 23,2 Prozent mehr als im Vorjahr, wobei auch hier die Einfuhrpreise niedriger lagen als im Mai (Erdgas: -0,4%; Mineralölprodukte: -1,7%). Die Jahresteuerung von Energieprodukten herausgerechnet, hätte die Jahresveränderungsrate der deutschen Einfuhrpreise im Juni nur 4,0 Prozent betragen.

Getreidepreise geben deutlich nach

Die stärkste Entspannung sowohl auf Jahressicht als auch auf Monatssicht registrierten Importeure von Getreide, das sich gegenüber um Mai um 7,8 Prozent verbilligte und im Juni mit 48,1 Prozent eine deutlich geringe Jahresteuerung aufwies als im Mai (+69,2%). Auch bei Rohkaffee hat sich der Preisauftrieb verlangsamt. Hier ging die Teuerung im Juni nach einer Jahresveränderungsrate von 60,5 Prozent im Mai auf 38,8 Prozent zurück (-2,5% gegenüber Mai). Die Preise für Geflügelfleisch stiegen binnen Jahresfrist um 17,5 Prozent (+1,6% gegenüber Mai). Für Rindfleisch mussten Importeure 8,7 Prozent mehr zahlen als im Juni 2010 (-2,6% gegenüber Mai), für importierte Milch und Milcherzeugnisse 9,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat (+0,6% gegenüber Mai).

Im Bereich der Metalle und ihrer Rohstoffe verteuerte sich auf Jahressicht am stärksten Eisenerz mit einer Jahresveränderungsrate von 26,2 Prozent (+0,0% gegenüber Mai). Hier schwächte sich der Preisdruck aber ebenfalls erheblich ab (Mai: +49,1% gegenüber Mai 2010). Die Preise für Nicht-Eisen-Metallerze stiegen binnen Jahresfrist um 10,8 Prozent, gaben gegenüber Mai jedoch leicht nach (-0,6%). Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen kosteten im Juni  6,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, verbilligten sich aber ebenfalls auf Monatssicht um 1,8 Prozent. Für Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug mussten Importeure 11,0 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat (-0,7% gegenüber Mai). Die Preise für importiertes Rohkupfer erhöhten sich auf Jahressicht um 16,4 Prozent (+1,0% gegenüber Mai), die für Rohaluminium um 12,9 Prozent (+0,2% gegenüber Mai).

Im Bereich der chemischen Erzeugnisse waren im Juni vor allem Düngemittel teurer als im Vorjahresmonat. Hier stiegen die Einfuhrpreise gegenüber Mai um 1,5 Prozent und lagen 38,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Importierte Kunststoffe in Primärformen kosteten im Juni ebenfalls deutlich mehr als im Vorjahresmonat (+12,0), verbilligten sich aber gegenüber Mai (-1,3%).
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