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News, 31.03.2015
Immer weniger Gründer
Rückgang der Unternehmensgründungen beschleunigt sich
Der Abwärtstrend bei Unternehmensgründungen in Deutschland setzt sich fort. Bei den Gründungen von kleineren Betrieben zeigt sich im vergangenen Jahr sogar ein regelrechter Einbruch.
Seit dem Jahr 2010 nimmt die Zahl der Gründungen in Deutschland kontinuierlich ab.
Seit dem Jahr 2010 nimmt die Zahl der Gründungen in Deutschland kontinuierlich ab.

Immer weniger Menschen in Deutschland entscheiden sich für eine Selbstständigkeit oder gründen gar eigenes Unternehmen. Wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat, erfolgten im Jahr 2014 insgesamt in Deutschland 585.700 Unternehmensgründungen und Gründungen von Nebenerwerbsbetrieben. Das waren 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr und ist das fünfte Jahr in Folge, in dem Gründungszahlen im Sinkflug sind. Im Jahr 2013 war die Zahl der Gründungen um 0,5 Prozent zurückgegangen, im Jahr davor sogar um 8,9 Prozent. Die Zahl der Gewerbeanmeldungen insgesamt – Neugründungen, Umwandlungen, Zuzüge und Unternehmensübernahmen – summierte sich auf 722.300 und unterschritt das Vorjahresniveau um 4,3 Prozent. Steigende Gründungszahlen gab es zuletzt im Jahr 2009. Hier war die Zahl der reinen Gründungen in Deutschland erstmals seit 2004 um 3,0 Prozent gestiegen.

Einbruch der Gründungen von Kleinunternehmen

Wie aus der Jahresauswertung 2014 hervorgeht, wurden insbesondere Kleinunternehmen erheblich weniger gegründet. In dieser Größenklasse meldeten die Ämter 210.600 Unternehmensgründungen. Das waren 11,5 Prozent weniger als im Jahr davor (2013: 238.00 Gründungen von Kleinbetrieben). Ein Großteil dieses Rückgangs war jedoch dem Einbruch bei den Gründungen von Personen bulgarischer und rumänischer Nationalität geschuldet, deren Zahl um 40 Prozent auf 28.000 einbrach. „Der Grund für diesen Rückgang dürfte die seit 1. Januar 2014 geltende uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit für Staatsangehörige aus Bulgarien und Rumänien gewesen sein. Seitdem können Bürger dieser beiden EU-Mitgliedstaaten ohne Beschränkungen eine abhängige Beschäftigung in Deutschland aufnehmen“, so das Statistikamt.

Auch Unternehmen, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen, wurden deutlich weniger gegründet. Hier ging die Zahl der Gewerbeanmeldungen 2014 um 3,7 Prozent auf 124.000 zurück. Lediglich die Gründungen von Nebenerwerbsbetrieben zeigten einen leichten Aufwärtstrend. Ihre Zahl erhöhte sich mit 251.100 Gründungen im Jahresvergleich um 0,9 Prozent (2013: 248.900). Im Vorjahr hatte allerdings die Zahl der Gründungen als Nebenerwerb noch um 3,2 Prozent zugelegt.

Deutlicher weniger Liquidationen größere Betriebe


Den Unternehmensgründungen standen insgesamt im Jahr 2014 rund 556.700 vollständige Unternehmensaufgaben beziehungsweise –schließungen gegenüber. Das waren fast genauso viele wie im Vorjahr (- 0,2 % gegenüber 2013). Bei den Schließungen von wirtschaftlich bedeutsameren Unternehmen zeigte sich jedoch ein deutlicher Rückgang. In dieser Größenklasse ging die Zahl der Unternehmenssaufgaben mit 111.200 Liquidationen um 4,3 Prozent zurück. Die Zahl der Kleinunternehmen, die im Jahr 2014 geschlossen wurden, lag mit 272.300 Gewerbeabmeldungen um 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Bei den Nebenerwerbsbetrieben zeigte sich dagegen eine gegenläufige Entwicklung. Hier nahm die Zahl der Aufgaben mit 272.300 Fällen um 4,4 Prozent zu. Die Gesamtzahl der Gewerbeabmeldungen lag mit 693.500 geringfügig unter dem Niveau des Jahres 2013.

cs/Destatis

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