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News, 22.09.2010
Renteneintritt
Jeder Zweite geht schon vor der Zeit in Rente
Die Hälfte aller deutschen Arbeitnehmer scheidet früher als gesetzlich vorgesehen aus dem Arbeitsleben aus. Fast ein Viertel muss aufgrund von Krankheit früher in Rente gehen.
Im Hoch- und Tiefbau hielt gerade einmal jeder dritte Arbeitnehmer bis zum regulären Renteneintrittsalter durch. Fast die Hälfte schied schon vor der Zeit aufgrund von Krankheit aus.
Im Hoch- und Tiefbau hielt gerade einmal jeder dritte Arbeitnehmer bis zum regulären Renteneintrittsalter durch. Fast die Hälfte schied schon vor der Zeit aufgrund von Krankheit aus.
Von wegen Rente mit 65, geschweige denn mit 67 – für jeden zweiten Deutschen ist schon sehr viel früher mit der Arbeit Schluss. In der Mehrzahl der Fälle erfolgt der Schritt ins vorzeitige Rentnerdasein alleine aus gesundheitlichen Gründen. Das geht aus einer Untersuchung des Statistischen Bundesamtes hervor, demnach 2008 in Deutschland 22,7 Prozent der deutschen Arbeitnehmer, die in Rente gingen, ihren Job aufgrund von Krankheit an den Nagel hingen. Betrachtet man die Zahl der deutschen Rentner insgesamt, fällt dieser Anteil sogar noch höher aus. So lag der Anteil der deutschen Rentner, die wegen Krankheit aus dem Arbeitsleben ausgeschieden waren, im Jahr 2009 bei 28,7 Prozent. Weitere 22,2 Prozent waren bereits im Vorruhestand gewesen oder aus der Arbeitslosigkeit in Rente gegangen. Einen regulären, das heißt rein altersbedingten Übergang ins Rentnerleben wies hingegen im vergangenen Jahr gerade mal die Hälfte aller deutschen Rentner auf.

Im Durchschnitt lag das Renteneintrittsalter dem Statistikamt zufolge 2008 bei jenen, die aus Altersgründen ihre Erwerbsleben beendeten, bei 63,5 Jahren. Die meisten Arbeitnehmer scheiden allerdings schon deutlich früher aus dem Arbeitsleben aus. So war 2009 gerade einmal rund ein Viertel aller 64-Jährigen in Deutschland noch beruflich tätig. Bei den 65-Jährigen galt dies sogar für nurmehr jeden Neunten (11,6%). Der Anteil älterer Arbeitnehmer aber steigt. „Die Erwerbsbeteiligung hat in den vergangenen zehn Jahren in allen Alterstufen ab 40 Jahren zugenommen. Im Alter von 58 bis 64 Jahren legten im Zehnjahresvergleich die Erwerbsquoten jeweils um mehr als zehn Prozentpunkte zu und für die 60- bis 62-Jährigen sogar um mehr als 20 Prozentpunkte“, konstatierte das Statistikamt. Bei jenen, die indes aufgrund von Krankheit vorzeitig in den Ruhestand gehen mussten, lag das Renteneintrittsalter 2009 im Schnitt bei 55,1 Jahren und damit um 8,5 Jahre unter dem der regulären Altersruheständler.

MINT-Fachkräfte am seltensten von Frühverrentung betroffen

Wie die Untersuchung aufzeigt, variiert das Risiko, aufgrund gesundheitlicher Schädigungen die Erwerbstätigkeit nicht bis zum regulären Renteneintrittsalter ausführen zu können, stark nach Art der ausgeübten Tätigkeit. Den höchsten Anteil an von gesundheitsbedingter Frühverrentung Betroffenen weisen erwartungsgemäß Berufe, die mit Schwerstarbeit einhergehen, auf. Negativer Spitzenreiter waren hier 2009 Berufe im Bereich des Hoch- und Tiefsbau, wo fast jeder zweite Arbeitnehmer (46,9%) aus gesundheitlichen Gründen früher aus dem Arbeitsleben ausschied. Auch in den Ausbauberufen, zu denen unter anderem Fließleger und Heizungsbauer zählen, und bei den Polsterern war aufgrund von Krankheit für fast jeden Zweiten (45,4%) vor der Zeit beruflich Schluss. Auf den weiteren Plätzen folgten Maler und Lackierer (39,5%) sowie Hilfsarbeiter (36,4%). Am geringsten war die Quote der gesundheitlich bedingten Frührentner in so genannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik): Hier schied lediglich rund jeder Siebte (14,6%) wegen Krankheit früher aus. In den typischen Büroberufen sowie bei Künstlern und Autoren fiel der Anteil der von Frühverrentung Betroffenen dagegen deutlich höher aus (22,2% bzw. 19,9%).
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