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News, 26.11.2012
PwC-Studie
Deutschlands Familienunternehmen trotzen Krise
Mehr als drei Viertel der deutschen Familienunternehmen sind in diesem Jahr gewachsen. Die meisten sehen sich auch weiterhin auf Wachstumskurs, hat eine Studie jetzt ermittelt.
Die meisten Familienunternehmen sehen sich gut aufgestellt und blicken daher zuversichtlich in die Zukunft.
Die meisten Familienunternehmen sehen sich gut aufgestellt und blicken daher zuversichtlich in die Zukunft.

Deutschlands Familienunternehmen erweisen sich als wachstumsstark und  äußerst krisenresistent. Das zeigen die Ergebnisse der Studie „Die Zukunft von Familienunternehmen – der Kern der Wirtschaft“ der der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Danach verzeichneten fast vier von fünf Familienunternehmen in Deutschland binnen der vergangenen zwölf Monate ein Umsatzwachstum. Lediglich ein Zehntel verbuchte einen Umsatzrückgang. Damit schlugen sich die deutschen Familienbetriebe deutlich besser als ihre internationale Konkurrenz: Im weltweiten Durchschnitt der Familienunternehmen lediglich zwei Drittel (65%) beim Umsatz zu. Der Anteil der Umsatzverlierer liegt weltweit mit einem knappen Fünftel sogar rund doppelt so hoch wie der in Deutschland. Die absolute Mehrheit der Familienunternehmen geht auch davon aus, dass sich das Wachstum fortsetzt, wobei gut acht von zehn befragten Firmen in den kommenden zwölf Monaten ein eher kontinuierliches Umsatzwachstum (82%) erwarten, während weitere drei Prozent sogar mit einem sprunghaften Umsatzanstieg rechnen.

Deutsche Familienunternehmen profitieren vom Export

Für das gute Abschneiden deutscher Familienunternehmen gibt es PwC zufolge mehrere Gründe. „Wesentlich ist die langfristige, meist generationenübergreifende Ausrichtung, die das Selbstverständnis der Unternehmen in Deutschland weitaus stärker prägt als im weltweiten Durchschnitt“, erläutert Dr. Peter Bartels, PwC-Vorstand und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand. „Hinzu kommen ihre Flexibilität, Innovationskraft und die stärkere regionale Diversifizierung, die deutsche Familienunternehmen unabhängiger von der Konjunkturentwicklung in einzelnen Regionen macht“, so Bartels weiter. So ergab die Studie letzteres betreffend, dass in Deutschland mittlerweile mehr als acht von zehn Familienunternehmen ihren Umsatz auch zum Teil im Ausland genieren (82%). Weltweit gilt dies nur für rund zwei Drittel der Familienbetriebe (67%). Weitere zwei Prozent der deutschen Familienunternehmen planen mittelfristig aktuell bereits den Gang ins Ausland. Lediglich 14 Prozent sind fest entschlossen, auch noch in fünf Jahren allein im heimischen Markt aktiv zu sein (weltweit: 26%).

Fachkräftemangel Sorgenthema Nr. 1

Die größte unternehmerische Herausforderung sehen Familienunternehmen in Deutschland zurzeit im Fachkräftemangel. Während in der Vorgängerstudie im Jahr 2010 erst 38 Prozent die Deckung des Bedarfs an Fach- und Führungskräften als Problem einstuften, gilt dies inzwischen für fast jeden zweiten Familienbetrieb (47%). Damit steht der „war for talents“ bei den Sorgenthemen derzeit auf Platz 1. Zunehmend Sorge bereitet auch die Eurokrise, demnach die Frage, wie es mit der Eurozone weitergeht, in 31 Prozent der Firmen ein zentrales Thema ist. Was die Entwicklung der Marktkonditionen dagegen angeht, haben sich die Sorgen in den letzten beiden Jahren deutlich abgeschwächt. So verringerte sich der Anteil der Familienunternehmen, die hier eine Negativentwicklung fürchten, von 59 auf 43 Prozent. Die veränderte Risikowahrnehmung schlägt sich auch in einer anderen Prioritätensetzung nieder. Dies zeigt sich unter anderem beim Thema Kostenmanagement: Während dieses PwC zufolge vor zwei Jahren noch in 31 Prozent der deutschen Familienunternehmen als besonders wichtig galt, stufen aktuell nur sieben Prozent das Kostenmanagement als ein zentrales Thema ein.

Externe Unternehmensnachfolge nur für eine Minderheit ein Thema

Bei der Regelung der Unternehmensnachfolge setzen die mit Abstand meisten deutschen Familienunternehmen weiterhin auf eine familieninterne Lösung. Gut vier von fünf befragten Familienbetrieben planen hier mit dem Familiennachwuchs. Einen Verkauf des Unternehmens oder Börsengang dagegen ziehen aktuell nur sieben Prozent der deutschen Familienunternehmen in Betracht. Die internationale Konkurrenz zeigt sich für Lösungswege abseits der Familie deutlich offener: Im weltweiten Durchschnitt rund jeder sechste Familienbetrieb (17%) eine Veräußerung des Unternehmens in Erwägung. Eine familieninterne Übergabe planen weltweit dagegen lediglich zwei Drittel der Familienunternehmen.

Im Hinblick auf externe Führungskräfte herrscht dagegen in den meisten Unternehmen große Offenheit. So finden sich in sechs von zehn Familienunternehmen externe Manager im Kreis der Unternehmensführung. Gut jedes fünfte deutsche Familienunternehmen überlässt das operative Geschäft sogar allein externen Führungskräften. Auf der Eigentümerseite bleiben Deutschlands Unternehmerfamilien jedoch lieber unter sich: Während weltweit in fast drei von zehn Familienunternehmen externe Manager Gesellschaftsanteile halten, ist dies in Deutschland derzeit lediglich bei jedem zehnten Familienbetrieb der Fall. Rund jeder neunte Familienbetrieb in Deutschland erwägt zumindest in den kommenden fünf Jahren, familienfremde Manager am Unternehmen zu beteiligen.

„Viele Familienunternehmen sehen von einer Beteiligung externer Manager ab, weil sie einen Identitätsverlust fürchten“, erläutert Bartels. „Allerdings bleibt damit die große Chance ungenutzt, Spitzenkräfte dauerhaft an Familienunternehmen zu binden“, so der PwC-Vorstand.

Die Studie „Die Zukunft von Familienunternehmen - der Kern der Wirtschaft“ basiert auf dem „Global Family Business Survey 2012“, den PwC in diesem Jahr nach 2006, 2008 und 2010 zum vierten Mal erhoben hat. An der weltweiten Umfrage im Sommer 2012 beteiligten sich rund 2.000 Familienunternehmen, darunter 100 aus Deutschland. Der aktuelle „Global Family Business Survey“ ist unter www.pwc.de/family-business-survey kostenfrei erhältlich.

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