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News, 16.04.2010
Prognose
Trübe Aussichten für die deutsche Bauwirtschaft
Rückgang der öffentlichen Bauinvestitionen für mehrere Jahre, ein leichtes jährliches Wachstum im Wohnungsbau und minimale Zuwächse im gewerblichen Bau – die heute vom Münchener ifo Institut veröffentlichte Prognose zu den Wachstumsperspektiven für deutsche Bauwirtschaft fällt eher trüb aus.
Nach einer Prognose des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) wird sich das Bauvolumen in Deutschland bis 2019 im Durchschnitt jährlich um rund ein halbes Prozent erhöhen. Bezogen auf die einzelnen Sparten wird die Entwicklung allerdings recht unterschiedlich ausfallen: Während der Wohnungsbau in der kommenden Dekade jährlich durchschnittlich um etwa ein Prozent zulegen wird und die Wachstumsraten im gewerblichen Wirtschaftsbau zumindest noch leicht im positiven Bereich liegen werden, ist bei den öffentlichen Bauvorhaben mit einem jährlich Rückgang um knapp ein halbes Prozent rechnen, so das Ergebnis der aktuellen Bauvorausschätzung des ifo Institus.

Belebung im Wohnungsbau

Obschon der Wohnungsbau noch unter den Folgen der Wirtschaftskrise leidet und sich viele private Haushalte dem ifo Institut zufolge um ihr künftiges Einkommen sorgten, was wiederum negative Auswirkungen auf die Baunachfrage habe, deute sich inzwischen eine Trendwende an. So zeigten etwa die Ergebnisse der ifo Architektenumfrage - trotz eingeschränkter Neubauförderung und verringerter Abschreibungsmöglichkeiten - eine wachsende Nachfrage nach Planungsleistungen für den Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern. Zudem schätzten die am ifo Konjunkturtest teilnehmenden Wohnungsbauunternehmen ihre Geschäftsaussichten seit dem Tiefpunkt der Krise Anfang 2009 kontinuierlich besser ein.

„Langfristig wird der Wohnungsneubau von der weiter steigenden Anzahl von Haushalten profitieren. Aufgrund des anhaltenden Trends zur Singularisierung dürfte diese - trotz gleichzeitig sinkender Gesamtbevölkerung - weiter zunehmen. Bis 2020 werden auf diese Weise pro Jahr durchschnittlich knapp 40.000 Wohnungsnachfrager hinzukommen“, so das Wirtschaftsforschungsinstitut. Darüber hinaus wird das Wohnungsbauvolumen bis 2019 von den beim alternden Gebäudebestand immer umfangreicheren Sanierungsmaßnahmen getrieben werden. In diesem Kontext wird dem Institut zufolge insbesondere die energetische Sanierung weiter an Bedeutung gewinnen.

Rückgang der öffentlichen Bauausgaben

Laut ifo Institut profitiert der öffentliche Bau gegenwärtig von den laufenden Konjunkturprogrammen. So stiegen die öffentlichen Bauinvestitionen im Jahr 2009 um etwa 4,5 Prozent. Da die Investitionsprogramme in diesem Jahr ihre volle Wirkung entfalten werden, sei 2010 sogar mit einem Wachstum von über zehn Prozent zu rechnen. Ab 2011 wird mit dem Wachstum aber Schluss sein. Laut Prognose werden dann die öffentlichen Bausausgaben über einen längeren Zeitraum sinken. Zum einen, weil die Konjunkturmaßnahmen ausliefen. Zum anderen, weil im Verkehrsbereich viele Bauprojekte zeitlich vorgezogen wurden und diese in den nächsten Jahren fehlen werden. Den wichtigsten Grund für die zu erwartende Investitionsrückhaltung sieht das ifo Institut allerdings in der desolaten Haushaltslage der öffentlichen Hand. Erschwerend hinzu kommt dem Bericht zufolge die Umsetzung der gesetzlich verankerten Schuldenbremse, die auf Bundes- und Länderebene langfristig ebenfalls negativ auf die Bauinvestitionen wirken dürfte.

Tiefbau mit besseren Perspektiven als Hochbau

Der ifo Prognose zufolge wird der gewerbliche Bau den zurückliegende Einbruch der deutschen Wirtschaft erst im laufenden Jahr voll zu spüren bekommen. Nachdem 2009 noch eine Vielzahl bereits begonnener Bauvorhaben abgearbeitet werden konnte, seien derzeit nur noch wenige Projekte in Vorbereitung. Grund hierfür ist, dass im Hochbau zum einen im vergangenen Jahr deutlich weniger Flächen genehmigt wurden und zum anderen 2010 das Volumen an neuen, aktuellen Bauaufträgen in dieser Sparte gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken ist. „Die allenfalls moderaten Konjunkturaussichten dürften mittelfristig nur wenige Firmen zu Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen veranlassen“, heißt es im Bericht. Im gewerblichen Tiefbau dagegen sei der Rückgang der Bauleistungen infolge der Wirtschaftskrise deutlich weniger stark ausgeprägt, da dieser Bereich von den notwenigen Investitionen in die Telekommunikations-, Energie- und Eisenbahnnetze profitiere. „Insbesondere für die Umstellung auf erneuerbare Energien und die daraus resultierende Anpassung des Stromnetzes sind in den kommenden zehn Jahren erhebliche Investitionen notwendig“, so das ifo Institut.

[Quelle: ifo Institut]
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