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News, 10.12.2009
Prognose
Arbeitsklima wird für Unternehmenswachstum wichtiger als IT
Der wichtigste Hebel für das Wachstum und die Produktivität von Unternehmen wird künftig nicht mehr die IT sein, sondern die Verbesserung der Arbeitswelt, prognostiziert der Zukunftsforscher Erik Händeler.

Nach einer repräsentativen Studie aus dem Jahr 2006, für die vom Marktforschungsinstitut psychonomics (Köln) mehr als 37.000 Beschäftigte in 314 Unternehmen aus den zwölf größten Branchen befragt wurden, ist die Unternehmenskultur für bis zu 31 Prozent des finanziellen Erfolges von Unternehmen verantwortlich.

Nachdem in den vergangenen Jahren vorrangig IT-Technologien das Wachstum der Wirtschaft dominierten, sieht Volkswirt, Zukunftsforscher und Buchautor Erik Händeler deren Potenziale dahingehend mittlerweile weitestgehend ausgereizt. „Jahrzehntelang hat uns der Computer produktiver gemacht, hat Zeit und Ressourcen eingespart", meint Händeler. Diese Ära gehe nun zu Ende, die Gesellschaft sei einfach „durchcomputerisiert". Deshalb braucht es ihm zufolge eine neue Organisation der Arbeitswelt.

Nach Meinung des Zukunftsforschers ist der neue Wachstumsmotor ein Mehr an Lebensarbeitszeit. Dabei argumentiert der Ökonom mit der These des russischen Ökonomen Nikolai Kondratieff, dem zufolge die Innovationen, Berufe und Märkte von morgen dort entstehen, wo die Produktionsfaktoren im realen Arbeitsleben knapp werden. Wie früher fehlende Transportmöglichkeiten zur Entwicklung der Eisenbahn geführt hätten, mache nun der Mangel an Fachkräften Personalfragen zum wichtigsten Hebel der Produktivität.

„Die Unternehmen, die nicht in den Menschen und eine bessere Arbeitskultur investieren, werden vom Markt verschwinden", zeigt sich der Zukunftsforscher überzeugt. Als Begründung hierfür nennt der Ökonom, dass jene Unternehmen zu hohe Personalausgaben und Kosten haben werden und ihre Produkte nicht verkaufen werden können, weil sie zu teuer sind. Deshalb werden Unternehmen Händeler zufolge aufgrund des ökonomischen Drucks gezwungen sein, sich umzustellen.

Ein weiteres Handlungsfeld sieht Händeler in den bestehenden Hierarchien. Diese hätten ausgedient. So gebe es dem Ökonom zufolge viele Fachbereiche, in denen nur noch jene Mitarbeiter fachlich wirklich Ahnung haben, die unten in der Hierarchie stehen: die Fach- und Sacharbeiter. Der Grund: Je höher ein Arbeitnehmer in der Unternehmenshierarchie komme, desto mehr bestehe seine Aufgabe darin, die Arbeitsprozesse zu moderieren. „Der Informationsfluss dreht sich vielfach um. Er fließt jedenfalls nicht mehr nur von oben nach unten, sondern auch von unten nach oben", verdeutlicht Erik Händeler. Deshalb wird die Wissensgesellschaft von morgen, zeigt sich der Zukunftsforscher überzeugt, von Gummihierarchien geprägt sein.

Ein weiteres Manko der Arbeitswelt von heute sieht der Forscher auch in der Gesundheit der Mitarbeiter, insbesondere der seelischen. So münde ein schlechtes Arbeitsklima ihm zufolge allzu häufig in Berufsunfähigkeit und Frühverrentung. Einen Grund hierfür ist Händeler zufolge, dass derzeit noch derjenige im Team die größte Aufmerksamkeit bekomme, der am längsten und lauteste rede − und nicht derjenige, der etwas Gutes zu sagen habe. „Bei der Wissensarbeit die ganze Statusstruktur abzubauen, das ist eine Herkulesarbeit für Personalverantwortliche", so der Zukunftsforscher, der als  Keynote-Speaker auf der 11. Fachmesse für Personalmanagement „Personal2010“ in Stuttgart seine Thesen untermauern und darstellen wird, wie eine optimale Arbeitswelt in Unternehmen künftig aussehen könnte.

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