Während jedoch große Unternehmen und Konzerne mit aufwendigen Kampagnen und professionellem Personalmarketing für sich PR in eigener Sache machten, ließen die ohnehin schon engen Personal-Budgets bei KMU für ein gezieltes „Employer Branding“ meist, wenn überhaupt, nur wenig Spielraum. „Arbeitgeber mit begrenzten finanziellen Mitteln müssen die vorhandenen Potenziale umso effizienter nutzen. Vor allem müssen sie im Arbeitsmarkt präsent sein und sich zeigen“, erläutert Schütz.
In dieser Hinsicht nicht nur wirkungsvoll und kostengünstig, sondern mittlerweile unverzichtbar, sei vor allem die Präsenz im Netz. Gerade online aber schöpfen Schütz zufolge KMU die Möglichkeiten, die das Internet für Arbeitgeber bietet, meist nicht aus. „Die eigene Homepage wird gerade von mittelständischen Unternehmen nur unzureichend für das Personalmarketing genutzt. Zwar besitzen heute praktisch alle Firmen einen eigenen Internetauftritt, doch gelungene Karriereseiten sind bei mittelständischen Unternehmen oft noch Mangelware“, so die Expertin.
Gerade aber in schwierigen Zeiten sei die Aufmerksamkeit von Stellensuchenden besonders hoch und zugleich die Risikobereitschaft sehr gering. Entsprechend werde jedes Angebot genau geprüft und das Unternehmen unter die Lupe genommen. „Unternehmen, denen es gelingt, sich in der Rezession als Top-Arbeitgeber von der Konkurrenz abzugrenzen, haben es leichter im Wettbewerb um die besten Köpfe“, berichtet Schütz. So könne eine informative Webseite, welche gezielt auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingehe und auch Softfacts, wie zum Beispiel Familienfreundlichkeit oder den Freizeitwert eines Standorts, herausstelle, den Ausschlag geben, dass ein Stellensuchender sich meldet, und am Ende dann den Unterschied ausmachen.
Wie die Personalmarketing-Expertin jedoch berichtet, konzentriere das Gros der Mittelständler seine Aktivitäten, anders als die Dax-Konzerne, die mittlerweile voll auf das Internet setzten und hier bereits einen hohen Professionalisierungsgrad erreicht hätten, nach wie vor auf Stellenanzeigen. „Bleiben diese aus, verschwindet der Arbeitgeber aus dem Blickfeld potenzieller Bewerber. Erschwerend hinzu kommt, dass der begrenzte Raum für die Unternehmensdarstellung, den eine klassische Personalanzeige bietet – sei es in Tageszeitungen oder im Internet – für viele Bewerber nur wenig Aussagekraft besitzt“, erläutert Schütz. So bewerteten im Rahmen einer Untersuchung der Stellenbörse Stellenanzeigen.de nur 7,6 Prozent der Bewerber Unternehmensbeschreibungen in Personalanzeigen als „aussagekräftig und informativ“. Fast die Hälfte der Befragten gab dagegen an, Informationen zur Qualität eines Unternehmens als Arbeitgeber zu vermissen.
„Die zunehmende Beliebtheit des Internets bei der Stellensuche verkürzt den Weg von der Anzeige zum Unternehmen auf einen „Klick“. Finden die Bewerber hier nur Informationen zum Umsatz und Produkten, verlieren Sie unter Umständen schnell ihr Interesse“, berichtet Schütz. Jedoch gebe es mittlerweile anerkannte Kriterienkataloge für die Bewertung von Karriereseiten. Zu den wichtigsten Kriterien zählten demnach die Erreichbarkeit der Website, eine einfache und übersichtliche Navigation sowie zielgrupperechte Informationen. Ebenfalls wichtig seien ansprechende Grafiken und ein zeitgemäßes Webdesign. „Viel Schnickschnack und technische Spielereien sind dagegen eher hinderlich“, so die Expertin.
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