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News, 11.04.2018
Große Skepsis gegenüber EntgTranspG
Personalleiter von Entgelttransparenzgesetz wenig überzeugt
Das zu Beginn des Jahres in Kraft getretene Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG), das die Verringerung von Verdienstunterschieden zwischen Frauen und Männern vorantreiben soll, stößt bei Personalverantwortlichen in Deutschland bislang auf wenig Begeisterung, zeigt eine aktuelle Umfrage.
In der Befragung räumte jeder zweite befragte Personalleiter Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männer im eigenen Unternehmen ein.
In der Befragung räumte jeder zweite befragte Personalleiter Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männer im eigenen Unternehmen ein.

Seit 6. Januar 2018 gilt in Deutschland für Unternehmen ab 200 Mitarbeitern das „Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Frauen und Männern“, kurz Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) genannt, das vor allem Frauen dabei unterstützen, ihren Anspruch auf gleiches Entgelt bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit besser durchzusetzen. Hierzu sieht das Gesetz einen individuellen Auskunftsanspruch für Beschäftige, die Aufforderung von Arbeitgebern zur Durchführung betrieblicher Prüfverfahren und eine Berichtspflicht zu Gleichstellung und Entgeltgleichheit vor. In ihrer vierteljährlichen Umfrage haben das ifo Institut und der Personaldienstleister Randstad jetzt, drei Monate nach Inkrafttreten des EntgTranspG, knapp 1.000 Personalleiter von Unternehmen in Deutschland befragt, ob das Gesetz eine wirkungsvolle Maßnahme sei, um Lohnunterschiede zwischen Männer und Frauen zu verringern. Das Ergebnis: 45 Prozent der Personalentscheider konnten hierzu keine klare Antwort („Weiß nicht“) geben, weitere 42 Prozent der Befragten antworteten mit „nein“. Dass den Gesetz den Abbau der Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern („Gender Pay Gap“) wirkungsvoll fördert, meinten dagegen nur 13 Prozent der Personalchefs (Antwort: „ja“).

„Die Quote der Ablehnung steigt mit der Größe der Firma“, so das ifo Institut. Hinzu kommt: Obwohl das Gesetz nun gut drei Monate in Kraft ist, herrscht eine große Unsicherheit über dessen Geltungsbereich. So gab mehr als jeder vierte Personalentscheider an, nicht zu wissen, ob das eigene Unternehmen überhaupt von dem Gesetz betroffen ist.

Gender Pay Gap in jedem zweiten Unternehmen

Um Ursachen von Lohnunterschieden zu identifizieren, wurden die Personalleiter auch allgemein zu Lohnungleichheit in ihren Unternehmen befragt. Die Hälfte gab an, dass Entgeltunterschiede zwischen Mitarbeitern mit vergleichbaren Tätigkeiten und Positionen in ihrem Unternehmen existierten. Knapp die Hälfe sah keine Lohnunterschiede, zwei Prozent waren nicht sicher. Als Ursachen für Lohnunterschiede, die in der Person des Arbeitnehmers begründet sind, führten 43 Prozent der davon in ihrem Unternehmen betroffenen Personalchefs das Kriterium Berufserfahrung an. Weitere vergleichsweise häufig genannte Gründe für den Gender Pay Gap: Unterschiede bei der Arbeitsleistung (36 %) und eine unterschiedliche Schulbildung (18 %).

cs/ifo; Bild: Sebastian Sikora / flickr; Lizenz: CC BY 2.0

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