News, 13.07.2006
Perspektive Mittelstand
Bildung und Beruf
Kaum Kompetenzen bei der Kompetenzerfassung
Die Kompetenzen von Mitarbeitern sind in vielen Unternehmen unbekannt. Nur jedes dritte Unternehmen erhebt regelmäßig jährlich die Kompetenzen seiner Mitarbeiter. Dies ist ein Ergebnis einer Studie der Managementberatung Mühlenhoff + Partner und des Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, Stuttgart.
Befragt wurden in Einzelinterviews 149 Personalverantwortlichen der 1. und 2. Führungsebene. Die Hälfte der Unternehmen erfasst die Kompetenzen seiner Mitarbeiter und Führungskräfte unregelmäßig oder gar nicht. Gleichzeitig räumen diese Unternehmen allerdings der Entwicklung ihres Humankapitals einen sehr hohen Stellenwert ein, um ihre Unternehmensziele zu erreichen.

Obwohl die Notwendigkeit, die Humanressourcen zu entwickeln, zu den Kernaufgaben der Unternehmensführung zählt, zeigen sich auch deutliche Defizite bei der Erfassung zukünftig benötigter Kompetenzen. Mehr als 40% der teilnehmenden Unternehmen stellen sich nicht der Aufgabe, zukünftige Entwicklungen, die kompetenzrelevant sind, zu analysieren und zu bewerten. Bei fast der Hälfte liegt der zeitliche Vorlauf der Früherkennung notwendiger Kompetenzen innerhalb der kurzen Frist eines Jahr. Warum vernachlässigen Unternehmen Kompetenzmanagement?

„Kompetenzmanagement beeinflusst die Performance von Mitarbeitern und Führungskräften. Erfolge sind oftmals erst mittelfristig wirksam, da Kompetenzen in der Umsetzung und Anwendung von Erlerntem entstehen. Das Personalmanagement, das zunehmend kennzahlenorientierter wird, vermisst die direkte Messbarkeit der Effekte des Kompetenzmanagements. Wer die Kompetenzen seiner Mitarbeiter nicht kennt und dauerhaft fördert, verschenkt Potenzial und vergeudet Ressourcen,“ so Hartmut Buck vom Fraunhofer IAO.

Die Studie belegt auch, dass Unternehmen, obgleich sie oftmals den Bedarf eines systematischen Kompetenzmanagements erkennen, mit der Umsetzung Probleme haben. Sie stützen sich häufig auf die bewährten Instrumente der Personalarbeit, wie Leistungsbeurteilungen und Zielvereinbarungen, die überwiegend nicht geeignet sind, Kompetenzen zu erfassen.

Weitere Ergebnisse und Empfehlungen sind kostenfrei zu beziehen bei sr@muehlenhoff.de.

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