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News, 04.06.2007
E-Commerce und E-Business
PR und Öffentlichkeitsarbeit im Internet - Urteil zum Urheberrecht
Will man dem Besucher einer Website Nutzen bieten und diesen an sich binden, benötigt man vor allem Eines: Fortlaufend aktuelle und interessante redaktionelle Inhalte. Ein Umstand, den auch immer mehr Unternehmen wohl erkennen und Ihre Aktivitäten im Bereich PR und Öffentlichkeitsarbeit im Internet verstärken. Artikel und News einfach zu kopieren und als eigene auszugeben, kann jedoch gefährlich sein – denn auch hier gilt ein geschütztes Urheberrecht.
Aktuelle redaktionelle Inhalte auf der eigenen Homepage werden immer wichtiger. Online-PR über die eigene Website oder auch die Veröffentlichung von Pressemeldungen auf PR-Portalen und in Artikelverzeichnissen machen das eigene Unternehmen bekannt, steigern die Attraktivität des eigenen Internetangebotes und fördern die Linkpopularität sowie das Ranking des eigenen Portals in Suchmaschinen. Der Aufwand hierfür ist jedoch nicht unbeträchtlich.

Die Erstellung eigener Beiträge ebenso wie die Gewinnung von redaktionellen Partnern erfordert einen hohen Zeitaufwand und nicht zuletzt entsprechendes (journalistisches) Know-how. Was bietet sich da besser an, als im Internet oder in Newslettern veröffentlichte und für die eigene Kundenzielgruppe interessante Beiträge wie Nachrichten, Pressemitteilungen und Fachartikel einfach zu kopieren und diese vielleicht gar noch als das eigene geistige Eigentum auszugeben. Eine Idee, der auch der Betreiber einer Website folgte und einfach einen Artikel aus der Jägerzeitung nebst weiterer Presseveröffentlichungen eines Verlages ungefragt übernommen und auf seiner Website veröffentlichte.

Nachdem der Verlag diese Veröffentlichung bemerkt hatte, forderte er den Betreiber mit Hinweis auf die urheberrechtlichen Nutzungsrechte des Verlags auf, die Veröffentlichung zu unterlassen. Als dieser sich weigerte, reichte der Verlag Klage ein. Das Kuriose dabei: Die Klage des Verlages gegen den Website-Betreiber wurde abgewiesen, weil, wie sich im Zuge der Verhandlung herausstellte, eine Reihe von Textpassagen des strittigen Artikels von dem für den Verlag tätigen Autor aus einem ähnlichen Artikel der Saale-Zeitung selbst ungefragt übernommen und kopiert worden waren. So habe auch der Autor des Verlages nach Meinung der Richter nicht frei formuliert, sondern sich von den Formulierungen einer anderen Quelle „so stark inspirieren lassen, dass er diese vielfach über längere Passagen wörtlich wiederholte oder nur geringfügig abänderte.“

Dennoch machten die Richter des Landgerichts München I in ihrem Urteil (21 O 22557/05) ausdrücklich deutlich, dass auch für Zeitungsartikel grundsätzlich ein Urheberrecht gelte. Für die Beurteilung einer Verletzung des Urheberrechts entscheidend sei jedoch, ob übernommene Textpassagen für sich selbst eine persönliche geistige Schöpfung des Autors darstellen oder nicht. In diesem Zusammenhang wies das Gericht jedoch auch darauf hin, dass auch die Auswahl, Zusammenstellung und Anordnung des Inhalts eine kreative Leistung darstellen und von daher urheberschutzfähig sein könne. In dem vorliegenden Fall jedoch konnten die Richter eine solche besondere kreative Leistung beim gegenständlichen Artikel des Verlages aufgrund der teilweise wortwörtlichen Anlehnung an den Beitrag aus der Saale-Zeitung nicht feststellen.

Fazit

Wenngleich in dem beschriebenen Fall der beklagte Website-Betreiber mit einem blauen Auge davon gekommen ist, da der übernommene Beitrag selbst in gewisser Hinsicht „geklaut“ und deshalb nicht urheberrechtlich geschützt war, ist von der Übernahme und Veröffentlichung redaktioneller Beiträge jeglicher Art von anderen On- oder Offline-Medien (wie beispielsweise Zeitungen und Zeitschriften) dringend abzuraten. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund, dass es für Autoren und Rechteinhaber im Zeitalter der Suchmaschinen ein Leichtes ist, eventuelle Urheberrechtsverletzungen am eigenen geistigen Eigentum ausfindig zu machen und entsprechende gerichtliche Schritte einzuleiten oder gar im Einzelfall Schadenersatzforderungen geltend zu machen.

Um möglichen Urheberrechtsverletzungen vorzubeugen und die Vorteile der Online PR- und Öffentlichkeitsarbeit voll ausschöpfen zu können, bieten sich unter anderem folgende Möglichkeiten:

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Einbindung einer PR-Agentur
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Durch die Einbindung einer PR-Agentur minimieren Sie zum Einen das Risiko eventueller Urheberrechtsverletzung und erhöhen die Qualität, Reichweite und Öffentlichkeitswirksamkeit Ihrer Veröffentlichungen (ob nun Artikel, News oder Pressemeldungen). Zum anderen erhalten Sie Unterstützung bei der optimalen Ausrichtung Ihrer Online-PR-Aktivitäten und Ansprache Ihrer Kundenzielgruppen sowie die Möglichkeit, Ihrem Know-how und personellen Ressourcen entsprechend, individuelle Leistungspakete zu definieren.

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Gezielte Ansprache von Autoren und potentiellen Redaktionspartner
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Wenn Sie redaktionelle Inhalte für Ihre eigene Website suchen, recherchieren Sie einfach nach interessanten Portalen und sprechen Sie die Autoren bzw. die für das Portal verantwortliche Person (bei kleineren Webseiten ist dies oft auch der Unternehmensinhaber oder Autor selbst, bei größeren Anbietern zumeist die Presseabteilung) persönlich an. Überlegen Sie sich aber im Vorfeld, welchen Nutzen Sie einem Redaktionspartner oder Autoren bieten können (bspw. Steigerung der Bekanntheit durch die Reichweite Ihres Portals, die Einbindung einer großen Werbegrafik bei jedem veröffentlichten Beitrag inklusive aller Kontaktdaten des Partners und Hyperlink-Verweis auf sein Portal etc.). Im Allgemeinen werden Sie, eine professionelle und attraktive Website vorausgesetzt, auf offene Ohren stoßen – denn letztenendes fördert die Veröffentlichung eigener Beiträge auf anderen Portalen die Bekanntheit, Markenbildung und verbessert durch die Verlinkung das Ranking seiner Website in Suchmaschinen. Lassen Sie sich die Freigabe eines Beitrages von dem Urheber bzw. Rechteinhaber aber grundsätzlich immer schriftlich per E-Mail bestätigen.

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Übernahme von redaktionellen Inhalten ohne Anfrage
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Falls Sie sich, allen möglichen rechtlichen Konsequenzen und Risiken zum Trotz, dennoch zur Übernahme von redaktionellen Inhalten Dritter entscheiden sollten, ohne deren Einwilligung im Vorfeld (schriftlich) einzuholen, veröffentlichen Sie diese niemals ohne einer entsprechende Angabe der Quelle und des Urhebers. Führen Sie dabei am besten immer am Ende des Beitrages alle über das Impressum des Urhebers erhältlichen Kontaktdaten auf und setzen Sie einen Hyperlink auf dessen Portal. Dadurch schmücken Sie sich zumindest nicht mit „fremden Federn“ und schmälern den eventuellen Groll des Urhebers darüber, dass Sie dessen Zustimmung vorab nicht eingeholt haben – gerade ein Hyperlink auf dessen Portal wirkt manchmal Wunder. Auf die Übernahme von redaktionellen Inhalten von großen Medienportalen wie bspw. Spiegel-online.de, focus oder auch großen Tageszeitungen sollten Sie ohne deren Zustimmung hingegen grundsätzlich verzichten. Große Anbieter reagieren besonders allergisch auf Urheberrechtsverletzungen, zumal Sie ihren Content Dritten in der Regel ausschließlich entgeltlich zur Verfügung stehen.

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Bei Übernahme und Veröffentlichung dieses Beitrages auf einer anderen Website bitten wir um eine mit einem Hyperlink auf http://www.perspektive-mittelstand.de hinterlegte Quellangabe.
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