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Pressemitteilung

Osteuropawissenschaften darben

Die Expertise in Deutschland über Russland und Osteuropa schwindet.
(PM) Berlin, 13.03.2013 - Zahlreiche slawistische Institute sind in den letzten zehn Jahren an den Hochschulen abgewickelt worden. Ende letzter Woche ist deshalb wiederholt die Frage aufgeworfen worden, ob Deutschland es sich leisten könne, gesellschaftliche und politische Entwicklungen in Osteuropa und insbesondere in Russland nicht mehr zu verstehen.

So äußerte die Redaktion der Fachzeitschrift „Osteuropa“ in einem Themenheft zur Lage in Russland nach den Massendemonstrationen gegen die gefälschten Wahlen bereits Ende des vergangenen Jahres: „Die deutsche Expertise über aktuelle Fragen der Innen- und Außenpolitik Russlands, der gesellschaftlichen Entwicklung und der Wirtschaft schrumpft. Wir sind mit einem erheblichen Wissensdefizit konfrontiert.“ Im jüngsten „Osteuropa“-Heft äußert der Diplomat Manfred Huterer: „Es gibt einen problematischen Befund: Das Niveau der analytischen Durchdringung der Probleme im gesamten eurasischen Raum hat nachgelassen.“

An den slawistischen Instituten wurde innerhalb der Hochschulen besonders gespart. Andere Gründe liegen in den Osteuropawissenschaften selbst. So waren diese jahrzehntelang politisch geleitet. In der Zwischenkriegszeit und im Nationalsozialismus ging es um die Erforschung vermeintlicher künftiger neuer deutscher Siedlungsräume im Osten. In der Zeit des Kalten Krieges ging es darum, den „Feind“ besser zu kennen. Diese politischen Antriebe sind mit dem Mauerfall 1989 und dem Ende der Sowjetunion und deren gesamten Machtbereich im Jahr 1991 entfallen.

Dennoch pflichten die Autoren und Ghostwriter von Ghostwirter.nu der aktualisierten Kritik bei. Es erscheint kaum vertretbar, dass Deutschland nicht sehr gute und gute Expertise in Sachen Russland hat.

Quellen dieser News:

Veser, Reinhard: Mutwillige Vernachlässigung. Deutschland verliert seine wissenschaftliche Osteuropa-Kompetenz. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 08.03.2013, S. 10.
„osteuropa“, osteuropa.dgo-online.org/
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