VOLLTEXTSUCHE
News, 24.11.2008
Online-Handel
Web 2.0 für viele Händler noch kein Thema
­­­Wenngleich das Internet im Handel sowohl als Vertriebsplattform als auch zur elektronischen Beschaffung (E-Procurement) weiter an Bedeutung gewinnt, offenbart sich im Hinblick auf den Nutzungsgrad noch immer eine digitale Kluft. Dies zeigt sich insbesondere auch beim Thema „Web 2.0“.

Während der Umgang mit dem Internet für die meisten Händler in Deutschland mittlerweile immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit wird, zeigen sich im Hinblick auf die Nutzungstiefe und –breite im Handel dennoch nach wie vor erhebliche Unterschiede. Besonders deutlich wird dies bei Web 2.0-Anwendung, deren Einsatz trotz intensivierter Internetnutzung noch immer der Ausnahmefall ist. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Studie „Internet im Handel 2008“, für die das E-Commerce-Center Handel (ECC Handel) nun zum vierten Mal mehr als 1.700 Händler in Deutschland zu ihren E-Business-Aktivitäten befragt hat.

„Auch kleinere Händler nutzen das Internet inzwischen zumeist ganz selbstverständlich“, so Dr. Kai Hudetz, Leiter des ECC-Handel, demzufolge der Vergleich der vier Vorläuferstudien aus den Jahren 1999 bis 2006 eine „ungeheuer dynamische Entwicklung“ widerspiegelt. Gleichwohl zeigten sich beim Nutzungsgrad enorme Unterschiede, wie der Experte ausführt: „Während einige bereits aufwändige Anwendungen im Bereich des Kundenservice realisiert haben und teilweise bereits erhebliche Online-Umsätze erzielen, nutzen andere Unternehmen das Internet noch überwiegend für Online-Banking, E-Mail-Kommunikation und Informationsrecherche“, erläutert Hudetz.

Web 2.0 bekannt, doch kaum genutzt

Wie aus der Studie hervorgeht, ist der Einsatz von Web 2.0-Anwendungen für die meisten Händler derzeit noch kein Thema. Zwar ist das „Web 2.0“ rund acht von zehn Befragten durchaus ein Begriff, doch werden entsprechende Anwendungen wie beispielsweise interaktive Bewertungssysteme (9,4 %), Tag-Wolken (8,9 %) und News-Feeds (7,7 %) bislang kaum genutzt. „Die mit Web 2.0 konkret verbundenen Chancen sind vielen Händlern noch unklar“, erläutert Hudetz. Vor allem aber scheuen viele Händler vor den Risiken zurück. Gleichauf an erster Stelle stehen rechtliche Bedenken (83 %) und die Angst vor einem Missbrauch durch die Nutzer bzw. Kunden (83 %). Das Web 2.0 ist dennoch weiter auf dem Vormarsch, demnach rund jeder sechste Händler ein Bewertungssystem (16,5 %) und ein fast ebenso großer Anteil ein Forum (15,0 %) auf seiner Website zu integrieren plant.

E-Procurement weiter auf dem Vormarsch

Die elektronische Beschaffung, das so genannte E-Procurement, hat im Vergleich zu den vorherigen Studien erheblich an Bedeutung gewonnen: Mehr als zwei Drittel der befragten Händler (70 %) beziehen mittlerweile Güter übers Netz. „Auch wenn dies vielfach nur im geringfügigen Ausmaß geschieht, so entfällt bei den Befragten durchschnittlich etwa ein Drittel des Beschaffungsvolumens auf diesen Kanal“, so ECC-Handel in seinem Bericht. Dabei lägen die Werte der Güter für den Weiterverkauf nur geringfügig unter denen der Güter für den Eigenbedarf, wie bspw. Büromaterial.

Umsatz im Online-Handel wächst

Laut ECC-Handel hat sich der auf den Online-Handel entfallende Umsatzanteil im Vergleich zur Vorgängerstudie erneut deutlich erhöht. So stieg der Anteil des im Internet erzielten Umsatzes am Gesamtumsatz von durchschnittlich 6,0 Prozent (2005) auf 9,2 Prozent im Jahr 2007. Gleichzeitig zeigt die Studie jedoch auch, dass sich der Online-Umsatzkuchen mittlerweile auf mehr Konkurrenten verteilt und infolgedessen die durchschnittlichen Online-Umsätze der Händler, die auch online vertreiben, seit 2005 weitgehend gleich geblieben sind. Ob der Umsatz hingegen mit Verbrauchern oder Geschäftskunden erzielt wird, spielt im Hinblick auf den Online-Umsatzanteil eines Händlers nur in geringem Ausmaß eine Rolle. So beträgt der Anteil derer, die im B2C-Bereich (Business-to-Consumer) mehr als fünf Prozent ihres Umsatzes online erzielen, 53,2 Prozent - im b2b-Bereich (business-to-business) trifft dies 60,1 Prozent der Händler zu.

Internetauftritte werden attraktiver

Die zunehmende Verbreitung bzw. von Breitband-Internetzugängen bietet den Händlern mehr Möglichkeiten zur Produkt- bzw. Leistungspräsentation. Immerhin 37,1 Prozent der Befragten passten ihre Website im vergangenen Jahr entsprechend an. In der überwiegenden Mehrzahl geschah dies ECC zufolge durch das Hinzufügen weiterer Bilder und Grafiken (83,6 %) sowie zusätzlicher Textinhalte (62,9 %). Multimediale Inhalte (21,4 %) hingegen waren noch von nachrangiger Bedeutung.

Für Interessenten bietet ECC-Handel eine Kurzauswertung der Studie, die nach einer kostenlosen Registrierung als kostenfreier Download zur Verfügung steht.

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Infos zur Studie

Die Studie „Internet im Handel 2008“ basiert auf einer Befragung von 1.702 Handelsunternehmen, die über das E-Commerce-Center Handel am Institut für Handelsforschung an der Universität zu Köln und zahlreiche Kooperationspartner angesprochen wurden. Die Studie wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert und von 50 Industrie- und Handelskammern sowie weiteren Kooperationspartnern unterstützt. Die Befragung wurde online durchgeführt und fand zwischen 2. Juni und 28. Juli 2008 statt. Zusätzlich wurde im gleichen Zeitraum von ausgewählten Kooperationspartnern eine schriftliche Befragung durchgeführt. Diese Untersuchung basiert auf vier Vorläuferstudien aus den Jahren 1999, 2002, 2004 und 2006 und ermöglicht damit entsprechende Zeitreihenanalysen. Thematischer Schwerpunkt der aktuellen Untersuchung waren Web 2.0-Anwendungen.

Quelle: E-Commerce-Center Handel (ECC)

WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG