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News, 15.04.2009
Online-Handel
Was Händler bei Auslandslieferungen bedenken sollten
Online-Händler, die sich mit ihrem Angebot weltweit an Kunden richten bzw. im Rahmen des Bestellprozesses einen weltweiten Versand anbieten, sollten diese Strategie im Einzelfall noch einmal überdenken. Laut Trusted Shop sei vielen Online-Shop-Betreibern nicht bewußt, welche Risiken sie damit eingehen.
Online-Shops, die zum einen eine englische Sprachvariante anbieten und zum anderen im Rahmen des Bestellprozesses ein Drop-Down-Menü mit einer weltweiten Länderliste zur Auswahl des gewünschten Lieferortes bieten, gehen ein enormes Risiko ein, warnt Ulrich Hafenbradl, E-Commerce-Experte und Gründer des  Gütesiegel-Anbieters Trusted Shops, in einem Online-Beitrag für das Magazin INTERNET WORLD Business. Denn in anderen Ländern gelten andere Gesetze, die sich nicht einfach so umgehen lassen. Deshalb rät der Experte Shop-Betreibern, sofern sich nicht mit ausländischem Wettbewerbs- oder Verbraucherschutzrecht beschäftigen möchten, ihr Liefergebiet klar zu begrenzen.

Gemäß Art. 28 Abs. 1 EGBGB (Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB) gilt für den Fall, dass ein Anbieter keine Rechtswahl getroffen hat, grundsätzlich das Recht des Landes, in dem der Verbraucher seinen Wohnsitz hat. Selbst wenn ein Händler in die AGB schreibt, dass nur deutsches Recht gilt, würde dies laut Hafenbradl nichts daran ändern, da einem Verbraucher auch durch eine Rechtswahl der an seinem Wohnsitz gültige Verbraucherschutzstandard nicht entzogen werden könne. So würde beispielsweise die Vereinbarung des deutschen Rechts dazu führen, dass einem österreichischen Kunden 14 Tage Widerrufsrecht zustünden, statt sieben Werktagen, wie es in Österreich Gesetz ist. Würde hingegen ein österreichischen Händler mit einem deutschen Verbraucher österreichisches Recht vereinbaren, stünde dem Verbraucher dennoch das deutsche Widerrufsrecht zu, da dieses einen höheren Schutz gewähre als die österreichische Regelung.

Ein weiterer Grund, der gegen eine unbegrenzte Länderauswahl spricht, ist die Verpflichtung eines Händler, für alle Länder, die er beliefert, die genaue Höhe der Versandkosten anzugeben. “Wer also seine Drop-Down-Box zur Länderauswahl im Bestellprozess nicht begrenzt oder gar freie Textfelder in der Bestellmaske benutzt, der muss auch Versandkosten für jedes Land angeben, in welches theoretisch eine Bestellung möglich ist”, so Hafenbradl. Versäumt es indes ein Händler, die konkreten Auslandsversandskosten für alle angeboteten Lieferregionen aufzuschlüsseln, läuft er Gefahr, von Wettbewerbern oder anderweitigen Organisationen abgemahnt zu werden.

Dass diese Gefahr durchaus real ist, zeigt das jüngste Beispiel eines eBay-Händlers, der auf Antrag eines Wettbewerbers vor dem Bochumer Landgericht auf Unterlassung verklagt wurde, weil er seine Ware innerhalb Europas zum Versand angeboten und dabei die Versandkosten nur für Benelux, Dänemark, Frankreich, Österreich und die Schweiz ausgewiesen hatte. So stellten die Richter in ihrem Urteil vom 12. Februar 2009 (Az. 12 O 12/09) klar, dass gemäß § 1 Abs. 2 der Preisangabenverordnung (PAngV) die Höhe der Versandkosten grundsätzlich anzugeben sei. Dies gelte auch für Lieferungen ins Ausland, da das Gesetz insoweit keinen Unterschied mache. Entsprechend sei dieser Verstoß gegen die PreisangabenVO über § 4 Nr. 11 UWG als wettbewerbsrechtlich unlauteres Verhalten einzustufen.

Vor diesem Hintegrund sollten Online-Händler nach Meinung von Hafenbradl genau überdenken, welche Länder Sie beliefern wollen und ihr Liefergebiet entsprechend beschränken. “Außerdem sollten alle Seiten des Shops noch einmal genau angeschaut werden, damit keine widersprüchlichen Angaben zum Liefergebiet im Shop gemacht werden”, empfiehlt der E-Commerce-Experte.

Quelle: INTERNET WORLD Business 

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