VOLLTEXTSUCHE
News, 15.05.2018
Online-Banking
Bankgeschäfte wandern zunehmend ab ins Internet
Online-Banking gewinnt in Deutschland immer stärker an Bedeutung und ist für immer mehr Deutsche bei Bankgeschäften erste Wahl. Knapp jeder dritte Online-Banking-Nutzer wickelt seine Bankgeschäfte einer Umfrage zufolge mittlerweile sogar nur noch online ab.
Fast jeder Dritte erledigt seine Bankgeschäfte mittlerweile nur noch online.
Fast jeder Dritte erledigt seine Bankgeschäfte mittlerweile nur noch online.
Überweisungsscheine ausfüllen, Kontoabfragen am Geldautomaten – für immer mehr Deutschen ist das Vergangenheit. Mehr als drei Viertel der Internetnutzer in Deutschland (76 %) erledigen ihre Bankgeschäfte mittlerweile online. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom hervor. Damit hat sich der Anteil der Online-Banking-Nutzer in Deutschland weiter erhöht: 2016 hatten erst 70 Prozent der Internetnutzer Bankangelegenheiten online abgewickelt. Und die Zahl der Deutschen, die Bankgeschäfte über das Internet erledigen dürfte weiter wachsen. So gaben in der Umfrage weitere acht Prozent der Internetnutzer an, sich vorstellen zu können, künftig auf Online-Banking umzusteigen. „Online-Banking ist für die große Mehrheit der Internetnutzer Alltag. Es ist sicher, jederzeit verfügbar und vor allem: bequem. Das Finanzwesen lässt sich durchgängig digitalisieren, Die Bankenwelt steht in den kommenden zehn Jahren vor einem ganz grundlegenden Umbruch“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Die Tragweite der voranschreitenden Digitalisierung im Finanzbereich verdeutlicht ein weiteres Umfrageergebnis, wonach bereits rund drei von zehn Online-Banking-Nutzern (29 %) überhaupt nicht mehr in eine Bankfiliale gehen und ihre Finanzangelegenheiten mittlerweile komplett über das Internet erledigen. Weitere 51 Prozent wickeln ihre Bankgeschäfte überwiegend online ab und suchen nur mehr gelegentlich eine Bankfiliale auf. Lediglich 17 Prozent präferieren bei Finanzangelegenheiten nach wie vor den direkten (Offline-)Kontakt mit ihrer Bank und nutzen Online-Banking nur ab und an.

Digitalangebote bei Bankenwahl wichtiger als die Marke

Während bislang erst jeder Dritte (34 %) sein hauptsächlich genutztes Girokonto schon einmal gewechselt hat, dürfte die Wechselbereitschaft künftig wachsen. So gaben 57 Prozent der Befragten an, dass das digitale Leistungsangebot, wie beispielswiese Online-Banking, Banking-Apps oder auch Online-Beratung bei der Bankauswahl entscheidend sei. Die Marke nannten dagegen nur 47 Prozent als ein wichtiges Kriterium für die Auswahl ihrer Bank. „Inzwischen sind den Kunden bei der Wahl ihrer Bank digitale Angebote wichtiger als eine bekannte Marke“, so der Bitkom. Die Folge: Knapp jeder zehnte Befragte hat sein Konto inzwischen bei einer reinen Online-Bank (9 %), weitere acht Prozent planen einen Wechsel innerhalb der kommenden zwölf Monate. Hinzu kommen 19 Prozent, die sich einen Wechsel zu einer reinen Online-Bank ohne Filialen grundsätzlich vorstellen können.

Aber auch völlig neue digitale Finanzdienstleister sind für viele Kunden interessant. So sind rund vier von zehn Befragten offen dafür, ihre Bankgeschäfte wie Überweisungen oder Einlagen über neue Finanzdienstleister wie Paypal oder Payback (42 %) oder über Internetunternehmen wie Apple, Google oder Amazon (38 %) zu tätigen. „Wir erleben so etwas wie eine Entzauberung der Bankenwelt“, so Berg. „Das grundsätzliche Phänomen sehen wir auch in anderen deutschen Leitindustrien, etwa dem Automobilbau. Dort genießen neue Anbieter wie Tesla oder Digitalunternehmen großes Ansehen, wenn es um neue Technologien wie selbstfahrende Autos geht. Eine solche Entwicklung galt im Finanzbereich, in dem die Kunden besonders vorsichtig und konservativ sind, lange für undenkbar – diese Zeiten ändern sich jetzt.“

Großes Interesse an Technologien wie Banking mit Sprachassistenten

Derzeit stehen vor allem einfache Funktionen beim Online-Banking hoch im Kurs. So prüfen 99 Prozent der Online-Banking-Nutzer auf diesem Weg ihren Kontostand, 92 Prozent tätigen Überweisungen und 72 Prozent verwalten ihre Daueraufträge. Weniger als die Hälfte prüfen allerdings ihre Kreditkartenabrechnung (43 %) oder lassen sich von ihrer Bank bei bestimmten Zahlungseingängen oder bei Überziehung des Kontos informieren (38 %). Nur eine Minderheit (17 %) nutzt die Möglichkeit, sich online über die persönlichen Finanzen beraten zu lassen. Gleichwohl gibt es ein großes Interesse an neuen digitalen Technologien rund ums Banking. So würde jeder dritte Bundesbürger (35 %) gerne Bankgeschäfte wie Überweisungen per Sprachsteuerung erledigen, zum Beispiel über digitale Sprachassistenten wie Alexa oder Google Home. Unter denjenigen, die bereits ein solches Gerät besitzen, liegt der Anteil mit 52 Prozent sogar noch deutlich darüber.

Unterdessen wächst die Bedeutung des Smartphones für das Online-Banking weiter. 44 Prozent nutzen das Smartphone für Bankgeschäfte, vor zwei Jahren waren es erst 36 Prozent. Vor allem Jüngere setzen auf Smartphone-Banking: Unter den 14- bis 29-Jährigen beträgt der Anteil 49 Prozent, unter den 30- bis 49-Jährigen sind es 48 Prozent. Dagegen ist die Generation 65+ deutlich zurückhaltender, aber auch hier nutzt bereits jeder Fünfte (22 Prozent) das Smartphone für seine Bankgeschäfte. „Das Smartphone wird zur Bankfiliale in der Hosentasche“, sagte Berg. „Die mobilen Digitalangebote und Apps werden immer komfortabler und immer sicherer.“ So funktionieren Foto-Überweisungen via Handy schnell und einfach, der Zugang zum Online-Konto via Fingerabdruck-Sensor bietet ein Höchstmaß an Sicherheit.“

Offline-Banker haben Angst, Online-Banking-Nutzer haben Spaß

Wer bislang kein Online-Banking nutzt, fürchtet vor allem um seine Sicherheit. So geben jeweils 8 von 10 Bundesbürgern, die bislang kein Online-Banking verwenden, an, dass sie Sorge haben, dass mehr Daten über sie gespeichert werden als beim Offline-Banking (83 Prozent) beziehungsweise dass sie Angst vor Kriminellen haben (77 %). Zwei Drittel (67 %) wollen auf den Kontakt mit Menschen beim Banking nicht verzichten, gut die Hälfte (54 %) hält Online-Banking für zu kompliziert. Und knapp jeder Vierte (23 %) findet Online-Banking zu zeitaufwändig. Damit stehen die Bedenken in deutlichem Widerspruch zu dem Eindruck, den Online-Banking-Nutzer von den Angeboten ihrer Bank haben. 9 von 10 (90 %) sagen, das Online-Banking biete alle notwendigen Funktionen. Jeweils 8 von 10 sind überzeugt, dass ihr Online-Banking sicher (83 %), übersichtlich (81 %) und einfach zu bedienen (80 %) ist. Und 6 von 10 (58 %) stellen sogar fest: Online-Banking macht Spaß.

EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2: Jeder Dritte begrüßt Zugang zu eigenen Daten

Das Angebot an Online-Diensten rund um Banking könnte sich in den kommenden Monaten deutlich vergrößern. Seit Anfang des Jahres ist die EU-Zahlungsdienstrichtlinie PSD2 in Kraft. Sie verpflichtet die Banken, auf Wunsch des Kontoinhabers ihm oder von ihm ausgewählten Dritten den Zugriff auf Kontodaten zu gewähren. Von dieser Gesetzesänderung hat bislang rund jeder dritte Bundesbürger (37 %) gehört. Die große Mehrheit der Befragten (88 %) macht sich allerdings Sorgen, dass auf diese Weise Kriminelle unberechtigt auf die Kontodaten zugreifen können. Dennoch gibt jeder Dritte (35 %) an, dass er es gut findet, dass nicht mehr ausschließlich die Bank über Kontodaten und Kontobewegungen verfügt. Und 12 Prozent wünschen sich ausdrücklich Angebote von Unternehmen, die etwa die eigenen Kontobewegungen analysieren und Sparmöglichkeiten für regelmäßige Ausgaben wie Versicherungen machen.

„Rund um die EU-Zahlungsdiensterichtlinie gab es eine breite Berichterstattung, die leider von vielen Missverständnissen geprägt war. Die entscheidende Änderung ist, dass die Kontodaten nun auch vom Kunden genutzt werden können und er dieses Recht auf freiwilliger Basis an Dritte übertragen kann“, so Berg. „Dass rund jeder Achte gerne neue, digitale Angebote erhalten möchte, die die neuen Möglichkeiten nutzen, ist ein extrem hoher Wert – und gerade für innovative FinTechs ein wichtiges Signal.“

cs/Bitkom; Bild "Mobile-Banking / Bahn": Bankenverband/Hanibal (Michael Hanschke); Lizenz: Creative Commons Attribution-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-ND 2.0)
WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG