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Pressemitteilung

Noch fällt jeder zweite Baum für Papier

Im Interview nimmt Lutz Köhler, Geschäftsführer Druckkollektiv Gießen, Stellung zum Thema ressourceneffizienten Druckproduktion. Das Interview erscheint am 20. Mai in der Sonderbeilage „Unser Wald“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
(PM) Gießen, 16.05.2011 - Herr Köhler, Sie haben als Geschäftsführer einer Druckerei vor zwei Jahren die Initiative „grün drucken“ gegründet. Auf der Frankfurter Buchmesse haben Sie zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Grün Drucken – Mehrwert nachhaltiger Produktion“ eingeladen. Warum dieses Engagement?

Köhler: "Es fehlt den meisten Druckereikunden an Hintergrundwissen und Beratung. Wussten Sie, dass fast jeder zweite industriell gefällte Baum in der Papierproduktion landet? Dort wird er gehäckselt und dieser Holzbrei in einem energieintensiven Prozess in Schwefelsäure gekocht, um so die wichtige Zellulose zu gewinnen. Das ist nur ein Aspekt von vielen. Auf gruendrucken.de stellen wir eine umfangreiche Informationsplattform zur Verfügung."

Im Zuge der aktuellen Ereignisse ist da ja einiges in Bewegung geraten. Das Thema Nachhaltigkeit wird zur Zeit intensiv diskutiert. Hat diese Entwicklung auch das Verhalten Ihrer Auftraggeber beeinflusst?

Köhler: "Ja und nein. Ja, weil es immer mehr Firmen gibt, die einen nachhaltigen Auftritt auch für ihre Publikationen wünschen. Es ist leichter geworden, die Vorteile von FSC- Papieren zu erklären. Das Label wird immer bekannter, da ist ganz viel passiert. Und nein, weil es nach wie vor ungemein schwer fällt, gegen das Vorurteil anzugehen, Recyclingpapier sei unansehnlich. Ich glaube, die meisten denken dabei noch immer an hässliche, graue Amtsschreiben auf Umweltschutzpapier. Moderne Recyclingpapiere sind in Weiße und Haptik absolut vergleichbar mit Frischfaserpapieren."

Macht es denn wirklich einen so großen Unterschied, welches Papier man benutzt?

Köhler: "Aber ja! Die Wahl des Papiers trägt ganz entscheidend zur ressourceneffizienten Produktion bei. Denn in Deutschland gehören die Papierfabriken nach den Energieversorgern zu den größten CO2-Emittenten und sind dem Emissionshandel verpflichtet."

Was heißt das genau?

Köhler: "Bei der Herstellung von Papier aus Sekundärfaser wird rund 60% weniger Energie verbraucht. Jede Tonne Recyclingpapier spart rund eine Tonne Treibhausgase, 17 Bäume und 46.000 Liter Wasser ein. Ja, und beim Druck selbst spielen noch weitere Faktoren eine Rolle."

Konstruieren wir doch mal einen konkreten Fall: Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie will seinen Umweltatlas bei Ihnen drucken lassen. Wie ist Ihr Rat?

Köhler: "Erstmal klasse, dass die Produktion in einem so frühen Stadium in die Planung einbezogen wird. Das ist leider durchaus nicht selbstverständlich. Ein schönes Beispiel: Da wirbt doch tatsächlich ein Fremdenverkehrsverein für nachhaltigen Tourismus auf einem folienkaschierten Hochglanzpapier. Wie peinlich! Die haben das Thema Nachhaltigkeit nicht konsequent zu Ende gedacht. Die Druckerkollegen haben in der Beratung völlig versagt. Zurück zu dem Umweltatlas. Erste Wahl ist ein 100% Recyclingpapier, ungestrichen, mit dem „Blauen Engel“. Falls die Weiße nicht ausreicht, gebleichtes Recyclingpapier. Minimum ist ein FSC- Papier. Und dann natürlich die weiteren Maßnahmen nach unseren „grün drucken“-Standards: Energieefiziente, bogenoptimierte Produktion mit Ökostrom, mineralölfreie Druckfarben, chemiefreie Druckvorstufe, CO2-Kompensation. Und ganz wichtig: Der Kunde sollte es im Impressum entsprechend labeln."

Nach Ihren Standards haben Sie zur Kommunalwahl 800.000 Stimmzettel gedruckt. Ich habe gelesen, dass Sie dabei gegenüber konventioneller Produktion die CO2-Emission um rund 30 Prozent senken konnten.

Köhler: "Ja, nachweislich. Das Ergebnis hat uns selbst überrascht. Ich gehe davon aus, dass wir diese Werte beim Druck des neuen FSC-Geschäftsberichts noch übertreffen könnten."
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Herr Lutz Köhler
Am Bergwerkswald 16-20
35392 Gießen
+49-641-984960
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ÜBER GRUENDRUCKEN

„gruendrucken“ ist eine Initiative der Druckkollektiv GmbH und Nachdruck GmbH Gießen. Die Initiative hat sich zur Aufgabe gemacht, über Umweltthemen zu informieren, Möglichkeiten umweltschonender Printproduktion aufzuzeigen und ...
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