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Nierensteine durch falsche Ernährung?

(PM) , 10.07.2006 - Für Nierensteinleiden gibt es keine wissenschaftlich begründete Diättherapie, betonte Ernährungswissenschaftlerin Anja Baustian am 18. Juni zum dritten Internationalen Diätetik Kongress in Aachen. Das Ziel, unabhängig von der Steinart, ist die Veränderung des Urin-pH-Wertes mit einer Urinausscheidung von zwei bis 2,5 Litern. Hierfür geeignete Getränke sind Früchte-, Kräuter-, Nieren- und Blasentees, mineralstoffarme Mineralwässer sowie verdünnte Fruchtsäfte. Ungeeignet dagegen sind Bohnenkaffee und Schwarztee sowie alkoholische Getränke. Das Vermeiden von Übergewicht, stark schwitzenden Tätigkeiten auf der einen Seite und eine ausgewogene vitamin- und ballaststoffreiche Kost auf der anderen Seite sind weitere Empfehlungen in der Behandlung von Nierensteinen. Zur diätetischen Behandlung ist die Identifizierung der Steinart unerlässlich. Dabei steht die Senkung der lithogenen Substanzen und die Steigerung inhibitorischer Substanzen im Vordergrund. Calciumoxalatsteine, Harnsäuresteine und Cystinsteine sind mit harnalkalisierenden Getränken in Form von bikarbonatreichen Mineralwässern oder Heilwässern beziehungsweise verdünnten Zitrussäften zu behandeln. Bei Calciumphosphatsteinen und Struvit (Magnesium-Ammonium-Phosphat-Steinen) stehen harnsäuernde Flüssigkeiten wie Früchte- und Kräutertees sowie verdünnte Apfelsäfte im Vordergrund der Ernährungsempfehlungen. Ferner ist bei den jeweiligen Nierenstein­arten auf die Purin- und Proteinaufnahme zu achten. Purine sind vor allem in Innereien, Sojaprodukten, Fleisch und Kleinfischen enthalten. Die tägliche Purinaufnahme ist daher auf 300 Milligramm pro Tag zu begrenzen. Die mit der Nahrung aufgenommenen Proteine sollten überwiegend aus pflanzlicher Kost stammen, dabei ist eine tägliche Mindestzufuhr von 0,8 bis 1,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag zu gewährleisten, so Anja Baustian abschließend. Am 7. und 8. Oktober findet der vierte Internationale Diätetik Kongress mit den Schwerpunkten Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Osteoporose und rheumatischen Erkrankungen sowie sekundären Pflanzenstoffen und Mikronährstoffen statt. Weitere Informationen sind unter www.ernaehrungsmed.de erhältlich. Viele Tipps für eine gesunde Ernährungsweise und Nährwertangaben von über 3.000 Lebensmitteln enthält das Kalorien-Nährwert-Lexikon, das zum Preis von 12,90 Euro unter buch.ernaehrungsmed.de/3899935098 bestellt werden kann.
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