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News, 10.05.2013
Aufstocker-Kontroverse
Nicht mehr, sondern weniger Hartz IV-Aufstocker
Dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln zufolge ist die Zahl der Hartz IV-Aufstocker entgegen einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ in den letzten Jahren nicht gestiegen, sondern vielmehr tendenziell rückläufig.
Dem IW Köln nach ist der Anteil der Vollzeitbeschäftigten, die aufstocken müssen, seit 2007 um 0,3 Prozentpunkte gesunken.
Dem IW Köln nach ist der Anteil der Vollzeitbeschäftigten, die aufstocken müssen, seit 2007 um 0,3 Prozentpunkte gesunken.
„Staat muss immer öfter Löhne aufstocken“, titelte die „Süddeutsche Zeitung“ am 8.5.2013 und befeuerte damit erneut die Mindestlohn-Debatte. So gebe es in Deutschland immer mehr Voll- und Teilzeitbeschäftigte, die nicht genug verdienten, um alleine davon leben zu können. Dem arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln zufolge treffe dies jedoch nicht zu. Vielmehr sei die Zahl der Arbeitnehmer, die ergänzend zum Verdienst auf Unterstützungsleistungen des Staates angewiesen sind, im Trend dem Institut nach rückläufig. „Von einem ansteigenden Trend kann […] keine Rede sein“, so das IW Köln. Anlass für den SZ-Bericht, der von der Bundesagentur für Arbeit (BA) zurückgewiesen wurde, waren neue Zahlen der BA, aus denen nach Informationen der Zeitung ein Anstieg der Hartz IV-Aufstockerzahl hervorgeht. Der BA zufolge sei jedoch die Zahl der Antragsteller seit 2010 gesunken.

Wie das IW Köln berichtet, gab es 2012 in Deutschland rund 320.000 Beschäftigte, die mehr als 800 Euro brutto monatlich verdienten und trotzdem ergänzend Arbeitslosengeld II bezogen. Das waren 20.000 Bundesbürger mehr als im Jahr 2009, aber 30.000 weniger als 2007. Betrachtet man alle Gehaltsklassen, hat sich die Zahl der Aufstocker seit 2009 dem Institut zufolge insgesamt sogar um 19.000 verringert. „Hinzu kommt, dass seit 2009 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt um 1,6 Millionen zunahm“, so die Kölner Wirtschaftsforscher. Entsprechend ist der Anteil der auf Hartz IV-Leistungen angewiesenen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit 2009 gesunken. Zuletzt betrug er gerade einmal 1,8 Prozent. Von den Vollzeitbeschäftigten waren 2012 sogar nur 1,4 Prozent ergänzend auf staatliche Hilfe angewiesen – gegenüber 1,7 Prozent im Jahr 2007.

Berücksichtigt werden müsse außerdem, dass die Notwendigkeit zum Aufstocken keineswegs immer in niedrigen Löhnen zu suchen sei. Dem Kölner Wirtschaftsforschungsinstitut zufolge komme es auch darauf an, wie viele Menschen von dem Lohn eines Einzelnen leben müssen. „So müsste beispielsweise ein vollzeitbeschäftigter verheirateter Alleinverdiener mit 2 Kindern einen Bruttostundenlohn von 13,60 Euro erzielen, um keinen Anspruch mehr auf ergänzendes Arbeitslosengeld II zu haben“, so das Institut.
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