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News, 22.08.2011
Neuer Inflationsschub
Unerwartet starker Anstieg der Erzeugerpreise
Der Inflationsdruck auf Erzeugerebene hat sich im Juli stark erhöht. Dem Statistischen Bundesamt zufolge stiegen die Erzeugerpreise so stark wie seit sechs Monaten nicht mehr.
Der kräftige Anstieg der Erzeugerpreise dürfte die Verbraucherpreise weiter in die Höhe treiben, speziell die Preiserhöhungen bei Energie und Nahrungsmitteln.
Der kräftige Anstieg der Erzeugerpreise dürfte die Verbraucherpreise weiter in die Höhe treiben, speziell die Preiserhöhungen bei Energie und Nahrungsmitteln.
Steigende Energiepreise, aber auch Preiserhöhungen im Vorleistungsgüter- und Nahrungsmittelsektor haben im Juli den Index der Erzeugerpreise erheblich stärker steigen lassen als von Ökonomen erwartet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) bekannt gab, schnellten die Erzeugerpreise im Juli gegenüber Juni um 0,7 Prozent nach oben.  Das ist der höchste Anstieg binnen Monatsfrist seit Januar 2011 (+1,2%). Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet. Auf Jahressicht verteuerten sich Industrieerzeugnisse im Juli um 5,8 Prozent. Im Juni war die Jahresteuerungsrate binnen Monatsfrist noch von 6,1 Prozent auf 5,6 Prozent gesunken.

Preisauftrieb bei Energie verstärkt sich wieder

Gut die Hälfte der Jahresveränderungsrate war auf die Teuerung von Energie zurückzuführen. Dem Statistikamt zufolge stiegen die Preise für Energie im Juli gegenüber Juni auf Erzeugerebene im Schnitt um 1,9 Prozent und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,6 Prozent. Im Juni hatte sich die Jahresteuerung von Energieprodukten noch auf 9,9 Prozent verringert. Mineralölerzeugnisse kosteten im Juli 17,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 0,1 Prozent mehr als im Juni. Am stärksten legten hier die Preise für leichtes Heizöl zu, das sich im Juli gegenüber Juni um 1,7 Prozent und binnen Jahresfrist um 29,0 Prozent verteuerte. Dieselkraftstoff und Benzin kosteten im Juli 16,6 bzw. 11,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und verteuerten sich gegenüber Juni ebenfalls (+0,1% bzw. 1,0%). Die Preise für Erdgas stiegen gegenüber Juni sogar um 6,2 Prozent und lagen im Juli 15,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Elektrischer Strom verteuerte sich im Juli auf Monatssicht im Durchschnitt um 0,2 Prozent und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,5 Prozent (Sondervertragskunden: +9,8%; private Haushalte: +7,1%).

Die Preise für Vorleistungsgüter – Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden – zogen im Juli gegenüber Juni ebenfalls leicht an (+0,1%) und lagen 5,6 Prozent über dem Vorjahresniveau.  Preistreiber Nr. 1 sind hier auch weiterhin vor allem die Metalle, die sich im Juli auf Jahressicht um 8,8 Prozent und gegenüber Juni um 0,5 Prozent verteuerten. aufwiesen. Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 17,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 2,5 Prozent mehr als im Juni. Die Preise für Roheisen, Roh- und Walzstahl lagen im Juli 4,8 Prozent über dem Vorjahresniveau, gingen gegenüber Juni allerdings um 1,2 Prozent zurück. Chemische Grundstoffe verteuerten sich im Juli binnen Jahresfrist um 7,7 Prozent, verbilligten sich aber ebenfalls auf Monatssicht (-0,3%).  Besonders stark erhöhten sich die Preise für Weizenmehl mit einer Jahresteuerungsrate von 44,3 Prozent (- 1,9 % gegenüber Juni).

Die Preise für Verbrauchsgüter lagen im Juli 4,0 Prozent über dem Vorjahresniveau und erhöhten sich auf Monatssicht um 0,2 Prozent. Im Vormonat hatte hier die Jahresteuerungsrate noch bei 3,9 Prozent gelegen. Nahrungsmittel kosteten im Juli 6,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 0,3 Prozent mehr als im Juni. Auch hier hat sich der Preisauftrieb auf Jahressicht verstärkt (Juni: +6,3%) Gleiches galt für Gebrauchsgüter, die im Juli eine Jahresteuerung von im Durchschnitt 1,9 Prozent aufwiesen (Juni: +1,8%). Die Preise für Investitionsgüter lagen im Juli durchschnittlich um 1,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Hier blieb die Jahresteuerung konstant (Juni: +1,3%).
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