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Pressemitteilung

Neue Studie: Medizinische Packungsbeilagen sind für Laien oft schwer verständlich

(PM) Ulm, 16.12.2011 - Eine wissenschaftliche Untersuchung zur Verständlichkeit und Lesbarkeit von medizinischen Packungsbeilagen bestätigt, was Patienten schon lange wissen: Die Informationen in vielen Packungsbeilagen sind schwer bis sehr schwer verständlich. Zudem sind die Texte oft nur unter erschwerten Bedingungen lesbar und wichtige Inhalte kaum auffindbar. In dieser Studie wurden 20 Packungsbeilagen der im Jahr 2010 meistverkauften Arzneimittel von der H&H Communication Lab GmbH und der LangCor Service GmbH untersucht. Hierbei handelt es sich um Arzneimittel, die ohne Rezept in der Apotheke zu kaufen sind. Bei diesen Arzneimitteln sind die Patienten auf die Informationen in den Packungsbeilagen angewiesen.

Wer über einen hohen Bildungsgrad oder fundierte medizinischen Fach- oder Vorkenntnisse verfügt ist klar im Vorteil – zumindest wenn es um das Verstehen von Arzneimittelinformationen geht. Auch gute Augen und eine gewisse Leseroutine sind hilfreich, um die oft kleinen Schriftgrößen zu lesen und sich in den teilweise unübersichtlich aufgebauten Informationen zu Recht zu finden. „Die Ergebnisse unserer Untersuchung zeigen deutlich, dass die meisten der Packungsbeilagen immer noch nicht den Mindestanforderungen für verständliche und laientaugliche Informationen entsprechen. Einige der geprüften Packungsbeilagen erreichen einen Schwierigkeitsgrad, der in der Nähe einer wissenschaftlichen Dissertation anzusiedeln ist“, erklärt Oliver Haug, Geschäftsführer des Communication Lab.

Die Packungsbeilagen wurden in einem zwei-stufigen Verfahren untersucht

Im ersten Schritt wurde die Verständlichkeit anhand formaler Texteigenschaften per Software-Prüfung ermittelt. Neben der Bewertung mit Hilfe von Lesbarkeitsformeln, wurden auch wesentliche Einzelfaktoren betrachtet. Hierzu zählen die Verwendung langer und verschachtelter Sätze, schwierige und zusammengesetzte Wörter, Fachbegriffe, Nominalstil sowie passive Formulierungen und der Anteil medizinischer Fachbegriffe.

Im zweiten Schritt wurde die Gestaltung (Layout) mit einem für Packungsbeilagen zusammengestellten Leitfaden geprüft und bewertet.

In beiden Prüfschritten liegt die Mehrheit der Ergebnisse unter den wünschenswerten Mindestanforderungen. „Das Erstaunliche “, so Dr. Gunnar Box, Geschäftsführer der LangCor Service GmbH, „ist, dass obwohl seit 2005 behördliche Vorschriften für die Verständlichkeit und Lesbarkeit von medizinischen Beipackzetteln gelten, die Ergebnisse immer noch so enttäuschend sind.“ Die entsprechende EU-Richtlinie sieht vor, dass die Hersteller von Arzneimittel die Packungsbeilagen so gestalten, dass alle Patienten - unabhängig von Bildung und Alter – die Informationen finden und verstehen können. Jedoch zeichnet die Praxis ein anders Bild.

Der Aufbau von Packungsbeilagen und verschiedene Standardsätze sind von den Behörden vorgeschrieben. Sie sind in jeder Packungsbeilage identisch. Jeder kennt schließlich den Hinweis „Bei Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“ Um zu prüfen, in welchem Maße diese Standardsätze die Verständlichkeit der Packungsbeilagen beeinflussen, wurden diese gesondert untersucht.

In einem Vergleich wurden die Ergebnisse der jeweiligen Packungsbeilagen-Texte den Ergebnissen der Standardsätze gegenüber gestellt um deren Einfluss auf die Verständlichkeit zu bewerten. Das Resultat zeigt, dass die Standardsätze nach objektiven Gesichtspunkten bei nahezu allen untersuchten Kriterien besser abschneiden, als die Texte der pharmazeutischen Hersteller. Lediglich zwei Dokumente (Bepanthen und ASS) erzielten bessere Ergebnisse bei der Verständlichkeit als die Standardsätze der Behörde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ergebnisse der Studie belegen, dass es trotz der Bemühungen von Behörden und Pharmaunternehmen noch viel Raum für Verbesserungen gibt. Dennoch zeigen einige der Ergebnisse auch, dass es durchaus anders geht. Unter Beachtung einiger Maßnahmen ist es möglich auch schwierige Informationen einfach und verständlich auszudrücken.

Nähere Informationen finden sich in der Studie unter:
www.comlab-ulm.de/aktuelles/studien/beipackzettel.php oder
www.langcor.de/Packungsbeilagen-Studie-OTC-2010
PRESSEKONTAKT
H&H Communication Lab GmbH
Frau Sarah-Yasmin Thierer
Zuständigkeitsbereich: S
Am Hindenburgring 31
89077 Ulm
+49-731-932 84 11 Fax: 0731 - 932 84 21 E-Mail: presse@comlab-ulm.com http://www.comlab-ulm.com
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ÜBER H&H COMMUNICATION LAB GMBH

Die H&H Communication Lab GmbH ist ein inhabergeführtes Institut für Verständlichkeit. Das Unternehmen wurde 2006 mit Sitz in Ulm gegründet. Durch eine enge Anbindung an ein universitäres Umfeld und ein Team von ...
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