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News, 30.01.2015
Negative Inflation
Verbraucherpreise im Januar unter Vorjahresniveau
Die Verbraucherpreise sind im Januar in Deutschland erstmals seit dem Krisenjahr 2009 im Schnitt auf Jahressicht gesunken. Die Gefahr, dass Deutschland jetzt in eine Deflation abrutscht, sehen allerdings die meisten Ökonomen derzeit nicht.
Im Januar rutschte der Preis für Diesel in Deutschland an einigen Tankstellen sogar unter die 1-Euro-Marke. Das gab es dem ADAC zufolge zuletzt im März 2009.
Im Januar rutschte der Preis für Diesel in Deutschland an einigen Tankstellen sogar unter die 1-Euro-Marke. Das gab es dem ADAC zufolge zuletzt im März 2009.

Im Januar mussten Verbraucher in Deutschland erstmals seit über fünf Jahren weniger für Waren und Dienstleistungen bezahlen als im Vorjahresmonat. Vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise zu Jahresbeginn über alle Lebensbereiche hinweg durchschnittlich 0,3 Prozent unter dem Stand von Januar 2014. Einen Rückgang der Verbraucherpreise im Jahresvergleich gab es zuletzt in Deutschland im September 2009, als die Preise im Schnitt um 0,2 Prozent auf Jahressicht gesunken waren. Gegenüber Dezember letzten Jahres gaben die Verbraucherpreise im Schnitt um 1,0 Prozent nach. Insgesamt war es der dritte Monat in Folge, in dem die Jahresteuerungsrate in Deutschland nach unten zeigte. Im Dezember waren die Verbraucherpreise noch leicht über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen (+ 0,2 % gegenüber Dezember 2013).

Deflation zurzeit in Deutschland aber nicht in Sicht

Hauptgrund für die negative Jahresteuerungsrate war im Januar der anhaltende Preisverfall bei Energie. So mussten Verbraucher im ersten Monat dieses Jahres für Haushaltsenergie und Sprit durchschnittlich 9,0 Prozent weniger zahlen als im Januar 2014. Die Preise für Waren lagen ebenfalls im Durchschnitt unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Sie verbilligten sich im Schnitt auf Jahressicht um 2,0 Prozent. Günstiger waren unter anderem Nahrungsmittel, die im Januar durchschnittlich 1,3 Prozent weniger kosteten als ein Jahr zuvor. Für Dienstleistungen, allen voran für Mieten, mussten Verbraucher in Deutschland dagegen deutlich mehr bezahlen. Hier zogen die Preise binnen eines Jahres im Schnitt um 1,2 Prozent an, die Mieten erhöhten sich im Schnitt sogar um 1,3 Prozent.

Aufgrund des Umstands, dass die negative Jahresteuerungsrate in erster Linie auf den anhaltenden Sinkflug der Energiepreise geschuldet ist und ein Preisverfall auf breiter Front in Deutschland nicht gegeben ist, sowie vor dem Hintergrund der nach wie vor robusten Konjunktur und guten Beschäftigungslage in Deutschland sehen die meisten Ökonomen denn auch keine Anzeichen für das Abrutschen in eine Deflation. "Zu den Merkmalen einer Deflation gehören auch sinkende Investitionen und ein schrumpfender privater Konsum", so Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank, gegenüber Reuters.

Aus Sicht von Jennifer McKeonwn, Ökonomin beim Analysehaus Capital Economics, ist damit zu rechnen, dass der Abwärtstrend des Preisniveaus in Deutschland noch für eine Weile anhält: "Niedrigere Energiekosten werden auch in den kommenden sechs Monaten für negative Inflationsraten sorgen." Christian Schulz, Senior Economist bei der Berenberg Bank, zufolge wirkt der Preisverfall bei Energie, durch den Unternehmen und Verbraucher um Milliarden entlastet werden, wie ein Konjunkturprogramm: "Das ist gut für das Wachstum", so der Ökonom gegenüber Reuters. "Verbraucher sparen Geld, das sie für andere Dinge ausgeben können."

Bild: Hartmut910 / pixelio.de

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