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News, 12.02.2019
Mittelstandsbarometer weiter auf Talfahrt
Geschäftsklima im Mittelstand verdüstert sich
Der deutsche Mittelstand blickt pessimistisch auf die weitere Konjunkturentwicklung: Wie das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ermittelt hat, haben die kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) in Deutschland ihre Geschäftserwartungen zu Beginn des Jahres den zweiten Monat in Folge stark nach unten korrigiert.
Im Januar hat sich das Geschäftsklima in allen Wirtschaftszweigen teils deutlich eingetrübt. Auch im Baugewerbe haben die Bewertungen stark nachgegeben.
Im Januar hat sich das Geschäftsklima in allen Wirtschaftszweigen teils deutlich eingetrübt. Auch im Baugewerbe haben die Bewertungen stark nachgegeben.

Der unter vielen Ökonomen sowie bei den Verbrauchern grassierende Konjunkturpessimismus erfasst jetzt immer stärker auch den deutschen Mittelstand . Wie die KfW mitteilt, hat sich das im Rahmen des KfW-ifo-Mittelstandsbarometer erhobene mittelständische Geschäftsklima im Januar den vierten Monat in Folge weiter um 3,0 auf 8,3 Saldenpunkte eingetrübt. Damit hat sich der Saldo an Positiv- und Negativbewertungen zur aktuellen Geschäftslage sowie den Geschäftserwartungen der kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) in Deutschland gegenüber Januar 2018 (19,0 Saldenpunkt) mehr als halbiert. Grund für die immer stärkere Stimmungseintrübung in den mittelständischen Chefetagen sind in erster Linie zunehmend pessimistische Geschäftserwartungen. Hier setzten die Bewertungen der Unternehmen mit einem weiteren Einbruch um 5,5 Zähler auf -6,9 Saldenpunkte ihren Sinkflug den vierten Monat in Folg fort und notieren damit nun deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. Gedämpft wird die Talfahrt des Geschäftsklimas durch eine nach wie vor exzellente Geschäftslage der Betriebe, wo die Bewertungen mit 25,1 Saldenpunkten ihr hohes Niveau von Dezember letzten Jahres behaupten konnten.

„Im Januar zeigt das lange durchweg positive Branchenbild mit überdurchschnittlichen Geschäftsklimaresultaten in allen Hauptwirtschaftsbereichen und Größenklassen folglich erhebliche Kratzer“, fasst die KfW die aktuelle Lage zusammen. „Besonders deutlich sind die Rückgänge beim Verarbeitenden Gewerbe und Großhandel, die beide stark in die globale Wirtschaft integriert sind und internationale Belastungen deshalb besonders intensiv spüren.“

Immer größere Sorge um Exporte

Am schlechtesten ist die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe und bei den Großhandelsunternehmen. Bei den Industrieunternehmen trübte sich das mittelständische Geschäftsklima den vierten Monat in Folge weiter auf 2,3 Saldenpunkte ein, im Großhandel sackten die Befragungswerte mit dem fünften Rückgang in Folge noch tiefer auf nur mehr 2,0 Saldenpunkte. Verantwortlich für die anhaltende Stimmungstalfahrt dürften vor allem immer pessimistischere Exporterwartungen der Unternehmen sein, die im Januar mit nur mehr -3,9 Saldenpunkten deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt rutschten.

„Die maßgeblichen Konjunktursorgen kommen aus dem internationalen Umfeld. Die zunehmende Sorge um einen „no-deal Brexit“ nach der unerwartet deutlichen Ablehnung des mühsam mit der EU ausgehandelten Austrittsvertrags durch das britische Parlament ist dabei bei weitem nicht der einzige, zurzeit aber wohl der prominenteste Faktor“, so die KfW. „Großbritannien ist das Ziel von gut sechs Prozent der deutschen Exporte und damit Deutschlands fünftwichtigster ausländischer Markt. Doch auch die konjunkturellen Aussichten in China und den USA sind zunehmend unsicher und die Spannungen in den globalen Handelsbeziehungen nicht vom Tisch.“

Auch im Einzelhandel gaben die Bewertungen nach dem durch das Weihnachtsgeschäft umsatzstarken Jahresabschluss deutlich um 4,9 auf 6,7 Saldenpunkte nach. Bei den Dienstleistungsunternehmen zeigen die Befragungsergebnisse gegenüber Dezember zwar lediglich eine vergleichsweise moderate Verschlechterung, gemessen an dem Wert von Oktober 2017, als in den Chefetagen mit 17,2 Saldenpunkten noch Feierstimmung herrschte, hat sich auch hier mit dem dritten Rückgang in Folge um 1,5 auf 8,0 Saldenpunkte das Geschäftsklima merklich abkühlt.

Am besten ist die Stimmung weiterhin im Bauhauptgewerbe, wo das Geschäftsklima trotz eines Einbruchs um 9,7 Zähler mit 27,0 Saldenpunkten nach wie vor ein hohes Niveau ausweist. Ein Anzeichen, dass die bislang exzellente Baukonjunktur ihren Scheitelpunkt erreicht haben könnte und der Rückgang der Beginn eines nun einsetzenden Abwärtstrends sein könnte, sieht die KfW in der deutlichen Stimmungseintrübung jedoch nicht. „Der Rückgang des Geschäftsklimas bei den Baufirmen beider Größenklassen   dürfte in der außergewöhnlich kalten Winterwitterung begründet und vorübergehend sein“, so die KfW.

Vor dem Hintergrund der sich weiter verschlechternden konjunkturellen Rahmenbedingungen geben auf die Absatzpreiserwartungen der Unternehmen nach (Mittelstand: -1,4 auf 15,5 Saldenpunkte; Großunternehmen: -1,5 auf 13,5 Saldenpunkte). Die Beschäftigungserwartungen bleiben dagegen zu Jahresbeginn im Mittelstand auf dem Dezember-Niveau (9,9 Saldenpunkte) stabil, während die Großunternehmen ihre Einschätzungen zum Personalbedarf deutlich nach unten korrigierten (- 6,6 auf 10,7 Saldenpunkte).

cs/KfW

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