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News, 19.11.2014
Mittelstandsbarometer im freien Fall
Mittelstand sieht weitere Entwicklung pessimistisch
Die Stimmung im Mittelstand verdüstert sich: Erstmals seit zwei Jahren schätzt die Mehrheit der kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) die Konjunkturentwicklung wieder pessimistisch ein. Bei den Großunternehmen macht sich die Konjunkturabschwächung inzwischen auch bereits in zunehmend negativen Lageurteilen bemerkbar.
Die Stimmung in den Chefetagen trübt sich immer stärker ein. Auch die Inlandskonjunktur betreffend zeigen sich inzwischen erste Bremsspuren.
Die Stimmung in den Chefetagen trübt sich immer stärker ein. Auch die Inlandskonjunktur betreffend zeigen sich inzwischen erste Bremsspuren.
Die Zeichen in der deutschen Wirtschaft stehen mehr und mehr auf Abschwung. Das Geschäftsklima im Mittelstand und bei den Großunternehmen wird immer schlechter. Wie die KfW berichtet, gab das vom ifo Institut gemeinsam mit der staatlichen Förderbank erhobene Mittelstandsbarometer im Oktober den siebten Monat in Folge  um 2,5 Zähler auf 8,5 Saldenpunkte nach. Demnach bewertet zwar das Gros der Mittelständler die aktuelle Geschäftslage mit einem geringfügig verbesserten Teilindikatorwert von 20,3 Saldenpunkten (September: 20,2 Punkte) insgesamt noch immer positiv, die Prognosen zur Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten verschlechtern sich jedoch auf breiter Front. Hier gab der Teilindikator im Oktober um weitere 5,0 Zähler auf -4,1 Saldenpunkte nach. Damit schätzten Deutschlands Mittelständler erstmals seit Dezember 2012 die weiteren Geschäftsaussichten in der Mehrheit pessimistisch ein.

„Die deutsche Wirtschaft steckt nach dem unerwarteten Rückgang der Wirtschaftsleistung im Frühjahr in einer sich zunehmend verfestigenden Schwächephase“, so die KfW. „Die Unternehmen sind verunsichert und halten sich wegen der enttäuschten Wachstumshoffnungen in Europa und der zahlreichen geopolitischen Risiken mit Investitionen zurück.“

Großunternehmen geraten zunehmend unter Druck

Noch schlechter als im Mittelstand stellt sich die Lage allerdings bei den Großunternehmen dar. Bei ihnen waren die Erwartungen zur weiteren Geschäftsentwicklung schon im September unter die Teilindikator-Nulllinie und mit einem Wert von -5,6 Saldenpunkten mehrheitlich von Pessimismus geprägt. Während sich der Teilindikator hier jedoch auf niedrigem Niveau mit minimaler Aufwärtsbewegung auf -5,1 Saldenpunkte etwas stabilisierte, brach der Lageindikator im Oktober um 8,0 Zähler auf 8,0 Saldenpunkte ein, was den Gesamtindikator erneut um 3,5 auf 1,6 Saldenpunkte nach unten drückt. „Das Geschäftsklima der Großunternehmen liegt damit nur noch unwesentlich über dem langfristigen Durchschnitt“, so die KfW.

Wie die Detailergebnisse der ifo-KfW-Erhebung zeigen, droht die Konjunkturabschwächung mittlerweile zudem auch auf die bisher verlässlichen Treiber der Binnennachfrage, den Arbeitsmarkt und den Konsum, überzugreifen. Erste Warnsignale seien der KfW zufolge der besonders bei den Großunternehmen deutlich ausgeprägte Rückgang der Beschäftigungserwartungen (-4,1 Zähler auf 3,8 Saldenpunkte; Mittelstand: -0,5 Zähler auf 6,9 Saldenpunkte) sowie die breite und deutliche Stimmungseintrübung im Einzelhandel (Mittelstand: -3,7 Zähler auf 8,3 Saldenpunkte; Großunternehmen: 5,8 Zähler auf 0,8 Saldenpunkte). In beiden Bereichen notierten die Indikatoren nun so niedrig wie seit Frühjahr 2013 nicht mehr.

„Das enttäuschende Oktoberergebnis ist vor allem auf das schwierige internationale Umfeld zurückzuführen, das Exportunternehmen und Investitionsgüterhersteller bremst. Der erhoffte Schub bei den Investitionen deutscher Unternehmen verzögert sich angesichts der schwachen Nachfrage weiter“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Das schlechte Abschneiden der Einzelhandelsstimmung und der Beschäftigungspläne unterstreicht, dass Deutschland ohne Europa kein nachhaltiger Aufschwung gelingt. Wir rechnen mit einer Stagnation der deutschen und europäischen Wirtschaft, die sich bis ins neue Jahr hinziehen wird.“
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