VOLLTEXTSUCHE
News, 27.09.2011
Mikrozensus
Immer mehr Bundesbürger mit ausländischen Wurzeln
Deutschlands Bevölkerung wird immer multikultureller: Laut Mikrozensus hat sich der Anteil der Bundesbürger mit sogenanntem Migrationshintergrund im letzten Jahr erneut erhöht.
Die Integration von Zuwanderern lässt, wie der Mikrozensus aufzeigt, weiterhin in Deutschland stark zu wünschen übrig.
Die Integration von Zuwanderern lässt, wie der Mikrozensus aufzeigt, weiterhin in Deutschland stark zu wünschen übrig.

Wie eine Auswertung des Mikrozensus 2010 ergeben hat, lebten im vergangenen Jahr in Deutschland gut 15,7 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, das heißt Personen, die nach Deutschland zugewandert sind oder zumindest ausländische Wurzeln haben.  Gemessen an der Gesamtbevölkerung Deutschlands entsprach dies einem Anteil von  19,3 Prozent.  Wie das Statistisches Bundesamt in diesem Kontext mitteilte, hat sich damit der Anteil der in Deutschland lebenden Personen ausländischer Herkunft und deren Nachkommen 2010 wie bereits in den Vorjahren weiter leicht erhöht. 8,6 Millionen Menschen und damit die Mehrheit dieser Bevölkerungsgruppe besaßen einen deutschen Pass, rund 7,1 Millionen Personen hatten die deutsche Staatbürgerschaft noch nicht erworben. Rund ein Drittel davon wurde in der Bundesrepublik geboren, etwa zwei Drittel  sind nach Deutschland eingewandert.

Die mit Abstand meisten der insgesamt 10,6 Millionen in Deutschland lebenden Zuwanderer kommen aus Europa. Dem Statistikamt zufolge lag ihr Anteil im vergangenen Jahr bei 69,5 Prozent.  Knapp der Drittel der Migranten, nämlich 31,9 Prozent, entstammten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU). Weitere 17,2 Prozent der in Deutschland registrierten Zuwanderer kamen aus Asien und dem Pazifik-Raum, 3,2 Prozent aus Afrika. Differenziert nach Ländern führte die Türkei mit 14,1 Prozent das internationale Ranking an, gefolgt von Polen (10,5%) und den Russischen Föderation (9,2%).

Geringeres Bildungsniveau und deutlich höheres Armutsrisiko

Wie aus dem Mikrozensus hervorgeht, fassen Menschen mit Migrationshintergrund beruflich in Deutschland deutlich seltener Fuß als Bundesbürger ohne einen solchen. So waren in Deutschland lebende Personen im Alter von 25 bis 65 Jahren mit Migrationshintergrund mit einem Anteil von 11,5 Prozent rund doppelt so häufig ohne Job wie jene ohne (5,8%). Auch waren Zuwanderer und deren Nachkommen 2010 mit 11,3 Prozent fast doppelt so häufig ausschließlich geringfügig beschäftigt wie Menschen ohne Migrationshintergrund. Entsprechend lag auch das Armutsrisiko von Menschen ausländischer Herkunft deutlich höher: Während von ihnen 2010 mehr als ein Viertel (26,2%) laut Mikrozensus armutsgefährdet waren, traf dies in der Bevölkerungsgruppe ohne Migrationshintergrund lediglich auf 11,7 Prozent der Menschen zu.

Die Ursachen für diese beruflich-soziale Kluft begründen sich vor allem im Bildungsniveau. So lag 2010 der Anteil derer, die über keinen anerkannten Schulabschluss verfügen, in der Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund mit 15,3 Prozent fast achtmal höher als in der Gruppe der Personen, die deutscher Herkunft sind (2,0%). Ein ähnliches Bild zeigt sich in puncto Berufsbildung: Während von den in Deutschland lebenden Frauen und Männern ausländischer Herkunft fast die Hälfte (45%) hier keinen anerkannten Abschluss vorzuweisen hatte, galt dies beim Rest der deutschen Bevölkerung 2010 für nur rund jeden Fünften (19,6%).

WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG