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News, 13.02.2018
Arbeitsmarkt-Studie
Migrantinnen fördern Erwerbstätigkeit einheimischer Frauen
Die Zuwanderung lässt das Angebot an Haushaltsdienstleistungen in Deutschland wachsen und steigert die Erwerbstätigkeit bei deutschstämmigen Frauen, hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ermittelt.
Migratinnen erhöhen die Verfügbarkeit von Haushaltsdienstleistungen, was sich wiederum positiv auf die Erwerbstätigkeit von Frauen auswirkt.
Migratinnen erhöhen die Verfügbarkeit von Haushaltsdienstleistungen, was sich wiederum positiv auf die Erwerbstätigkeit von Frauen auswirkt.
Ein Anstieg des Anteils von Zuwanderinnen an der Bevölkerung in einer Region erhöht bei den einheimischen Frauen die Wahrscheinlichkeit, mehr Stunden einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Gleichzeitig fließt bei den einheimischen Frauen dann im Durchschnitt weniger Zeit in die eigene Kinderbetreuung und heimische Hausarbeit wie Waschen, Kochen und Putzen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur Erwerbstätigkeit einheimischen Frauen im Alter von 22 bis 45 Jahren im Zeitraum von 1999 bis 2012 hervor.

Wie die Studie ergab, führt bereits ein Anstieg des Anteils an Migrantinnen an der Gesamtbevölkerung um nur zehn Prozent, also beispielsweise von zwei Prozent auf 2,2 Prozent, in der Region zu einer Erhöhung des Angebots an Haushaltsdienstleistungen um 18 Prozent. „Eine bessere Verfügbarkeit von Haushaltsdienstleistungen kann einheimische Frauen entlasten und damit einen möglichen Konflikt bei der Entscheidung zwischen Familie und Beruf entschärfen“, so die Studie.

Zugleich erhöht ein Anstieg des Migrantinnenanteils an der Bevölkerung um zehn Prozent die Wahrscheinlichkeit, dass einheimische Frauen länger als 30 Stunden erwerbstätig sind, um 0,9 Prozentpunkte. Die Wahrscheinlichkeit steigt dann von durchschnittlich 53 auf 53,9 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass einheimische Frauen mehr als 35 Stunden arbeiten, steigt sogar um einen ganzen Prozentpunkt von 46 auf 47 Prozent.

Effekt wird auch durch Qualifikationsniveau beeinflusst


Der Einfluss von Zuwanderinnen auf die Erwerbstätigkeit einheimischer Frauen hängt allerdings auch von der Qualifikation des regional betrachteten deutschen Frauenanteils ab. Am stärksten ist dieser Effekt bei einheimischen Frauen mit mittlerer Qualifikation. Hier steigert ein Anstieg der Migrantinnenanteils um zehn Prozent die Wahrscheinlichkeit, mehr als 30 Stunden erwerbstätig zu sein, bei einem Ausgangsniveau von 52 Prozent sogar um 1,2 Prozentpunkte. Bei der 35-Stunden-Schwelle beträgt der Zuwachs 1,3 Prozentpunkte ausgehend von einem Niveau von 45 Prozent.

Zudem steigt bei den einheimischen Frauen mit mittlerer Qualifikation bei einem höheren Anteil der Migrantinnen an der Bevölkerung auch die Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu bekommen. So erhöht ein Anstieg im Anteil der Migrantinnen an der Gesamtbevölkerung einer Region um zehn Prozent die Wahrscheinlichkeit, ein Kind unter einem Jahr zu haben, im Durchschnitt für einheimische Frauen mittlerer Qualifikation um 0,3 Prozentpunkte. Da diese Wahrscheinlichkeit im Durchschnitt bei 4,4 Prozent liegt, bedeutet das einen Anstieg auf 4,7 Prozent.

Dass der Effekt bei den Frauen mit mittlerer Qualifikation wie einer Berufsausbildung am stärksten ist, wird in der Studie damit erklärt, dass Akademikerinnen häufig finanziell besser gestellt seien und sich damit Haushaltsdienstleistungen oft selbst dann noch leisten können, wenn das Angebot knapper ist. Geringqualifizierte Frauen, also Frauen ohne Berufsabschluss, würden dagegen häufig so starken finanziellen Einschränkungen unterliegen, dass sie auch bei einer Ausweitung des Angebots an Haushaltsdienstleistungen diese kaum in Anspruch nehmen.

„Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass einheimische Frauen, insbesondere diejenigen mit mittlerem Qualifikationsniveau, mithilfe der Zuwanderung sowohl Erwerbstätigkeit und Hausarbeit als auch Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung leichter vereinbaren können“, so das Fazit der Studie. Die Studie steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

cs/IAB; Bild: Senado Federal / flickr
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