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News, 09.03.2018
Rückläufige Gründungsdynamik
Mehr Unternehmensgründer, weniger Selbstständige im Nebenerwerb
Trotz florierender Konjunktur haben im Jahr 2017 in Deutschland erheblich weniger Deutsche den Schritt in eine Selbstständigkeit gewagt. Vor allem die Zahl der Gründer im Nebenerwerb ging stark zurück. Unternehmensgründungen mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung und Startups mit Forschungshintergrund gab es allerdings deutlich mehr.
Lichtblick: Innovationsgetriebene Unternehmensgründungen gab es knapp ein Drittel mehr.
Lichtblick: Innovationsgetriebene Unternehmensgründungen gab es knapp ein Drittel mehr.

Das Gründungsgeschehen in Deutschland hat im vergangenen Jahr trotz der ausgezeichneten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stark an Dynamik eingebüßt. Wie aus einer Vorabauswertung des Gründungsmonitors der KfW hervorgeht, entschieden sich im Jahr 2017 nur 557.000 Menschen in Deutschland für den Schritt in die Selbstständigkeit. Das waren 115.000 Gründer weniger als im Jahr 2017 und entspricht einem Rückgang um rund 14 Prozent. Damit hat sich der Abwärtstrend der letzten Jahre bei den Gründungen in Deutschland  stark beschleunigt. „Die Rekordsituation auf dem Arbeitsmarkt sprengt offenbar den gewohnten Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Wachstum mit der Gründungstätigkeit. Eine abhängige Beschäftigung auch für den Hinzuverdienst zu finden, ist derzeit so einfach wie nie“, konstatiert KfW-Chefvolkswirt Dr. Jörg Zeuner. „Und die, die bereits eine abhängige Beschäftigung haben, kommen aufgrund der hohen Arbeitsbelastung nicht dazu, sich im Nebenerwerb selbständig zu machen.“

Ein Viertel weniger Gründungen von Nebenerwerbstbetrieben

Grund für den unerwartet starken Rückgang der Gründungsaktivitäten ist ein Einbruch der Zahl von Gründungen im Nebenerwerb. So meldeten im Jahr 2017 gerade einmal 101.000 Personen in Deutschland ein Nebenerwerbsgewerbe an. Das waren 24 Prozent weniger als im Jahr zuvor. 2016 hatten sich noch 323.000 Deutsche für die Aufnahme einer Selbstständigkeit im Nebenerwerb entschieden. Die Zahl der Gründer von Vollerwerbsbetrieben legte dagegen deutlich zu. Sie erhöhte sich 2017 mit 234.000 gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent (+ 14.000 Personen; 2016: 220.000 Vollerwerbsgründer).

Auch bei den Unternehmensgründungen, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen, gewann die Gründungsdynamik deutlich an Schwung. So gab es 2017 mit 334.000 sogenannten Chancengründern acht Prozent mehr Gründer, deren Unternehmensgründung auf Basis einer bestimmten Geschäftsidee erfolgte. Die Zahl der Gründer, die mit ihrer Unternehmensgründung die Erforschung, Entwicklung und Umsetzung technologischer Innovationen verfolgen, legte sogar um knapp ein Drittel (31 %) auf 76.000 zu. „Deutschland braucht Innovation. Deutschland braucht Menschen, die aus ihren Ideen Unternehmen kreieren. Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen – insbesondere angesichts der sehr guten Lage auf dem Arbeitsmarkt – diese bei ihrem mutigen Weg in die Selbständigkeit zu unterstützen“, so Zeuner.

Die Vorabauswertung zum KfW Gründungsmonitor steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

cs/KfW; Bild: StartupStockPhotos / pixabay

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