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News, 20.07.2015
Mehr Nachtarbeiter
Schicht- und Nachtarbeit nimmt zu
Nach einer Studie sind immer mehr Erwerbstätige in Deutschland in der Nacht beruflich tätig. In den meisten Branchen sind es insbesondere Männer, die von Nachtarbeit betroffen sind.
Eine der wenigen Wirtschaftszweige, wo die Nachtarbeiter gegenüber Nachtarbeiterinnen in der Minderheit sind, ist das Gesundheitswesen. Minderheit
Eine der wenigen Wirtschaftszweige, wo die Nachtarbeiter gegenüber Nachtarbeiterinnen in der Minderheit sind, ist das Gesundheitswesen. Minderheit
Rund drei Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten ständig oder regelmäßig nachts zwischen 23 und 6 Uhr. Das ergab jetzt eine Detailanalyse der von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) regelmäßig durchgeführten BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung, deren Ergebnisse die BAuA in einem Factsheet mit dem Titel "Brennpunkt Nachtarbeit - Häufige Arbeitsbelastungen immer noch aktuell" zusammengefasst hat. Demnach arbeiteten im Jahr 2012 von 20.000 befragten Arbeitnehmern rund 7,5 Prozent regelmäßig in Nachtschicht. 70 Prozent der Nachtarbeiter waren männlich. Lediglich im öffentlichen Dienst (Gesundheitswesen) und im Dienstleistungsgewerbe waren die Nachtarbeiterinnen in der Überzahl.

Nachtarbeiter stärker belastet als Normalarbeiter

Im Vergleich zu Beschäftigten der Normalarbeitszeit fühlen sie sich insgesamt stärker körperlich und psychisch belastet. Nachtarbeitende treffen zudem deutlich häufiger auf belastende Bedingungen in der Arbeitsumgebung. Dazu gehören zum Beispiel ungünstige klimatische Faktoren wie Kälte, Hitze, Nässe oder Zugluft, ungünstige Beleuchtung oder Öl, Schmutz und Dreck. Nachtarbeiter fühlen sich durch diese Umgebungsfaktoren auch stärker belastet als Beschäftigte in Normalarbeitszeit. Zudem berichten Nacharbeiter über eine höhere Arbeitsschwere. Die Arbeit im Stehen oder mit den Händen oder das Heben und Tragen schwerer Lasten gehört nicht nur häufiger zu ihren Aufgaben, sie fühlen sich auch deutlich stärker dadurch belastet als die Beschäftigten in Normalarbeitszeit.

Hinsichtlich der psychischen Belastung gibt es kein einheitliches Bild. Während der Nacht fühlen sich die Befragten durch Faktoren wie schnelles Arbeiten, Termin- und Leistungsdruck sowie Störungen oder Unterbrechungen bei der Arbeit deutlich belasteter. Daneben treten sich wiederholende Arbeitsvorgänge und das Arbeiten an der Grenze der Leistungsfähigkeit häufiger auf und werden in Nachtschichten auch als belastender empfunden.

Obwohl Nachtarbeitende weniger Einfluss auf die Arbeitsmenge oder auf die Einteilung von Arbeit und Pausen haben, fühlen sie sich dadurch nicht subjektiv stärker belastet als die Vergleichsgruppe. Jedoch empfinden Nachtarbeitende fehlende Hilfe oder Unterstützung vom Vorgesetzten belastender, auch wenn dieses Merkmal in beiden Gruppen etwa gleich ausgeprägt ist.

Insgesamt erschweren Faktoren aus der Arbeitsumgebung und die Arbeitsanforderungen zusätzlich die Arbeit gegen die innere Uhr. Neben einer belastungsgünstigen Arbeitszeitgestaltung sollten vorbeugende Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung den empfundenen Belastungen der Beschäftigten im (Nacht)Schichtbetrieb entgegenwirken.

Das Factsheet "Brennpunkt Nachtarbeit - Häufige Arbeitsbelastungen immer noch aktuell" steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

cs/BAuA

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