VOLLTEXTSUCHE
News, 07.10.2014
Deutsche eher Marken-Muffel
Marke für deutsche Verbraucher bei Kaufentscheidung nicht so wichtig
Status-Symbole hin oder her: Für die meisten Deutschen spielt die Marke bei der Kaufentscheidung keine wesentliche Rolle, ergab jetzt eine Studie. Bei der großen Mehrheit der Chinesen sind dagegen Markenprodukte erste Wahl.
Vor allem bei niedrigpreisigen Produkte ist die Marke für die meisten Deutschen eher sekundär.
Vor allem bei niedrigpreisigen Produkte ist die Marke für die meisten Deutschen eher sekundär.

Marken haben in Deutschland einen schweren Stand: Lediglich bei 29 Prozent der Deutschen ist die Marke einer Ware oder Dienstleistung ein für ihre Kaufentscheidung wichtiges Kriterium. Für zwei Drittel (65 %) ist die Marke dagegen, zumindest wenn es um die Kaufentscheidung geht, nach eigener Auskunft nicht von Relevanz. Das geht einer weltweiten repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstitutes Ipsos unter mehr als 16.000 Verbrauchern in 20 Ländern, darunter 1.000 Personen in Deutschland, hervor. Grund für die überraschend geringe Kaufentscheidungsrelevanz von Marken hierzulande ist, dass 80 Prozent der Deutschen Markenprodukte nicht automatisch auch als Qualitätsprodukte sehen. Die Meinung, dass gute Markenprodukte zugleich auch immer die Produkte mit der besten Qualität sind, teilen jedenfalls nur 13 Prozent der Deutschen. In Schweden und Großbritannien ist Haltung Marken gegenüber ähnlich kritisch. Allerdings gibt es auch Länder, die für Marken geradezu ein Paradies sind. Aktuell ein Marken-Eldorado ist vor allem China: hier hängt die Kaufentscheidung bei drei Viertel der Verbraucher (74 %) zu einem wesentlichen Teil auch von der Marke ab.

Vertrauen bei bekannten Marken größer

Bei der Produktauswahl gilt weltweit tendenziell, dass Verbraucher einer ihnen bekannten Marke eher vertrauen als einem neuen oder ihnen bislang unbekannten Produkt. Zwei Drittel aller Konsumenten weltweit geben dies so an. In Deutschland und in Japan ist dies dagegen lediglich bei jeweils knapp der Hälfte der Verbraucher so (Deutschland: 48 %; Japan: 47 %). Dem gegenüber stehen allerdings in Deutschland fast ebenso viele, nämlich 45 Prozent, bei denen die Markenbekanntheit nach eigener Auskunft bei der Produktwahl keine Rolle spielt. Damit zeigen sich in Deutschland so viele Verbraucher gegen den vom Gros der Marken gepflegten Markenglanz, zumindest was das eigene Empfinden anbelangt, immun wie in keinem anderen Befragungsland.

Entsprechend würde auch nur jede zweite Deutsche (48 %), wenn er sich zwischen zwei ihm unbekannten gleichen Produkten entscheiden müsste, nach eigener Auskunft dem Produkt den Verzug geben, dass aus seiner Sicht die bessere Marke ist. Damit ist Deutschland im 20-Länder-Ranking Schlusslicht. Auch in Frankreich und Belgien lässt die Markenstrahlkraft einen Großteil der Verbraucher kalt. Anders im „Reich der Mitte“: Von den Chinesen würden, vor die Wahl gestellt, nach eigener Auskunft 90 Prozent bei zwei dem Augenschein nach gleichen Produkten zu der in ihren Augen besseren Marken greifen.

Deutsche weltweit größte Handelsmarken-Fans

Zur skeptischen Haltung vieler Verbraucher in Deutschland gegenüber Marken passt auch, passt auch, dass 64 Prozent der Deutschen zwischen den Produkten von Handelsmarken und Herstellermarken keine Qualitätsunterschiede sehen. Im Durchschnitt der Befragungsländer sehen das nur 48 Prozent der Konsumenten so. Auch in den USA, Großbritannien und Kanada findet diese Meinung große Mehrheiten.

So stimmt denn auch der Aussage „Ich versuche immer, Markenprodukte zu kaufen“ in Deutschland lediglich gut jeder fünfte Verbraucher (21 %) zu. Im internationalen Durchschnitt sind es dagegen gut Drittel (36 %), bei denen Markenprodukte erste Wahl sind. In China und in Indien haben es dagegen Handelsmarken und vor allem No-Name-Waren schwer: Von den Chinesen setzen 74 Prozent bevorzugt auf Markenprodukten, bei den Indern sind es rund zwei Drittel (65 %).

Eine größere Rolle spielt die Marke bei den Deutschen bei höherpreisigen Produkten. Hier ziehen 48 Prozent der Deutschen Markenprodukte vor. In Schweden macht dagegen nur gut jeder Vierte (26 %) den Griff zu Marken vom Preis abhängig. In diesem Punkt ist Schweden internationales Schlusslicht. Die stärkste Neigung zu Marken bei höherpreisigen Produkten zeigen die Südafrikaner (64 %), gefolgt von den Indern, Polen, Türken (jeweils 62 %).

WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
Erfolgsfaktor Datensicherheit und Datenschutz
Gleich wie gut ein Unternehmen technologisch gegen Cyberkriminalität abgesichert ist: Die letzte ... mehr

SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG