VOLLTEXTSUCHE
News, 22.01.2013
Management-Studie
Kostenfixierung behindert Unternehmenswachstum
Das Unternehmenswachstum wird von Unternehmen einer Studie nach in erster Linie selbst gemacht – auch in rauer konjunktureller See.
Unternehmen, die mit steigenden Gewinnen rechnen, investieren deutlich mehr als andere und sind weniger kostenorientiert.
Unternehmen, die mit steigenden Gewinnen rechnen, investieren deutlich mehr als andere und sind weniger kostenorientiert.

„Wer bremst, verliert!“ - das geht aus einer Kurzstudie der Strategieberatung Simon-Kucher & Partner hervor, in der das Unternehmen alljährlich Manager europäischer Unternehmen aus der Chemie-, Bau- und Basismaterialbranche zu ihren Gewinnerwartungen befragt. Danach erwartet jeder fünfte befragte Entscheider, dass der Gewinn des eigenen Unternehmens 2013 geringer als im Vorjahr ausfallen wird, während über die Hälfte der Befragten von einer stabilen oder sogar besseren Gewinnentwicklung ausgeht. Dabei ergab die Studie, dass die Gruppe der Optimisten für eine positive Entwicklung der Unternehmensgewinne auch einiges tut, die Umsatz-Pessimisten dagegen eher den Fokus auf die Reduktion der Kosten richten.

„Die Gewinner fokussieren sich auf den Markt, die Verlierer schielen auf die Kosten. Ein unsicheres Marktumfeld fordert Reaktionen. Erfolgreiche Unternehmen rüsten durch ertragssteigernde Maßnahmen auf. Da ist deutlich mehr Luft nach oben, mit Kostenreduktionen ist oft nicht ausreichend herauszuholen“, fasst Simon-Kucher-Partner Dr. Fabian Braun zusammen. Das beweisen auch die Planungen der Gewinn-Optimisten, demnach 75 Prozent die Effizienz im Vertrieb und 70 Prozent in den Bereichen Produktion, Personal und Logistik steigern wollen. Als weiteren Gewinnhebel setzen die befragten Wachstumsoptimisten auf eine Ausweitung des eigenen Produkt- und Servicespektrums und das Erobern neuer Märkte, um so ihren Absatz erhöhen. „Wer bremst, verliert. Märkte und Wettbewerber bewegen sich so rasch, da muss man dranbleiben“, so Braun.

Erfolgreiche Unternehmen reinvestieren Gewinne

Wie die Studie aufzeigt, werden Unternehmensgewinne von den wachstumsstarken Unternehmen nicht gehortet, sondern direkt wieder in das Unternehmen investiert. Bei knapp zwei Drittel auch hier ganz oben auf der Agenda: Projekte zur Steigerung der Effizienz, vor allem im Vertrieb. „Vertrieb ist ein enormer Hebel, den man packen sollte“, so Studienautor Dr. Lars Olbrich, Consultant bei Simon-Kucher. Um die Vertriebseffizienz zu steigern, sei allerdings ein ganzheitlicher Ansatz gefragt, der Strategie, Struktur, Prozesse und Monitoring umspanne und über eine einfache Kostenreduktion hinausgehe.

Zweites Hauptfeld neben dem Vertrieb, in das ein Teil der Unternehmensgewinne fließen soll, sind Forschung und Entwicklung. In diesen Sektor plant die Hälfte der befragten Manager 2013 Gewinne zu stecken. Ziel sei hierbei, wie Simon-Kucher berichtet, durch überlegene Produkte auch in Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Olbrich zufolge gelte es in diesem Kontext, ganz besonderen Fokus auf die sich ändernden Kundenanforderungen sowie ein passendes Pricing zu legen.

Priorisierung von F&E und Preis

Um neue Markt- und Kundensegmente bedienen zu können, planen die Befragten, die Produktion im Laufe des Jahres auszubauen. „Allerdings sollte das Motto nicht ‚Menge um jeden Preis‘ lauten. Gegebenenfalls kann weniger Produktion zugunsten eines höheren, stabilen Preises dauerhaft mehr bringen“, so Olbrich. In diesem Kontext ergab die Studie, dass sich die Wachstumsoptimisten deutlich seltener auf das Senken von Beschaffungs- und Verwaltungskosten (49% bzw. 33%) konzentrieren als die befragten Manager, die mit einem Rückgang der Gewinne rechnen. Auch planen die Entscheider mit positiven Gewinnerwartungen der Studie zufolge häufiger Preiserhöhungen (54%) sowie Investitionen in Personalentwicklung (53%) und F&E (58%). Kostenseitig orientierte Unternehmen planen nur halb so oft, in ihre Mitarbeiter (28%) zu investieren. Auch Investitionen in Innovationen stehen seltener in dieser Gruppe auf dem Plan (46%).

Gewinnziele sichern

Um die gesteckten Gewinnziele auch wirklich erreichen zu können, empfehlen Braun und Olbrich Unternehmen, einen Aktionsplan aufzustellen. Hierbei sollten im Prozess zunächst die Anforderungen von Kunde, Vertrieb und Wettbewerbsumfeld analysiert sowie Produkte, das Pricing und der Vertrieb/Verkauf einer Untersuchung auf mögliche Schwachstellen unterzogen werden. Daraus könnten dann laut Simon-Kucher & Partner klare Handlungsfelder und entsprechende Programme abgeleitet werden. „Das muss systematisch geschehen“, so Braun. Vor allem sollten sich Entscheider der strategischen Ausrichtung des Unternehmens klar sein. Ein weiterer wichtiger Punkt sei Braun zufolge, Preiserhöhungen fest einzuplanen. „Steigerungen von Rohmaterialkosten an Kunden weiterzugeben ist das Mindeste“, so der Experte. Abseits dessen müssen die Devise Braun zufolge lauten: Die Preise verteidigen und sich in keinem Fall in Preiskämpfe verwickeln lassen. „Zu seinen Preisen muss man stehen“, so Braun. „Des Weiteren bedarf es fähiger Leute im Vertrieb, die instruiert und gefördert werden müssen. Dann klappt‘s auch mit dem Gewinn.“

WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
Erfolgsfaktor Datensicherheit und Datenschutz
Gleich wie gut ein Unternehmen technologisch gegen Cyberkriminalität abgesichert ist: Die letzte ... mehr

SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG