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News, 25.05.2009
M&A-Studie
HR zentraler Stolperstein bei Übernahmen und Fusionen
Gleich welche Ziele Unternehmen mit Übernahmen und Fusionen (Merger and Acquisitions, kurz M&A) auch immer verfolgen – in den meisten Fällen werden diese nicht erreicht, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Ein wesentlicher Grund dafür sind Defizite im HR-Bereich, wonach in M&A-Projekten personalpolitische Aspekte meist viel zu geringes Augenmerk erfahren – vor allem in Europa.
Übernahmen und Fusionen markieren in der Wirtschaft nach wie vor ein Milliardengrab. Dies zeigen die Ergebnisse der Studie „M&A Transactions and the Human Capital Key to Success“, für die die Personalmanagement-Beratung Hewitt Associates die M&A-Aktivitäten und deren Folgen von 96 Unternehmen aus Asien und Europa sowie Süd- und Nordamerika untersucht. Danach verloren die befragten Unternehmen durch Fusionen und Übernahmen in den vergangenen zwei Jahren in Summe etwa 12,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig gaben mehr als drei von vier befragten Unternehmen an, die mit den eigenen M&A-Aktivitäten verbundenen Ziele nicht erreicht zu haben.

Befragt nach den Gründen für ihre schlechte M&A-Bilanz nannten Hewitt zufolge 92 Prozent der Unternehmen kulturelle Probleme während der Integrationsphase, den Verlust von Leistungsträgern, eine länger als geplante Realisierungszeit und die unzureichende Beachtung der Mitarbeiterbelange verantwortlich. „Es ist nicht verwunderlich, dass ein Großteil der befragten Unternehmen den HR-Bereich als kritischen Faktor bei einer Übernahme nennt“, so Nelson Taapken, Leiter der HR-Beratung von Hewitt Associates. In vielen Fällen aber folgen dieser Einsicht keine Konsequenzen. So nutzten die Unternehmen laut Taapken gerade einmal zehn Prozent der für die Due-Dilligence-Prüfung angedachten Zeit für den HR-Bereich. „Sollen Ziele und Erwartungen vollständig erfüllt werden, muss deutlich mehr Zeit für die Bewertung von Positionen wie zum Beispiel das Humankapital, die Organistationsstruktur und die Führungskompetenz veranschlagt werden“, erläutert Taapken.

HR-Bereich bleibt in Europa mehrheitlich noch außen vor 

Wie die Ergebnisse laut Hewitt zeigen, schneiden europäische Unternehmen bei Übernahmen und Fusionen weltweit unterdurchschittlich ab, da sie HR-Aspekten nicht den Stellenwert einräumen wie ihre internationale Konkurrenz: Während weltweit mehr als jedes dritte Unternehmen den HR-Bereich in seine M&A-Aktivitäten involviert, trifft dies bislang bei Unternehmen in Europa lediglich auf sieben Prozent der Studienteilnehmer zu. Ähnlich groß ist auch die Kluft bezüglich der Bedeutung von HR im Übernahmeangebot, in dem weltweit 43 Prozent der Unternehmen HR-Aspekte berücksichtigten, wohingegen in Europa dies nur jedes fünfte Unternehmen tut. Selbst in der Integrationsphase bleibt der HR-Bereich bei Unternehmen aus Europa mehrheitlich noch außen vor, wonach nur 45 Prozent der europäischen Firmen HR in dieser Phase integrieren gegenüber 73 Prozent weltweit.

Wachstums- versus Kostensenkungsziele

Nach Auskunft von Hewitt sind die Gründe für die Durchführung von Übernahmen und Fusionen davon abhängig, in welchem wirtschaftlichem Umfeld die Unternehmen agieren. Während 35 Prozent der in wachstumstarken Märkten tätigen Unternehmen mit ihren M&A-Aktivitäten das Hinzugewinnen von Marktanteile und ein kontinuierliches Wachstum als Ziel verfolgen, steht für 55 Prozent der in gesättigten Märkten tätigen Unternehmen vor allem die Einsparung von Kosten im Fokus. Jeweils ein weiteres Viertel der Befragten nennt als Hauptmotiv für die Planung bzw. Durchführung einer Übernahme oder Fusion, eine Umsatzsteigerung erzielen zu wollen.

Erfolg wird vorrangig am Umsatz und am Marktanteil bemessen

Zur Frage, an welchen Kennzahlen sie den Erfolg von M&A-Aktivitäten bemessen, nennen 93 Prozent aller befragten Unternehmen den synergetischen Umsatz, der damit den größten Stellenwert unter den Erfolgskennzahlen einnimmt. Weitere 86 Prozent ziehen zudem das Verhältnis zwischen altem und neuen Marktanteil für die Erfolgsbilanz heran. Messgrößen zur Mitarbeiterbindung und zur kulturellen Angleichung fließen hingegen nur in 61 Prozent bzw. 54 Prozent der Unternehmen in die Erfolgskontrolle mit ein. „Unsere Untersuchung verdeutlicht, dass wesentlich mehr Augenmerk auf den HR-Bereich gelegt werden sollte. Trennt sich ein Unternehmen im Rahmen einer Transaktion von Spitzenleistungsträgern, so hat dies einen erheblichen finanziellen Einfluss“, warnt HR-Experte Taapken. So hätten 47 Prozent der Unternehmen zwischen 5,6 Prozent und 12,8 Prozent des gesamten Transaktionsvolumen durch den Verlust von Leistungsträgern eingebüßt.

Quelle: Hewitt Associates

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