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Lokale Wärmetherapie gewinnt an Bedeutung in der Schweizer Onkologie

„Das Engagement der Schweizer Paracelsus Klinik zeigt, dass auch in der Schweiz die Akzeptanz der Hyperthermie zunimmt. Das belegen auch Aufsätze“, sagt Prof. Dr. András Szász, Begründer der Oncothermie.
(PM) Troisdorf, 16.06.2014 - Die Schweizer Klinik in Lustmühle nutzt bereits die Ganzkörper-Hyperthermie. Seit Juni 2014 erweitert sie die integrative Onkologie um die lokoregionale Wärmetherapie (Oncothermie). Szász: „Sie ermöglicht die Behandlung nahezu aller Tumorlokalisationen. Der Erwärmungseffekt unterscheidet sich von der Ganzkörpererwärmung: Diese erwärmt den Tumor durch erhitztes Blut. Die lokale Wärmetherapie erwärmt ausschließlich den Tumor. Die Körpertemperatur bleibt unverändert, so dass weder Puls noch andere Vitalwerte von den Normalwerten abweichen“.

Szász weist auf die Bedeutung der Komplementärmedizin in der Schweiz hin. So sagt Thomas Cerny, Chefarzt Onkologie/Hämatologie, Kantonsspital St. Gallen, Präsident Krebsforschung Schweiz, im Interview 2012, Migros-Magazin, dass „im Verlauf einer Krebserkrankung circa 70 Prozent der Patienten komplementäre Therapien oder Arzneimittel zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung wünschen.“

Dr. med. Emsad Puric, Ärztlicher Leiter Hyperthermie und Prof. Dr. med. Stephan Bodis, Chefarzt, Institut für Radioonkologie am Kantonsspital Aarau, schreiben in der Schweizer Zeitschrift für Onkologie (2/2012): „Die Hyperthermie als Bestandteil der modernen multimodalen Therapie bei diversen soliden Tumoren hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. …. Die Kombination der Wärme- mit onkologischer Standardbehandlung kann die Ansprechrate der Tumoren, vor allem im lokal fortgeschrittenen Tumorstadium, wesentlich verbessern und ermöglicht eine Re-Bestrahlung als Salvagetherapie in Rezidivsituationen auch in der bereits vorbestrahlten Region. Eine alleinige Re-Bestrahlung in dieser Situation ist meist obsolet. …

„Die Effekte der Hyperthermie sind zellzyklusunabhängig und damit auch während der strahlenresistenten S-Phase des Zellzyklus vorhanden, so dass sich Strahlentherapie und Hyperthermie in dieser Modellvorstellung ideal ergänzen. Auch die Wirksamkeit von Zytostatika kann durch die Hyperthermie, unter anderem infolge der gesteigerten Durchblutung im Tumorgewebe einerseits und durch ihre antiangiogenetische Wirkung andererseits, signifikant erhöht werden. In-vivo-Studien haben gezeigt, dass der Effekt der Bestrahlung mit Hyperthermie meist synergistischer Art ist und um das Mehrfache (verglichen mit Bestrahlung allein) gesteigert werden kann. Die erhöhte lokale Effizienz von Zytostatika (…) durch eine Hyperthermie wurde auch in zahlreichen klinischen Studien aufgezeigt… . Die publizierten monoinstitutionellen retrospektiven Studien zu diesem Thema berichteten von zum Teil exzellenter Verbesserung der lokalen Kontrolle, wenn die Hyperthermie mit präoperativer Radiotherapie kombiniert wird. …“

Die Oncothermie will diese komplementärmedizinische Funktion erfüllen und fokussiert Wärme –nicht-gewebeverletzend und körperregional begrenzt – auf den Tumor. Sie kombiniert Wärme mit Effekten elektrischer Felder. Da Krebsgewebe elektrische Energie besser leitet als gesundes Gewebe, lassen sich gesunde von kranken Zellen trennen. Nur sie haben „thermischen Stress“. So können Krebszellen gegen zeitgleich andere Therapien sensibler sein, so dass deren Wirksamkeit steigt. Die Dosierung kann sinken. „Dazu kommt ein zusätzlicher Effekt. Wir stärken auch das Immunsystem“, so Szász.
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