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News, 23.01.2008
Lohnentwicklung 2007
Reale Einkommen erneut gesunken
Das Jahr 2007 war für die deutsche Wirtschaft ein Erfolgsjahr. Für die Beschäftigten hingegen gilt das weniger: Zwar sind die Einkommen, allen voran die Tariflöhne, nominal im Durchschnitt leicht gestiegen, doch konnten die Lohnerhöhungen den Abwärtstrend bei den Realeinkommen nicht stoppen. ­
Das effektive Bruttoeinkommen je Arbeitnehmer/in ist nominal betrachtet im Jahr 2007 um 1,3 Prozent gestiegen. Stellt man den Lohnzuwächsen den Anstieg der Lebenshaltungskosten um 2,2 Prozent gegenüber, bleibt beim real verfügbaren Einkommen im Durchschnitt ein Minus von 0,9 Prozent. Damit sind die Reallöhne in Deutschland zum vierten Mal in Folge gesunken. Das zeigen die Ergebnisse einer Bilanz zur Tarifpolitik 2007, die Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung nun vorgelegt hat.

Wenngleich die Entwicklung der Tariflöhne im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt mit einem Plus von 2,2 Prozent um einiges positiver ausfiel, blieben auch hier die Zuwächse nach Angaben des WSI in den binnenmarktabhängigen Branchen zum Teil weiter hinter der Preissteigerungsrate zurück. Die höchsten Zuwächse beim Bruttoeinkommen verzeichneten demnach Arbeitnehmer aus dem Investitionsgütergewerbe mit einem Plus von 3,4 Prozent, gefolgt vom Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe mit 2,6 Prozent. Beschäftigte in den Bereichen „Private Dienstleistungen, Organisationen ohne Erwerbszweck“ (plus 1,4 Prozent) sowie „Private Dienstleistungen, Organisationen ohne Erwerbszweck“ (plus 0,6 Prozent) mussten sich hingegen mit deutlichen geringen Lohnzuwächsen begnügen. Arbeitnehmer, die im Einzelhandel beschäftigt sind, mussten sogar ganz auf eine Lohnerhöhung verzichten.

Die Zahlen zeigen damit klar und deutlich: Die meisten Arbeitnehmern hierzulande haben im letzten Jahr an Kaufkraft eingebüßt. "In vielen Wirtschaftszweigen haben die Beschäftigten bisher nicht vom Aufschwung profitiert", meint auch der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Dr. Reinhard Bispinck. So wird sich die Einkommenssituation der meisten Arbeitnehmer denn auch im Jahr 2008 kaum verbessern. Tarifexperte Bispinck sieht dies kritisch: "Angesichts der weltwirtschaftlichen Risiken ist es umso dringlicher, dass endlich die private Binnennachfrage die konjunkturelle Entwicklung stützt. Voraussetzung dafür sind steigende Reallöhne der Beschäftigten."

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

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