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News, 20.10.2009
Lebensmittelhandel
Jeder dritte Deutsche greift zu Functional Food
Künstlich angereicherte Lebensmittel, als Functional Food bezeichnet, gewinnen im deutschen Lebensmittelhandel an Bedeutung, wie eine Umfrage belegt. Danach setzen insbesondere die unter 30-Jährigen verstärkt auf Functional Food.
Fischöl im Brot für ein gesundes Herz, Multivitamintabletten und probiotischer Joghurt zur Stärkung des Immunsystems sowie zur Steigerung der Fitness – sogenanntes Functional Food steht bei den Deutschen hoch im Kurs. Mehr als jeder dritte Konsument in Deutschland kauft inzwischen regelmäßig Nahrungsmittel, die im Labor mit künstlichen Vitaminen und Nährstoffen angereichtet wurden. Am beliebtesten sind solche Lebensmittel bei den unter 30-Jährigen: In dieser Altersgruppe greift sogar die Hälfte mittlerweile häufig oder hin und wieder auf im Labor getunte Lebensmittel zurück. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Forsa im Auftrag der Deutschen Angestellten-Krankasse (DAK)  hervor.

Trotz des Trends zu Hightech-Lebensmitteln: Dass Functional Food sich positiv auf die Gesundheit auswirkt und die Produkte halten, was die Verpackung und die Werbung suggeriert, daran hegt das Gros der Konsumenten offensichtlich große Zweifel. So glauben der Umfrage zufolge gerade einmal sechs Prozent der deutschen Verbraucher, dass solche Lebensmittel für eine gesunde Ernährung nötig sind. Silke Willms, Ernährungsexpertin der DAK, indes bestärkt die Zweifler: „Vitamine und andere Nährstoffe aus der Retorte haben nicht die gleiche Wirkung wie die natürlichen Vorbilder. Überdosiert können sie der Gesundheit sogar schaden.“

Functional Food teils viel zu hoch dosiert

Willms zufolge wirken angereicherte Produkte zum Teil sogar gesundheitsschädlich. So kritisiert die DAK-Expertin, dass die Lebensmittelproduzenten bei der „Verbesserung“ ihrer Produkte mitunter die gesunden Grenzen weit überschreiten. Danach besonders beliebt als Fitmacher für Nahrungsmittel sind künstliche Vitamine, was dem Bericht zufolge dazu führt, dass bei manchen angereicherten Getränken wie beispielsweise Multivitaminsäften schon eine kleinere Trinkmenge bis zu 200 Prozent des pro Tag empfohlenen Vitaminbedarfs enthält. Eine Überdosierung jedoch kann böse Folgen haben: „Auf Dauer kann zum Beispiel zu viel Vitamin A die Knochen angreifen. Sie werden porös und brüchig“, warnt Willms. Auch die Vitaminkombination ACE bewirkt nicht selten genau das Gegenteil von ihrer eigentlich gesunden Wirkung: „Statt die zellschädigenden freien Radikale einzufangen, verstärkt sie im Übermaß genossen den gesundheitsschädlichen Effekt dieser aggressiven Stoffe“, so die DAK in ihrem Bericht.

Doch selbst bei richtiger Dosierung ist die gesundheitsfördernde Wirkung von künstlichen Vitaminen und Ballaststoffen fraglich, weil sich der natürliche Bauplan der Nährstoffe laut DAK nicht 100%ig kopieren lasse und schon winzige Abweichungen zu unerwünschten Wirkungen führen könnten. Zudem behinderten künstliche Zusätze auch das Zusammenspiel von natürlichen Vitaminen, Spurenelementen, Mineral- und Ballaststoffen. Deshalb rät Willms, sich auf die natürlichen Nährstoffquellen zu verlassen: „High-Tech-Lebensmittel braucht kein Mensch. Vollkornbrot zum Beispiel steckt voller natürlicher Vitamine und Mineralstoffe. Und zweimal in der Woche fettreicher Seefisch wie Hering oder Lachs auf dem Tisch ist auf jeden Fall gesünder als jeden Tag Brot mit zugesetzten Omega-3-Fettsäuren“, so die DAK-Ernährungsexpertin.

[Quelle: DAK]
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