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News, 28.09.2012
Leadership-Studie
Manager mit wenig Vertrauen in Mitarbeiter
Die meisten Manager in Deutschland folgen einer aktuellen Studie zufolge bei der Mitarbeiterführung der Devise: Vertrauen will verdient sein. Vor allem in weniger erfolgreichen Unternehmen herrscht häufig eine Führungskultur des Misstrauens.
Fast zwei Drittel der Top-Manager in deutschen Unternehmen sind der Meinung, dass sich Mitarbeiter das Vertrauen ihrer Vorgesetzten erst verdienen müssen. Das geht aus der aktuellen Studie „Leadership im Topmanagement“ der Unternehmensberatung Rochus Mummert hervor. Von den Führungskräften der  unteren Führungsebenen vertreten immerhin noch 44 Prozent die Haltung, dass sich Mitarbeiter erst beweisen müssen und es keinen Vertrauensvorschuss gibt. "Dass so viele Führungskräfte ihren Mitarbeitern kein Vertrauen schenken, ist erschreckend. Unternehmen können ihr Potenzial nur erschließen, wenn eine Vertrauenskultur besteht und sich niemand gegenseitig belauert", kommentierte Dr. Hans Schlipat, Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe, die Ergebnisse.

Vielen Mitarbeitern bleibt das Misstrauen ihrer Vorgesetzten nicht verborgen. Manche fühlten sich laut Rochus Mummert sogar regelrecht von ihnen überwacht. So beklagte mehr als jeder vierte Angestellte, dass das Management in seinem Unternehmen, statt den Mitarbeitern zu vertrauen, lieber auf Kontrolle setze. Allerdings: Die Mehrheit der befragten Mitarbeiter teilte diese These nicht, was vor dem Hintergrund der Manager- und Führungskräfte-Statements überrascht. Laut Rochus Mummert lasse dies Ergebnis angesichts der Diskrepanz zur Haltung vieler Führungskräfte darauf schließen, dass die Mitarbeiter das vorhandene Misstrauen ihrer Vorgesetzten vielfach gar nicht merkten. "Eine Kultur des Vertrauens wird von den Führungskräften möglicherweise oft nur vorgegaukelt", so Schlipat.

Egal ob jedoch für die Mitarbeiter klar erkennbar oder von den Führungskräften mehr oder weniger erfolgreich überspielt: Studienleiter Dr. Peter Euringer zufolge wirkt ein Mangel an Vertrauen in die Mitarbeiter auf die eine oder andere Weise immer kontraproduktiv. "Dass Mitarbeitern oft zu wenig Verantwortung übertragen wird, hängt mit der Vertrauensfrage zusammen: Wem ich misstraue, dem übertrage ich natürlich auch ungern wichtige Aufgaben“, erläutert Euringer. So aber kämen Unternehmen nicht voran. „Wichtig ist ein gelebter Vertrauensvorschuss, der schrittweise und stetig durch wahrgenommene Führung und gemeinsam getragene Erfolge und Misserfolge in eine immer umfassendere Übertragung von Verantwortung ausgebaut wird."

Erfolgreiche Unternehmen vertrauen Mitarbeitern mehr

Wie aus der Studie hervorgeht, ist die Vertrauenskultur in Unternehmen allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt. In diesem Kontext ergaben weitere Befragungsergebnisse, dass das Vertrauen zwischen den verschiedenen Unternehmensebenen offensichtlich eng mit dem Geschäftserfolg des Unternehmens korreliert. So meinten in den wachstumsschwachen Unternehmen mehr als vier von zehn befragten Mitarbeitern (42%), dass es einen offenen, von Vertrauen geprägten Umgang alleinig unter den Kollegen gebe. Je erfolgreicher allerdings die Unternehmen sind, umso geringer ist der Anteil der befragten Mitarbeiter, die das Fehlen einer generellen Vertrauenskultur im Unternehmen beklagen. Daneben gibt es allerdings noch weitere Faktoren, die das Miteinander der verschieden Ebenen prägen, wie beispielsweise die Karriereperspektiven.   „Je schlechter diese sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass lediglich unter Kollegen Vertrauen herrscht“, so Rochus Mummert. Auch eine hohe Fluktuation wirkt negativ auf die Vertrauenskultur. So ist der Anteil der Befragten, die eine solche nur auf der Kollegenebene sehen, in Unternehmen mit häufig wechselnder Belegschaft und damit offenbar geringer Mitarbeiterbindung besonders hoch (40%).

„Den direkten Zusammenhang zwischen Vertrauen und Erfolg haben viele Unternehmen offensichtlich noch immer nicht erkannt", so Schlipat. „Den Vorständen und Geschäftsführern muss unbedingt klar werden: Wer sich an seinem Arbeitsplatz ständig kontrolliert und in seinem Leistungsvermögen unterschätzt fühlt, ist kaum motiviert, zum Erfolg beizutragen", mahnt Studienleiter Euringer.
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