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News, 30.07.2009
Krisenmanagement
Wirtschaft unzureichend auf die Krise vorbereitet
Die Wirtschaftskrise tritt die deutsche Wirtschaft auf breiter Front. Alle Branchen und Unternehmensgrößen sind betroffen, wie eine aktuelle Studie aufzeigt. Viele traf die Krise wie ein Schlag. Entsprechend dominieren in Sachen Krisenmanagement beim Gros der deutschen Unternehmen kurzfristige Aktionen.
Fast alle deutschen Unternehmen verzeichnen aufgrund der Wirtschaftskrise signifikante Auftragsrückgänge. Zudem hat rund die Hälfe Probleme bei der Unternehmensfinanzierung, und ebenso viele gehen von Personalabbau aus, falls sich die wirtschaftliche Talfahrt noch verschärft. Weil jedoch unzureichend vorbereitet, setzen die meisten Unternehmen beim Versuch, der Krise zu begegnen, auf kurzfristige Instrumente. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Studie „Strategien in der Krise“ von Kienbaum, im Rahmen derer die Managementberatung 400 deutsche Unternehmen aller Branchen und Größen zu ihrer wirtschaftlichen Lage und ihre Krisenstrategien befragt hat.

Während 92 Prozent der Unternehmen Umsatzeinbrüche beklagen, 53 Prozent mit teils existenzgefährdenden Finanzierungsproblemen zu kämpfen haben und 40 Prozent sogar schon Teile ihrer Produktion still legen mussten, werden die Instrumente zur Kostenreduzierung in der Breite meist nur unzureichend ausgeschöpft: „Da alle ‚Player’ in den Märkten betroffen sind, also Lieferanten und Kunden, ist die Entwicklung ganzer Wirtschaftszweige über die gesamte Wertschöpfungskette bedroht. Gleichzeitig versäumen es Unternehmen, wirklich alle möglichen Instrumente der Kostenreduzierung anzuwenden. Erstaunlich ist beispielsweise die geringe Insourcing-Quote von elf Prozent“, berichtet Olaf Geyer, Projektleiter der Kienbaum-Studie. Und das obschon sich durch Prozessoptimierung, Kapazitäts- und Volumenmaßnahmen sowie aktives Working-Capital-Management signifikante Ergebnisstabilisierungen erreichen ließen, wie Geyer weiter ausführt

In ihrem Bemühen, der Wirtschaftskrise zu begegnen, setzen deutsche Unternehmen der Studie zufolge vor allem auf Kosteneinsparungen im Personalbereich. An erster Stelle steht der Abbau von Überstunden (89%), gefolgt von Einstellungsstopps (83%) und Kurzarbeit (63%). Dass Letztere weiteren Spielraum bietet, auch auf Dauer einen Stellenabbau zu verhindern, glauben allerdings laut Studie nun wenige. Zwar hat bislang nur etwas mehr als jedes vierte Unternehmen Stammbelegschaft freigesetzt. Jedoch erwartet rund die Hälfte der befragten Unternehmen (53%), dass sich Personalabbau wohl nicht vermeiden lassen wird, wenn sich die Krise weiterhin verschärft. Auch was die nahe Zukunft anbetrifft, zeigt sich die Mehrzahl der Befragten eher skeptisch. So gehen fast zwei Drittel der befragten deutschen Unternehmen (62%) davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage im nächsten Halbjahr noch verschlechtert.

Quelle: Kienbaum

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