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Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
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Krebsdiät: Gibt es sie doch?

(PM) , 26.06.2006 - Der Darmstädter Tumorwissenschaftler Doktor Johannes Coy referierte beim dritten Internationalen Diätetik Kongress in Aachen über aktuelle Aspekte der Ernährung bei Krebs. Scheinbar gibt es zumindest bei bestimmten Krebsformen die Möglichkeit die Erkrankung durch eine angepasste Ernährungsweise zu beinflussen. Die Blockierung des TKTL1-Enzyms und die zusätzliche Substratlimitierung in Form einer glukosearmen beziehungsweise kohlenhydratarmen sowie protein- und ölreichen Ernährungsweise gelten als ein neues Therapiekonzept im Kampf gegen den Krebs, kommentiert die Ernährungswissenschaftlerin Anja Baustian der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen. Krebszellen entstehen durch Mutationen in Genen, die die zelluläre Proliferation, die Differenzierung und den programmierten Zelltod steuern. Wachsen solche Krebszellen lokal begrenzt und bilden keine Metastasen, kann durch eine chirurgische Entfernung die Krebserkrankung erfolgreich entfernt und der Patient geheilt werden. Wird die Krebserkrankung aber nicht rechtzeitig erkannt, führen noch nicht genau bekannte Prozesse dazu, dass der Tumor aggressiv wird und metastasiert. Ab diesem Zeitpunkt ist mit den derzeit verfügbaren therapeutischen Möglichkeiten eine Heilung nur noch äußerst schwierig oder überhaupt nicht mehr zu erzielen. Während diese bösartige Entartung hin zu einer metastasierenden Krebszelle kommt es zu einschneidenden metabolischen Veränderungen, die eine Konsequenz aus einer veränderten Energiegewinnung sind. Aggressive Krebszellen gewinnen ihre Energie aus der Vergärung von Glukose zu Laktat, einhergehend mit einer drastisch erhöhten Aufnahme von Glukose. Das bisher unbekannte Enzym Transketolase-like-1 (TKTL1) und der damit verbundene Glukoseabbauweg erklären nun erstmals diese Glukosevergärung, die auch in Gegenwart von Sauerstoff einen selektiven Vorteil für die Tumorzelle darstellt. Dies macht diese Krebszellen empfindlich für einen Zelltod, der durch den Entzug von Glukose ausgelöst wird. Diese Tumorzellen sind absolut abhängig von der Glukoseversorgung. Durch einen Nachweis des TKTL1-Enzyms in Tumorzellen lassen sich nun solche Krebspatienten identifizieren, bei denen eine Hemmung des TKTL1-Glukosestoffwechselweges sinnvoll ist. Im Rahmen eines neuartigen pharmakodiagnostischen Therapiekonzeptes soll der TKTL1-Glukosestoffwechsel zukünftig durch eine Blockierung des TKTL1-Enzyms mit einem in der Entwicklung befindlichen Medikament durchgeführt werden. Parallel hierzu kann bereits jetzt der TKTL1-Glukosestoffwechsels durch eine Substratlimitierung in Form einer glukosearmen/kohlenhydratarmen und protein- und ölreichen Ernährung gehemmt werden. Diese Lebensmittel können in Kombination mit herkömmlichen niedrig-glykämischen Lebensmitteln zur gezielten Inhibition von TKTL1-positiven Tumoren eingesetzt werden. Inzwischen bieten verschiedene Unternehmen Lebensmittel an, die bei bestimmten Krebsformen eine spezielle Ernährungsweise gewährleisten. Durch die Kombination eines diagnostischen Tests zum Nachweis des TKTL1-Proteins in Tumoren mit einer darauf gezielt ausgerichteten Ernährung ist es nun möglich, eine auf die individuelle Situation des Krebspatienten angepasste Ernährung zur Unterstützung von Standardkrebstherapien einzusetzen, so Anja Baustian abschließend. Der 4. Internationale Diätetik Kongress findet am 7. und 8. Oktober 2006 statt. Die Themen Rheuma, Osteoporose, sekundäre Pflanzenstoffe und Allergien bilden dann die Schwerpunkte. Außerdem findet zum ersten Mal ein Diätassistenten-Symposium statt.
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