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News, 05.03.2018
Konsumklimaindikator leicht gesunken
Konsumlust in Deutschland schwächt sich etwas ab
Nach dem Stimmungshoch im Februar hat sich das Konsumklima in Deutschland leicht abgekühlt. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen als auch die Anschaffungsneigung verlieren leicht an Schwung.
Trotz des Rückgangs blieben die Konsumaussichten der GfK zufolge günstig.
Trotz des Rückgangs blieben die Konsumaussichten der GfK zufolge günstig.
Die euphorische Konsumstimmung der Deutschen ebbt etwas ab. Nach 11,0 Punkten im Februar prognostiziert die GfK-Konsumklimastudie für März einen leichten Rückgang des Konsumklimaindikators um 0,2 auf 10,8 Zähler. Damit liegt der GfK-Indikator für die Verbraucherstimmung in Deutschland wieder auf dem Niveau von Anfang des Jahres (Januar: 10,8 Punkte). Grund für den Rückgang des Konsumklimaindikators sind etwas weniger optimistische Konjunkturerwartungen. Auch bezogen auf die Einkommensaussichten zeigen sich die Deutschen nicht mehr ganz so zuversichtlich wie zuletzt. In der Folge fallen auch die Anschaffungsplanungen etwas moderater aus.

„Die politischen Turbulenzen um die Bildung einer stabilen und tragfähigen Regierung in Berlin haben die Konsumenten möglicherweise etwas verunsichert, sodass die Stimmung im Februar ihre Zugewinne aus dem Vormonat wieder abgeben musste“, erklärte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die leicht rückläufigen Befragungsergebnisse. Trotz des Dämpfers bleibe der Konsumoptimismus aber hoch, ergänzten die Konsumforscher.

Konjunkturindikator trotz Einbußen weiter deutlich über Vorjahresniveau


Der starke Aufwärtstrend der Konjunkturerwartungen wurde in der Februar-Erhebung gebremst. Mit einem Rückgang um 8,8 Zähler büßt der entsprechende Teilindikator seine kräftigen Gewinne von Beginn des Jahres nahezu vollends ein. Mit einem Stand von nunmehr 45,6 Punkten weist er im Vorjahresvergleich aber immer noch ein deutliches Plus von knapp 36 Zählern auf.

„Trotz des Rückgangs in diesem Monat schätzen die Verbraucher die wirtschaftlichen Aussichten weiter optimistisch ein. Der deutsche Konjunkturmotor läuft im Moment auf Hochtouren und die Konsumenten gehen davon aus, dass sich dies auch in den kommenden Monaten so fortsetzen wird“, so die GfK. Grund für den anhaltend ausgeprägten Konjunkturoptimismus sind der GfK zufolge die exzellente Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt, weiter rückläufige Arbeitslosenzahlen und anhaltend hohe Zahl an offenen Stellen.

„Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wuchs die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent und damit zum achten Mal in Folge. Für dieses Jahr erwarten die Experten eine ähnlich positive Entwicklung“, so die GfK.

Einkommenserwartung mit moderaten Einbußen


Nach zwei Anstiegen in Folge muss auch die Einkommenserwartung einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Mit einem Minus von drei Zählern falle dieser der GfK nach allerdings vergleichsweise moderat aus. Auch weist der Einkommensindikator im Vergleich zum Vorjahresmonat immer noch ein Plus von 5,7 Punkten auf. „Das Niveau des Einkommensindikators ist nach wie vor überaus hoch“, so das Konsumforschungsinstitut.

Grund für den weiterhin überaus großen Einkommensoptimismus ist der GfK zufolge vor allem die exzellente Beschäftigungslage. „So zeigen die ersten Tarifabschlüsse in der Metall- und Elektroindustrie, die in der Regel Signalwirkung für die gesamte Wirtschaft haben, dass die große Mehrheit der Beschäftigten 2018 erneut mit realen Einkommenszuwächsen rechnen kann. Davon werden auch die Rentner profitieren können, da sich die Erhöhung der Altersbezüge an der Lohn- und Gehaltsentwicklung orientiert.“

Anschaffungsneigung weiter hoch


Die weniger optimistischen Konjunktur- und Einkommenserwartungen lassen auch die Anschaffungsneigung leicht zurückgehen. Hier gibt der Indikator seine Gewinne von Januar im Februar mit einem Rückgang um 4,1 Zähler wieder ab. Mit einem Stand von 56,3 Punkten und einem Plus von 4,7 Zählern gegenüber dem Vorjahresmonat bleibt die Konsumneigung aber auf einem sehr hohen Niveau.  „Dies dürfte den Einzelhandel hoffen lassen, dass sich die Umsätze nach einem überaus erfolgreichen Jahr 2017 weiterhin positiv entwickeln“, so die GfK. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stiegen die Einzelhandelsumsätze im vergangenen Jahr nominal um 4,2 Prozent (inflationsbereingt: + 2,3 Prozent).

So geht Nürnberger Konsumforschungsinstitut in seiner kürzlich veröffentlichten Jahresprognose denn auch davon aus, dass der private Konsum 2018 weiter anziehen wird. Dabei erwartet die GfK in diesem Jahr einen Zuwachs der privaten Konsumausgaben um etwa zwei Prozent (2017: + 2,1 %). „Wichtige Grundlage für ein gutes Konsumjahr 2018 ist der sich weiter exzellent entwickelnde Arbeitsmarkt“, so die Konsumforscher.

Als mögliche Risiken, die das Konsumklima belasten könnten, sieht die GfK in erster Linie die US-Handelspolitik mit stärkeren protektionistischen Tendenzen sowie der zähe Verlauf der Brexit-Verhandlungen.

cs/GfK; Bild (v. Redaktion bearbeitet): Werner Wittersheim / flickr; Lizenz: CC BY 2.0
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