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News, 01.05.2014
Konsumklimaindex stagniert auf hohem Niveau
Ukraine-Krise trübt Verbraucherstimmung in Deutschland
Die anhaltende Krise in der Ukraine drückt die Konjunkturerwartungen der Deutschen und hat die Kauflust im April zurückgehen lassen. Rekorderwartungen die Einkommens- und Kaufkraftentwicklung betreffend halten aber die Verbraucherstimmung weiter auf einem Sieben-Jahreshoch.
Die Deutschen lassen sich die gute Laune von der Krise in der Ukraine und damit einhergehenden wirtschaftlichen Folgen sowie vermehrten Negativ-Schlagzeilen zur wirtschaftlichen Entwicklung in Russland trotz Verunsicherung nicht verderben. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der monatlichen Erhebung zum Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). So hat der Index, der monatlich die Konjunktur- und Einkommenswartungen sowie die Anschaffungsneigung der Verbraucher in Deutschland erfasst, im April zwar seinen Aufwärtstrend wie prognostiziert gestoppt. Mit einem Wert von 8,5 Punkten bleibt der Indikator allerdings auf dem Niveau von März und damit weiter auf dem besten Wert seit Januar 2007 (8,6 Punkte). Für Mai prognostizieren die Befragungsergebnisse erneut 8,5 Punkte und damit eine Fortdauer der positiven Verbraucherstimmung in Deutschland.

Konjunkturoptimismus etwas gedämpft, aber weiter hoch


Die seit Mitte letzten Jahres währende Aufwärtsentwicklung der Konjunkturerwartungen ist im April zum Stillstand gekommen. So tritt der Teilindikator mit einem leichten Rückgang um 1,1 auf 32,1 Zähler im April mehr oder weniger auf der Stelle. Mit einem Plus gegenüber April 2013 von knapp 34 Punkten notiert der Konjunkturindikator aber weiterhin auf einem hohen Niveau, was der GfK zufolge unterstreiche, "dass die Bundesbürger die deutsche Wirtschaft nach wie vor auf Erholungskurs sehen.“ Gleichwohl zeigten die Ereignisse rund um die Ukraine dem Forschungsinstitut nach erste Wirkungen: „Die Bundesbürger scheinen in Bezug auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands erstmals leicht verunsichert zu sein. Damit werden die nach wie vor sehr guten Rahmenbedingungen im Inland, wie ein stabiler Arbeitsmarkt und moderate Inflation, etwas überlagert“, so die GfK in ihrem Bericht.

Einkommenserwartung auf 23-Jahreshoch

Was dagegen die Entwicklung der Kaufkraft angeht, sind die Deutschen so optimistisch wie noch nie im wiedervereinigten Deutschland. So legte der Teilindikator zu den Einkommenserwartungen, nachdem er im Vormonat moderate Einbußen hinnehmen musste, im April um 6,7 auf 52,3 Punkte zu. Das ist der höchste jemals seit der Deutschen Wiedervereinigung gemessene Wert.

„Dieser Rekordwert kommt nicht von ungefähr. Vor dem Hintergrund einer überaus stabilen Beschäftigungslage gehen die Beschäftigten davon aus, dass in diesem Jahr recht ansehnliche tarifliche Einkommenszuwächse zu erwarten sind. Und diese Hoffnungen dürften sich auch erfüllen“, konstatierte die GfK. So deuteten die ersten Tarifabschlüsse dieses Jahres darauf hin, dass im Schnitt bei den Beschäftigten unter dem Strich 2014 ein Lohnplus von rund drei Prozent stehen dürfte, oder sogar etwas mehr. Hinzu kommt die geringe Inflation, was dem Institut zufolge den Optimismus stärke. „Dies stützt die Kaufkraft der Einkommen und führt damit auch zu höheren realen Einkommenszuwächsen“, so die GfK.

Anschaffungsneigung etwas gesunken


Trotz Rekord-Einkommenserwartungen hat sich die Kauflust im April leicht abgeschwächt. So gab der Indikator zu den geplanten Konsumausgaben nach einem deutlichem Zuwachs im März (+ 6,6 Punkte) um 6,9 Zähler auf 48,6 Punkte nach. Verantwortlich für den Rückgang der Anschaffungsneigung könnte der GfK zufolge eine gegenüber März geringfügig gestiegene Sparneigung sein. Dem Institut nach erfolgte dieser Anstieg allerdings auf einem äußerst niedrigen Niveau. Dass einige Verbraucher wieder etwas mehr zum Sparen tendierten, dürfte auf eine erhöhte Verunsicherung infolge der Verschärfung der Ukraine-Krise zurückzuführen sein.

Für das Gesamtjahr 2014 hält die GfK an ihrer im Februar veröffentlichten Prognose, wonach sich die privaten Konsumausgaben im laufenden Jahr real um 1,5 Prozent erhöhen werden, fest. „Während die inländischen Rahmenbedingungen für das Konsumklima, wie hohe Beschäftigung, steigende Einkommen und moderate Inflation, günstig bleiben werden, haben sich Risiken aus dem internationalen Umfeld zuletzt verstärkt“, so das Nürnberger Wirtschaftsforschungsinstitut, und warnte. “Wenn auch bislang die Auswirkungen der Krise in der Ukraine auf die Verbraucherstimmung eher moderat waren, könnte eine weitere Eskalation tatsächlich zu einer Belastung für das Konsumklima werden.“ 
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