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News, 24.09.2015
Konsumklimaindikator gibt weiter nach
Konjunkturoptimismus deutscher Verbraucher schwindet
Das Konsumklima in Deutschland trübt sich weiter ein. Die Konjunkturerwartungen der Deutschen sinken und schlagen immer stärker auf die Kauflust der Verbraucher durch, zeigt der Konsumklimaindex der GfK.
Trotz des zweiten Rückgangs in Folge liegt der Konsumklimaindikator noch immer deutlich (+ 1,3 Zähler) über dem Vorjahresniveau (Quelle Grafik: GfK).
Trotz des zweiten Rückgangs in Folge liegt der Konsumklimaindikator noch immer deutlich (+ 1,3 Zähler) über dem Vorjahresniveau (Quelle Grafik: GfK).

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich September weiter verschlechtert. Wie aus der neuesten Erhebung zum Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervorgeht, hat sich der Konsumoptimismus der Deutschen im September gegenüber August um 0,2 Zähler auf 9,9 Punkte eingetrübt. Für Oktober prognostiziert der GfK-Konsumklimaindikator, der die Erwartungen von monatlich rund 2.000 befragten Konsumenten zur Konjunktur- und Einkommensentwicklung sowie zu den geplanten Konsumausgaben widerspiegelt, einen weiteren Rückgang des Gesamtindikators um 0,3 auf 9,6 Zähler.

„Der Dämpfer der Verbraucherstimmung im August dieses Jahres war offensichtlich keine Eintagsfliege. Auch in diesem Monat müssen die drei Indikatoren Anschaffungsneigung, Einkommens- und Konjunkturerwartung Einbußen hinnehmen“, so die GfK. Besonders der Konjunkturoptimismus schwindet immer stärker: „Angesichts weltwirtschaftlicher Risiken, zahlreicher Krisenherde sowie des zuletzt stark angestiegenen und weitgehend unkontrollierten Zustroms an Flüchtlingen nehmen bei den Bürgern offenbar die Zweifel hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Entwicklung zu“, so das Nürnberger Wirtschaftsforschungsinstitut.

Vermehrte Konjunktursorgen

Die Konjunkturerwartungen der Deutschen trüben sich weiter ein. Im September verschlechtert sich der Indikator den vierten Monat in Folge, wobei sich der Abwärtstrend massiv beschleunigt: Nach einem Minus von 1,8 Zählern gibt der Konjunkturindikator im September um weitere 10,2 Punkte nach. Allerdings notierten die Bewertungen zur Konjunkturentwicklung mit aktuell 6,4 Punkten immer noch leicht über dem Niveau des Vorjahresmonats (September 2014: 4,4 Punkte).

Der KfW zufolge sind es nicht die nach wie vor sehr guten inländischen Rahmenbedingungen wie Arbeitsmarkt, Einkommen und Inflation, die auf den Konjunkturindikator drücken, sondern das vielmehr die zuletzt deutlich unruhiger gewordene internationale konjunkturelle See. „Konjunkturell schwächelnde Schwellenländer wie China, Brasilien oder auch Russland dürften künftig die Exportaussichten deutscher Unternehmen beeinträchtigen“, so die Nürnberger Forscher. „Zudem zeigen offenbar die internationalen Krisenherde im Nahen Osten, der Ukraine, aber auch die bestehenden Sanktionen für Russland ihre Wirkung.“

Hinzu kommt noch eine weitere Entwicklung, die die Konjunkturerwartungen eher bremst, denn anfacht: der Flüchtlingsstrom nach Deutschland. „Hält dieser Zustrom in dieser Größenordnung an, wovon derzeit auszugehen ist, dürfte dies die Bevölkerung in Bezug auf ihre Konjunkturerwartungen negativ beeinflussen. Dies zeigt sich auch daran, dass in den letzten beiden Monaten die Anzahl der Bundesbürger, die eine steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland erwarten, deutlich zugenommen hat“, so die KfW.

Einkommenserwartung im Sog des wachsenden Konjunkturpessimismus


Der pessimistischeren Konjunkturerwartungen lassen auch den Optimismus der Deutschen hinsichtlich der Einkommensentwicklung sinken. Zum zweiten Mal in Folge geht der Indikator hier zurück, und zwar nach einem Minus im August von 5,1 Punkte um weitere 5,8 auf nunmehr 47,7 Zähler. Dennoch liegt der Indikator nach wie vor auf einem überaus hohen Niveau. Auch im Vergleich zum Vorjahr steht immer noch ein Plus von 4,3 Punkten zu Buche.

"Schwächere wirtschaftliche Aussichten sowie die Sorge vor einer Eintrübung am Arbeitsmarkt hinterlassen offenbar nun auch beim Einkommensindikator erste Spuren", so die KfW. "Trotz exzellenter Arbeitsmarktzahlen, einer sehr guten Einkommensentwicklung bei einer kaum vorhandenen Inflation geraten die Einkommensaussichten nun auch in den Sog der internationalen Krisen."

Anschaffungsneigung: vierter moderater Rückgang in Folge

Der Eintrübung der Konjunkturerwartungen kann sich auch die Anschaffungsneigung nicht entziehen. Der Indikator verliert im September 1,6 Punkte, notiert aber mit einem Stand von aktuell 50,4 Zählern  ebenso wie der Einkommensindikator immer noch auf einem überaus hohen Niveau. Trotz viertem Rückgang in Folge verzeichnet der Indikator gegenüber dem Vorjahresmonat noch immer ein Plus von 7,9 Punkten.

"Neben rückläufigen Konjunktur- und Einkommenserwartungen dürfte auch der Anstieg der Sparneigung in diesem Monat für die moderaten Einbußen der Konsumneigung verantwortlich sein", so die GfK. "Dennoch zeigt ein Niveau von über 50 Punkten, dass die Konsumfreude nach wie vor sehr ausgeprägt ist. Dies belegen auch die Daten zur Entwicklung des Einzelhandels in diesem Jahr, auf den etwa ein Drittel des gesamten privaten Konsums entfällt."

Inwieweit der starke Zustrom von Flüchtlingen die Binnenkonjunktur beeinflussen wird, bleibe der GfK zufolge noch abzuwarten. "Auf der einen Seite nimmt die Zahl der Nachfrager von Gütern und Dienstleistungen zu. Dies hätte positive Impulse für den Konsum", so die GfK. "Sollten allerdings auf der anderen Seite die Bundesbürger durch den starken Zustrom von Flüchtlingen verunsichert werden und, ob berechtigt oder unberechtigt, um ihre Arbeitsplätze fürchten, würde dies negativ auf den Konsum wirken und damit etwaige Zuwächse wieder ausgleichen."

cs/GfK

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