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News, 30.12.2008
Konjunktur 2009
Wirtschaftsverbände sind pessimistisch
Sinkende Produktion, geringere Umsätze und weniger Investitionen – so lautet die mehrheitliche Prognose deutscher Wirtschaftsverbände zur Entwicklung der deutschen Wirtschaft im Jahr 2009. Zudem erwarten sechs von zehn Verbänden einen Stellenabbau in der eigenen Branche.
Die Hoffnung, dass sich Deutschland dem konjunkturellen Abwärtssog der internationale Finanz- und Wirtschaftskrise entziehen würde können, ist in der deutschen Wirtschaft weitgehend verflogen. Dies zeigen die Ergebnisse der IW-Verbandsumfrage 2009, im Rahmen derer das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) 43 Wirtschaftsverbände zur Stimmungslage und den Erwartungen in ihrer Branche befragt hat. Danach bewerten 41 Verbände die Stimmungslage in den Unternehmen ihres Wirtschaftszweiges zum Jahreswechsel im Vergleich zum Vorjahr als verschlechtert. Nur für zwei Verbände bezeichnen sie als unverändert. Eine Verbesserung der Stimmungslage konnte gleichwohl kein Verband erkennen.

„Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise drückt nun auch der Konjunktur in Deutschland ihren Stempel auf. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich deutlich eingetrübt, und auch dem neuen Jahr blicken viele Branchen mit Sorgen entgegen“ kommentiert IW-Direktor Prof. Michael Hüther die Umfrageergebnisse. Entsprechend pessimistisch sind zum größten Teil auch die Prognosen:

Umsatz/ Produktion
 
35 der 43 befragten Wirtschaftsverbände erwarten, dass die Produktions- bzw. Umsatzzahlen in ihrer Branche im Jahr 2009 zurückgehen werden. 11 Verbände gehen sogar von einem starken Rückgang aus, darunter unter anderem die Interessenvertreter aus der Automobilindustrie, der Eisen- und Stahlindustrie sowie der Werbewirtschaft. Lediglich fünf Wirtschaftszweige rechnen damit, das Vorjahresniveau in etwa halten zu können. Dass ihre Branche indes 2009 die Umsatz- bzw. Produktionszahlen aus dem Vorjahr noch übertreffen könnte, glauben hingegen gerade einmal drei Verbände (Elektrotechnik, Groß- und Außenhandel, Investment).

Investitionen
 
Angesichts der weltweit rückläufigen Nachfrage treten viele Unternehmen auf die Investitions- und Kostenbremse. Entsprechend erwarten 29 Wirtschaftsverbände für das Jahr 2009, dass die Investitionen in ihrer Branche sinken werden, während 12 Branchenverbände noch mit einem ähnlich hohen Investitionsvolumen wie 2008 in ihrer Sparte rechnen. Eine antizyklische Entwicklung der Investitionsneigung erwarten nur die Vertreter der Automobilindustrie sowie der Energie- und Wasserwirtschaft, nach deren Prognose die Investitionen 2009 in ihren Branchen steigen werden.


Beschäftigung
 
Wenngleich die Unternehmen der Umfrage zufolge offenbar bestrebt sind, die personellen Auswirkungen des wirtschaftlichen Abschwungs in Grenzen zu halten, und immerhin 17 Wirtschaftsverbände davon ausgehen, dass die Anzahl der Beschäftigten in ihrer Branche 2009 konstant bleibt, hält die Mehrzahl der Befragten einen Personalabbau für sehr wahrscheinlich. So gehen 26 Wirtschaftszweige davon aus, dass sich 2009 die Arbeitnehmerzahlen in der eigenen Branche reduzieren werden. Einen Anstieg der Beschäftigten sieht dagegen keiner der Verbände.

„Die globale Wirtschaftsflaute schlägt sich zunehmend in den Umsatzerwartungen nieder. Dennoch wollen viele Unternehmen die Arbeitsplätze erhalten, weil Fachkräfte rar sind“, so Hüther, weshalb die Perspektiven für die Beschäftigung nicht ganz so trüb seien wie bei den anderen Indikatoren. Von daher warnt der IW-Direktor davor, allzu schwarz zu malen, zumal die deutschen Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Wettbewerbsfähigkeit gestärkt hätten und deshalb den derzeitigen Abschwung besser durchstehen könnten als frühere Krisen.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW)

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