Welche Art von Fisch sind Sie?
Bevor Sie nun gleich empört aufschreien: Ja, wir wissen, dass ein Delfin kein Fisch ist, sondern ein Säugetier. Der Grund, warum wir uns diese biologische Ungenauigkeit erlauben, ist der, dass es uns einfach zu kompliziert war, immer wieder von „Fisch/Säugetier“ zu sprechen, wenn wir die verschiedenen Kommunikationstypen meinen. Deshalb hoffen wir, dass Sie uns diese Vereinfachung verzeihen. Und wenn wir schon gerade dabei sind: Wir geben auch gleich zu, dass das Bild des Delfins nicht von uns stammt: Ursprünglich haben nämlich die amerikanischen Autoren Dudley Lynch und Paul Kordis in ihrem Buch Delfin-Strategien den Delfin als Symbol für elegantes (Kommunikations-)Verhalten gewählt.
Was ist nun das besondere am Verhalten des Delfins? Hier kann uns ein Vergleich mit zwei anderen Schwimmern dienen: dem Hai und dem Karpfen, die — im Gegensatz zum Säugetier Delfin — „richtige“ Fische sind.
Worin sich Karpfen, Haie und Delfine im Kommunikationsverhalten unterscheiden
Kennen Sie einen Karpfen oder einen Hai? Gibt es einen solchen „Fisch“ in Ihrem Kollegenkreis? Oder gehören Sie vielleicht sogar selbst zu einer dieser Gattungen? Sowohl Karpfen als auch Haie sind in Gesprächen leicht zu erkennen: Ein Karpfen steigt aus einer Diskussion aus oder gibt nach. Sein Glaubenssatz heißt: „Ich kann nicht gewinnen — aber ich will möglichst auch vermeiden, zu verlieren. Also diskutiere ich lieber gar nicht erst“. Dahinter steckt die Strategie „Get out: einfach raus hier und sich eine Nische suchen“. Hier findet den Karpfen zwar keiner, dafür sitzt er aber in der Opferrolle in der Ecke und fühlt sich mies.
Haie hingegen sind „die mit den scharfen Zähnen“. Sie leben nach dem Glaubensatz: „Es muss immer einen Verlierer geben, und mir ist völlig egal, wer das ist — nur ich selbst darf natürlich nicht verlieren“. Haie folgen der Strategie: „Take over: Übernimm das Kommando – egal, was es kostet“.
An dieser Stelle kommt unser Delfin ins Spiel: Delfine leben nach dem Win-win-Prinzip; Sie wollen, dass beide Gesprächspartner am Ende zufrieden sind. Ihr Glaubenssatz ist: „Es gibt elegante Lösungen, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigen und alle zufrieden stellen“. Dabei sind Delfine keineswegs naiv, denn sie gehen nach der Strategie „Tit for tat — Wie du mir, so ich dir“ vor. Und sie können durchaus auch einen kräftigen Nasenstüber austeilen, wenn es nötig ist. Delfine signalisieren: „Ich kann sowohl/als auch spielen. Ich bin gerne bereit, zu kooperieren, aber nur, wenn ihr mitzieht. An einer einseitigen Kooperation — allein zu meinen Lasten – bin ich nicht interessiert“. Delfine bleiben immer am Ball, sie resignieren nicht, sondern handeln. Dabei suchen sie stets nach einer Lösung, die auch funktioniert: „Wenn sie nicht bekommen, was sie wollen, ändern sie ihre Verhaltensweisen im Streben nach ihren Zielen schnell und präzise auf eine manchmal geniale Weise.“
Die Anwendung der Delfin-Strategie
Wenn wir uns der Delfin-Strategie bedienen möchten, so müssen wir darüber nachdenken, wie wir denken. Wir müssen immer wieder von außen beobachten, was in uns vorgeht, und uns fragen, was gerade in uns abläuft. Dies kann zwar manchmal anstrengend sein, doch hilft uns die Delfin-Strategie dabei, heilige Kühe zu schlachten, die Wahrheit zu sagen und keine Energie für nutzlose, unproduktive Dramatik (siehe Karpfen) zu verschwenden, sondern uns auf unsere Ressourcen und mögliche Lösungen zu konzentrieren.
Ziel der Delfin-Strategie ist ein gutes Ergebnis, eine für alle Seiten akzeptable Lösung — und dass wir uns dabei auch noch gut fühlen: Es geht also um eine Integration aller Gehirn-Potenziale. Vor allem das emotionale Erfahrungsgedächtnis und das kognitive Gehirn arbeiten dabei optimal zusammen. Kennzeichen der Delfin-Strategie sind dabei:
Die Delfin-Strategie ist eine Art der Kommunikation, bei der eine Lösung gefunden wird, von der alle Beteiligten profitieren. Vom Delfin ist dabei viel Flexibilität, Durchhaltevermögen und Einfühlungsvermögen gefordert, denn er muss sich selbst und seine Gesprächspartner immer wieder genau beobachten und hinterfragen.
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